Hund nimmt nicht zu: Ursachen & Lösungen 2022

Dein Hund wirkt eher mager, obwohl er normalen oder sogar sehr großen Appetit hat? Dann solltest Du der Ursache auf jeden Fall auf den Grund gehen, denn häufig stecken Parasiten oder Stoffwechselstörungen dahinter.

In diesem Artikel erfährst Du, welche Faktoren dabei normalerweise eine große Rolle spielen. Weiterhin findest Du 7 Lösungsstrategien, die schon vielen Vierbeinern dabei geholfen haben, auf ihr Normalgewicht aufgepäppelt zu werden.

10 Ursachen, warum ein Hund trotz Appetit nicht zunimmt

1. Parasitenbefall

Sehr häufig sind Endoparasiten, also Schmarotzer, die im Darm leben, für eine fehlende Gewichtszunahme verantwortlich. Meistens sind es Würmer, sie finden im Verdauungstrakt der Vierbeiner ideale Lebensbedingungen.

Im Laufe ihres Lebens sind praktisch alle Vierbeiner mindestens einmal von Wurmbefall betroffen. Die Kleinstlebewesen finden z.B. nach dem Beschnuppern vom Kot anderer Tiere, durch das Fressen von rohem Fleisch oder durch kontaminierte Pflanzen den Weg in den Körper.

Weitere häufige Symptome von Wurmbefall

  • Juckreiz, insbesondere am After
  • Verdauungsprobleme wie Brechreiz und Durchfall
  • Probleme mit dem Fell bis hin zu Haarausfall
  • Träges oder apathisches Verhalten.

Den betroffenen Hunden werden die Nährstoffe sozusagen geraubt, bevor sie vollständig verwertet werden können. Deshalb treten bei starkem Befall schnell Mangelerscheinungen auf: Obwohl das Tier gut frisst, nimmt es dann nicht zu, sondern oft sogar eher ab.

Insbesondere adoptierte Vierbeiner sind davon betroffen: Wenn Du z.B. versuchst, einen aus dem Ausland geretteten Hund aufzupäppeln, können alle Versuche von einer unkontrolliert gewachsenen Wurmpopultation zunichte gemacht werden.

2. Futter mit unzureichendem Nährwert

Auch ein schlecht zusammengesetztes Futter kann dazu führen, dass der Vierbeiner trotz großem Appetit nicht wirklich an Gewicht zulegen möchte. Häufig handelt es sich dabei um minderwertige Sorten mit vielen Füllmitteln, welche dem Körper kaum verwertbare Nahrung bieten.

Sehr häufig tritt dieses Phänomen auf, wenn Hunde vor allem oder ausschließlich mit rohem Fleisch gefüttert werden: Eine nicht auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmte BARF Ernährung führt oft zu Mangelerscheinungen und fehlender Gewichtszunahme.

3. Futtermittelintoleranzen

Eine weitere mögliche Ursache sind Futtermittelintoleranzen. In diesen Fällen sind die Hundefutter zwar eigentlich gut zusammengesetzt – allerdings nicht für deinen Vierbeiner.

Der Körper reagiert dann auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch, sie können dann nur schlecht verwertet werden, so dass er kaum zunimmt und häufig auch Verdauungsprobleme zeigt.

Experten unterscheiden dabei zwischen zwei verschiedenen Formen:

  • Eine Futtermittelallergie ist angeboren
  • Eine Futtermittelunverträglichkeit wird im Laufe des Lebens erworben, es ist also möglich, dass der Hund mit der Zeit Probleme bekommt, obwohl er das Futter früher gut verdauen konnte.

4. Schilddrüsenüberfunktion

Bei einer so genannten Hyperthyreose schüttet die Schilddrüse zu viele Hormone wie Thyroxin und Trijodthyronin aus – deswegen wird die Erkrankung auch als Schilddrüsenüberfunktion bezeichnet.

Der Stoffwechsel läuft dann auf Hochtouren: Betroffene Vierbeiner sind deshalb oft nicht nur sehr unruhig, sondern nehmen trotz gesteigertem Appetit auch nicht zu – in vielen Fällen magert das Tier dann sogar ab.

