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Entwurmen beim Hund: Welche Nebenwirkungen gibt es?

Würmer bei Hunden sind nicht nur lästige Plagegeister, sondern auch gesundheitsschädlich: Wenn sich die Parasiten im Körper der Vierbeiner einnisten, droht nicht nur Mangelversorgung, sondern auch irreparable Organschäden.

Fast alle Tierärzte raten deshalb dazu, den Vierbeiner regelmäßig entwurmen zu lassen. Das stößt allerdings nicht bei allen Hundehaltern auf Begeisterung: Sie vermuten, dass die Gabe von Medikamenten ihren Lieblingen auch schaden könnte.

Ist dem wirklich so? Welche Nebenwirkungen können Wurmkuren für Hunde haben? Und gibt es effektive und sichere Alternativen? Im folgenden Artikel findest Du die Antworten.

Wie schädlich sind Wurmkuren für Hunde?

Unter manchen Hundehaltern werden Entwurmungen sehr kontrovers diskutiert: Einige kommen zu dem Schluss, dass derartige Kuren sinnlos, unnatürlich und sogar schädlich seien. Würmer, so die Schlussfolgerung einiger, seien ein ganz normaler Bestandteil eines Hundelebens – wilde Tiere würden schließlich auch nicht entwurmt werden.

Diese Sichtweise ist aber leider nicht richtig: Würmer können bei Hunden und auch wilden Tieren unglaublichen Schaden anrichten. Wenn sich die Parasiten einnisten und den Vierbeiner über längere Zeit hinweg befallen, sind schwere Organschäden die logische Folge.

So sind Würmer auch einer der Hauptgründe dafür, dass wild lebende Tiere eine deutlich geringere Lebenserwartung haben. Um zu garantieren, dass dich dein Liebling lange Zeit gesund begleiten kann, ist es daher eigentlich Pflicht, sofort entgegenzusteuern, wenn der Hund von Würmern befallen ist.

Tierärzte raten zu medizinischen Wurmmitteln

Der Rat von Tierärzten ist dabei ziemlich eindeutig: Sie empfehlen, den Hund regelmäßig entwurmen zu lassen. Dabei legen Experten sehr viel Wert darauf, dass medizinische Wurmmittel verwendet werden. Sie sind als Tierarzneimittel zugelassen und wurden in klinischen Tests erprobt.

Viele Hundehalter zucken zunächst zusammen, wenn es um Medikamente für ihre Vierbeiner geht. Oft wird dann der Begriff “Chemiekeule” in den Raum geworfen. Und gewissermaßen ist es auch verständlich, dass man seinem Liebling nicht mehr Arzneimittel geben möchte als notwendig.

Schädlich für Schmarotzer, schonend für Hunde

Allerdings sind die meisten modernen Entwurmungsmittel erstaunlich schonend für Hunde. Die Wirkstoffe sind meistens darauf ausgelegt, dass sie ausschließlich die Struktur der Schmarotzer zerstören:

  • Febantel stört so die Tubulin-Entwicklung und zerstört auf diese Weise die Proteinstruktur der Würmer, Eier und Larven.
  • Praziquantel zerlöchert die Zellen der Schädlinge und lähmt die Würmer, so dass sie sich nicht mehr z.B. an den Darmwänden festkrallen können.
  • Pyrantel hat ebenso lähmende Eigenschaften auf die Parasiten.
  • Milbemycin zerstört die Zellmembran von Würmern.

Die klinischen Erprobungen dieser Mittel sind auf die regelmäßige Langzeit-Einnahme ausgelegt. Die Dosis einer Wurmkur ist so beschaffen, dass für Hunde im Regelfall keine Schäden zu erwarten sind.

Nebenwirkungen generell selten & leicht

Dennoch kann es hin und wieder zu Nebenwirkungen kommen. Diese kannst Du auch im Beipackzettel des jeweiligen Präparates finden. Die meisten unerwünschten Effekte sind eher leichter Natur und auf keinen Fall lebensbedrohlich, oft treten sie auch nur kurzzeitig auf und klingen später wieder ab.

Moderne handelsübliche Medikamente führen dann in seltenen Fällen vor allem zu

  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Unwohlsein beim Hund & apathisches Verhalten
  • Juckreiz und gelegentlich auch zu
  • Fellirritationen bzw. Haarausfall.

Ausnahmen bei bestimmten Wirkstoffen & Rassen

Es gibt aber ein paar Sonderfälle, in denen bestimmte Entwurmungsmittel sehr kritisch sein können. So gibt es einige Hunde, die einen sogenannten MDR1 Defekt aufweisen. MDR1 ist ein Transporter, der hilft, Fremdkörper wie Arzneimittel zu regulieren. Er verhindert dann, dass zu viel Wirkstoff ins Gehirn gerät, stattdessen wird der Überschuss ins Blut zurückgeleitet.

Bei einem MDR1 Defekt ist dieses Transportmittel nicht in ausreichender Menge vorhanden. Ein teilweiser (MDR1+/-) oder totaler (MDR1-/-) Defekt lässt sich anhand einer spezialisierten Blutanalyse nachweisen.

Betroffen sind vor allem die folgenden Rassen

  • Collie
  • Border Collie
  • Longhaired Whippet
  • Australian Shepherd
  • Shetland Sheepdog
  • Silken Windhound
  • McNab
  • Deutscher & Weißer Schäferhund
  • Wäller
  • Old English Sheepdog & English Shepherd sowie
  • Manche Hütehund-Mischlinge.

Quelle: Kleintierarztpraxis Dirksen, Nordhorn

Manche Entwurmungsmittel sind dann hochgiftig für diese Vierbeiner und haben sogar tödliches Potential. Bekannte Wirkstoffe, die dann gemieden werden müssen, umfassen u.a.:

  • Ivermectin
  • Doramectin
  • Milbemycinoxim
  • Oxidectin und
  • Selamectin.