Mögliche Ursachen

  • Schilddrüsentumor
  • Nebenwirkung einer Hypotherose-Hormonbehandlung mit L-Thyroxin
  • Fütterung von zu viel Schlund, insbesondere beim BARFen.

Quelle: Intervet Deutschland .

Anders als bei Katzen sind Schilddrüsenüberfunktionen bei Hunden zum Glück nicht sehr weit verbreitet. Bei derartigen Symptomen solltest Du dennoch auf der Hut sein und auch an diese Krankheit denken.

5. Bauchspeicheldrüsenschwäche

Eine Bauchspeicheldrüsenschwäche, auch als endokrine Pankreasinsuffizienz bekannt, führt dazu, dass das wichtige Stoffwechselorgan die Futterbestandteile nicht richtig aufspalten kann. In der Folge werden Nährstoffe nicht mehr richtig verwertet, sondern ungenutzt wieder ausgeschieden.

Anders als bei einer Entzündung haben tierische Patienten mit einem geschwächten Organ sehr wohl Appetit und fressen häufig sogar mehr als gesunde Vierbeiner: Sie wollen aber einfach nicht zunehmen.

Typische Symptome, die darauf hinweisen, sind Heißhunger, Verdauungsprobleme und Futterreste im Kot.

6. Hunde-Diabetes

Die meisten Hunde, die unter einer Zuckerkrankheit leiden, sind von der angeborenen Typ 1 Diabetes betroffen. Aufgrund von Überfütterung und allgemein schlechter Ernährung, gibt es aber auch eine steigende Anzahl von Vierbeinern, die insbesondere im Alter unter der erworbenen Typ 2 Diabetes leiden.

Beide Krankheitsformen haben eins gemeinsam: Der Körper produziert nicht genügend Insulin oder kann das wichtige Hormon nicht richtig verwerten. Der Blutzuckerspiegel steigt, oft haben betroffene Tiere viel Appetit, nehmen aber trotzdem nicht zu.

Weitere typische Symptome umfassen u.a. starker Durst mit viel Urinabsatz, Verdauungsprobleme, stumpfes Fell und deutlich ruhigeres Verhalten als früher.

7. Sehr hoher Kalorienbedarf

Fehlende Gewichtszunahme kann aber auch ohne eine ernsthafte Erkrankung auftreten: In vielen Fällen liegt es dann daran, dass der Hund einen sehr hohen, gesunden Kalorienbedarf hat, der nicht ausreichend gedeckt wird.

Laut einschlägigen Futtertabellen kriegt der Hund dann zwar genug Nahrung, er braucht aber trotzdem mehr. Das liegt sehr oft daran, dass sich das Tier sehr viel bewegt und dementsprechend mehr Kalorien braucht.

Auch trächtige Hündinnen haben einen erhöhten Bedarf.

8. Chronische Darmentzündung (IBD)

Neben Wurmbefall können auch andere Verdauungsprobleme die Gewichtszunahme negativ beeinflussen. Sehr häufig liegt dann eine chronische Darmentzündung vor.

Die Inflammatory Bowel Disease, so der Fachbegriff, ist eigentlich eine Autoimmunkrankheit. Obwohl sie vergleichsweise häufig auftritt, ist sie leider noch weitgehend unerforscht.

Betroffene Hunde haben nicht nur viel mit Durchfall zu tun, sondern können auch ihr Futter nicht immer gut verdauen. Deshalb nehmen sie dann trotz viel Nahrungsaufnahme kaum oder gar nicht zu. Bei längerem Krankheitsverlauf kann der Verdauungstrakt auch dauerhaft geschädigt werden, z.B., indem die Darmschleimhaut zerstört wird.

9. Stress

Viele Hunde sind von Stress betroffen, ohne dass ihre Halter etwas davon merken. Das wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern auch auf den Stoffwechsel: Durch die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol wird dieser gestört.

Gleichzeitig fressen gestresste Hunde oft entweder weniger oder deutlich hastiger. Ersteres führt zwangsläufig dazu, dass die Tiere abmagern oder nicht an Gewicht zulegen. Letzteres kann z.B. Verdauungsprobleme verursachen und die Nährstoffe werden nicht optimal verwertet.

Die möglichen Stressfaktoren für Hunde sind fast unendlich. Beim Fressen fühlen sie sich allerdings häufig unwohl, weil ihnen die Ruhe fehlt, die sie für die Mahlzeit brauchen, z.B. aufgrund von tierischen Futterrivalen oder zu viel Trubel um den Napf herum.

10. Zahnprobleme

Es ist allerdings auch möglich, dass dein Vierbeiner unter Zahnproblemen leidet. Hierdurch frisst er weniger, dementsprechend wird er auch nicht zunehmen.

Die häufigste Gebisserkrankung bei Hunden ist nicht etwa Karies, sondern Zahnstein, der durch verhärtete Futterreste entsteht. Hierdurch geraten Bakterien in die Zwischenräume, welche sich bis in den Kopf ausbreiten können. Auch Verletzungen, z.B. abgebrochene Zähne, sind ein weit verbreiteter Gefahrenherd.

Hunde haben eine hohe Schmerztoleranz und wollen sich instinktiv nicht ansehen lassen, wenn ihnen was fehlt. Deshalb musst Du auch auf “versteckte” Symptome wie ein verändertes Fressverhalten achten.

Hund nimmt nicht zu: 7 gute Lösungen

Wenn ein Hund erwachsen und normalgewichtig ist, besteht natürlich kein Grund zur Sorge, wenn er nicht zunimmt. Sollte der Vierbeiner jedoch noch jung sein oder abgemagert wirken, kann eine fehlende Gewichtszunahme schnell zum Problem werden.

Da oft gesundheitliche Faktoren eine Rolle spielen, musst Du den Vierbeiner dann genau beobachten und auf Symptome achten, die auf eine oder mehrere Ursachen hinweisen könnten. Danach solltest Du schnellstmöglich damit beginnen, an einer Lösung zu arbeiten, denn Mangelerscheinungen können den Hund auch langfristig stark schwächen.

Dabei haben sich insbesondere die folgenden 7 Strategien sehr bewährt.

1. Regelmäßige Entwurmung

Wenn ein Hund trotz viel Appetit nicht zunimmt, stecken oft Parasiten dahinter. Diese Schmarotzer werden den Körper des Vierbeiners nicht freiwillig verlassen, Du musst also zu einer Wurmkur greifen.

Manche Hundehalter setzen dann auf pflanzliche Mittel, die durchaus bei der Vorbeugung helfen können, bei starkem Wurmbefall aber nicht stark genug sind. Die meisten Experten raten dann auf jeden Fall zu einem als Arzneimittel zugelassenen Antiparasitikum.

Weitere Infos

Mehr zum Thema findest Du auch in unserem “Wurmmittel Test und Vergleich”.

Diese klinisch erprobten Substanzen sind darauf ausgelegt, alle gängigen Endoparasiten schnell abzutöten, ohne dass der Vierbeiner von starken Nebenwirkungen beeinträchtigt werden würde. Gleichzeitig wirken die Medikamente sehr schnell, meistens reicht schon eine Tablette aus, um die Plagegeister unschädlich zu machen.

Wie häufig ein Hund einer Wurmkur unterzogen werden sollte, hängt laut Experten stark von der Risikogruppe ab: Vierbeiner, die viel unangeleint unterwegs sind, brauchen so weniger Behandlungen als ein Wohnungshund. Mehr dazu erfährst Du auch im Info-Artikel “Hund entwurmen – wann und wie oft?”

2. Futterwechsel

Manchmal ist es aber auch empfehlenswert, das Futter zu wechseln. Das betrifft insbesondere die folgenden beiden Fälle:

  1. Der Vierbeiner erhält keine optimale Nährstoffversorgung
  2. Das Tier leidet unter einer Futtermittelintoleranz.

Auf jeden Fall solltest Du dir bei der Suche nach einem neuen Hundefutter Zutatenlisten und Nährwertangaben genau durchlesen. Worauf es dabei ankommt, erfährst Du auch in unserem Beitrag zum Thema “Was macht gutes Hundefutter aus?”

Wenn dein Liebling Allergiker ist oder eine Futtermittelunverträglichkeit entwickelt hat, hilft eigentlich nur ein Erkennen und Meiden der spezifischen Allergene. Das geht wohl am einfachsten mit einem hypoallergenen Spezialfutter.

3. Größere Futtermenge

Sollte der Hund einfach mehr Futter brauchen, kann es aber auch schon ausreichen, die Portionen etwas zu erhöhen.

Für bestimmte Fälle – z.B. das Aufpäppeln von Straßenhunden oder nach einer Krankheit, gibt es auch spezielles Aufbaufutter. Diese Sorten haben eine besonders kalorienreiche Rezeptur mit einem ausgeprägten Fettgehalt.

4. Kalorienreiche Nahrungsergänzungsmittel & Leckerlis

Gelegentlich können aber auch kalorienreiche Extras helfen. So gibt es z.B. hochwertige Öle, die dem Hund hochwertige Fette bieten.

Leckerlis sind dann ebenfalls eine schöne Option. Sie sind oft eher fettig und lassen sich hervorragend z.B. mit Erziehungs- und Kommando-Training kombinieren.

Vorsicht bei Snacks

Achte bitte darauf, dass der Hund neben derartigen Snacks auch sein Hauptfutter frisst. Ansonsten könnte das Tier nämlich zwar an Gewicht zunehmen, gleichzeitig aber auch Mangelerscheinungen entwickeln. Weiterhin solltest Du aufpassen, dass ein Leckerli dem Hund nicht auf den Magen schlägt: Ein Würstchen sollte z.B. zeitversetzt zum Trockenfutter gegeben werden, da aufgrund der unterschiedlichen Verdauungszeiten ansonsten eine Magenverstimmung drohen könnte.

5. Bessere Maulpflege

Solltest Du vermuten oder sogar erkannt haben, dass der Hund unter Zahnschmerzen leidet, muss dem Vierbeiner in schweren Fällen meistens leider mit einer Operation geholfen werden. Im Vorfeld kannst Du allerdings einige Dinge tun.

Dazu gehört z.B. die regelmäßige Inspektion des Mauls, Experten empfehlen, dies mindestens einmal wöchentlich zu tun. Insbesondere bei Fehlstellungen der Zähne ist auch ein regelmäßiges Putzen eine gute, hilfreiche Maßnahme.

Infos & Tipps

Mehr kannst Du im Beitrag “Zahnpflege beim Hund” erfahren.

6. Stressfaktoren minimieren

Sollte der Hund aufgrund von Stress nicht zunehmen wollen, helfen vor allem beruhigende Maßnahmen.

Viele Hundehalter setzen dann z.B. auf die Schaffung eines ruhigen, etwas abgelegenen Ortes, an dem der Fressnapf steht. Solltest Du mehrere Haustiere haben, kann es auch sehr helfen, den Hund während der Mahlzeit von anderen Vierbeinern zu trennen.

In einigen Fällen haben sich auch Beruhigungsmittel für Hunde bewährt. Sie helfen vor allem bei chronischem Stress, erfreulicherweise gibt es dabei auch viele pflanzliche Substanzen, die besonders schonend wirken.

7. Tierarztbesuch

In einigen Fällen kann allerdings nur der Tierarzt helfen: Insbesondere bei hormonellen Krankheitsbildern, chronischen Verdauungsproblemen und Stoffwechselerkrankungen ist dies der Fall. Ein Besuch ist auch Pflicht, wenn der Vierbeiner trotz aller Lösungsversuche nicht zunehmen will oder wenn Du dir über die genaue Ursache im Unklaren bist.

Nach einer Untersuchung, zu der auch Laboranalysen herangezogen werden können, wird der Tierarzt in vielen Fällen Medikamente verschreiben. Manchmal kann aber auch eine Operation oder – wenn Tumore die Grundursache sind – auch eine Bestrahlungstherapie angebracht sein. Gelegentlich kann es auch vorkommen, dass der Experte deinem Liebling ein medizinisches Spezialfutter verschreibt.

FAQs

Was kann ich tun, damit mein Hund zunimmt?

Wenn dein Hund an Gewicht zulegen muss, hilft vor allem ein spezielles Aufbaufutter für Vierbeiner. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Fettpulver oder Öle und kalorienreiche Leckerlis können weiterhelfen. Beachte aber, dass der Stoffwechsel auch durch Parasiten oder Erkrankungen gestört werden kann – in diesem Fall helfen eigentlich nur Medikamente und/oder der schnelle Gang zum Tierarzt.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.