Eine Vergiftung erkennst Du u.a. an Schwindel, nachlassender Sehkraft/Pupillenerweiterung und Krämpfen beim Hund. Ein MDR1 Defekt tritt aber nicht nur bei manchen Entwurmungsmitteln, sondern auch bei vielen anderen Medikamenten in Erscheinung. Sollte dein Hund betroffen sein, solltest Du deshalb auf keinen Fall selbstständig Arzneimittel verabreichen, sondern immer den Tierarzt um Grünes Licht bitten.

Wie wirkt sich eine Wurmkur beim Hund aus?

In den meisten Fällen sind die Nebenwirkungen von Wurmkuren aber sehr überschaubar. Experten sind deshalb fast einstimmig der Ansicht, dass derartige Mittel deutlich mehr Nutzen als Risiken mit sich bringen.

Substanz der Parasiten wird zerstört

Das liegt daran, dass die verwendeten Stoffe für den Hund überhaupt nicht toxisch sind. Im Grunde genommen werden auch die Würmer nicht vergiftet: Stattdessen werden sie gelähmt oder ihre Substanz – z.B. in Form der Zellstruktur – wird zerstört.

Da wirbellose Parasiten ganz anders aufgebaut sind als Säugetiere, bedeutet eine tödliche Wirkung auf Würmer nicht gleichzeitig, dass auch Hunde darunter leiden müssten.

Würmer werden innerhalb von 24-72 Stunden ausgeschieden

Die getöteten oder unschädlich gemachten Würmer können sich dann nicht mehr im Darm oder in anderen Organen halten: Dementsprechend werden sie zusammen mit anderen Verdauungs-Nebenprodukten ausgeschieden.

Das geschieht üblicherweise innerhalb von 24 bis 72 Stunden nach der Wurmkur. Bei stark infizierten Vierbeinern wirst Du die Würmer dann auch im Kot antreffen. Aufgrund der immer noch bestehenden Ansteckungsgefahr – manche Parasiten können auch Menschen infizieren – solltest Du in dieser Zwischenzeit besondere Vorsicht beim Umgang mit dem Hund sowie der Säuberung von “Hinterlassenschaften” walten lassen.

Wirkt nur auf Schmarotzer, die im Körper sind

Allerdings musst Du beachten, dass medizinische Wurmmittel nur gegen Parasiten wirken, die zum Zeitpunkt der Einnahme im Körper sind. Das bedeutet, dass der Hund anschließend zwar mehr oder weniger wurmfrei ist – die Gabe kann aber nicht verhindern, dass direkt im Anschluss neue Schmarotzer den Weg in den Körper finden.

Du solltest dich also nicht in falscher Sicherheit wiegen: Der Kampf gegen Parasiten bei Hunden ist ein ständiges Unterfangen. Leider bauen Antiparasitika keine dauerhafte Immunität gegen Würmer auf.

Nicht überdosieren

Bei falscher Gabe kann sogar das Gegenteil auftreten: Wenn Du eine zu große Dosis verabreichst, sind Wurmmittel auf einmal gar nicht mehr so schonend und haben deutlich mehr Nebenwirkungen zur Folge. Zu häufige Wurmkuren können zudem auch zu Resistenzen bei der Schädlings-Population führen – der Wirkstoff wirkt dann kaum noch.

Kein Rundum-Schutz, regelmäßige Anwendung wird empfohlen

Außerdem solltest Du bedenken, dass es leider keine Garantie dafür gibt, dass wirklich alle Würmer unschädlich gemacht werden:

  • Viele Wirkstoffe helfen nur gegen eine bestimmte Art, z.B. gegen Band-, nicht aber gegen Spulwürmer.
  • Weiterhin besteht immer das Risiko, dass einige Schmarotzer im Körper verbleiben, insbesondere Eier und Larven können sehr hartnäckig sein.

Besonders letztere Einschränkung führt dazu, dass viele Tierärzte empfehlen, regelmäßige Wurmkuren durchzuführen. Dann können sich zwar Parasiten im Körper aufhalten, sie können aber kaum Schaden anrichten: Sobald sie adulte Größe erreicht oder sich übermäßig vermehrt haben, werden sie durch eine weitere Einnahme unschädlich gemacht.

Ist eine Wurmkur beim Hund notwendig?

Trotzdem sind viele Hundehalter skeptisch, wenn es darum geht, Wurmkuren zu verabreichen. Insbesondere der Gedanke an eine prophylaktische Gabe stößt oft auf Widerstand.

Sind Entwurmungsmittel also wirklich notwendig? Gibt es nicht auch schonende Lösungen, die deutlich weniger Nebenwirkungen haben?

Wird von Tierärzten & Experten empfohlen

Wenn Du mit Experten wie Tierärzten sprichst, wirst Du diesbezüglich fast immer dieselbe Antwort bekommen: Generell sollte demnach jeder Hund regelmäßig entwurmt werden.

Die Abstände, die empfohlen werden, hängen dann stark von den Lebensumständen des jeweiligen Vierbeiners ab: Manche Hunde müssen so – sofern kein akuter Befall auftritt – lediglich zweimal jährlich prophylaktisch behandelt werden.

Risikogruppen & empfohlene Häufigkeit von Wurmkuren

  • Risikogruppe A (Hund hat keinen freien Auslauf & keinen Kontakt zu fremden Artgenossen): 1-2 Behandlungen gegen Band- & Spulwürmer jährlich.
  • Risikogruppe B (Hund hat freien, beaufsichtigten Auslauf & spärlichen Kontakt zu fremden Artgenossen): 4 Kuren gegen Band- & Spulwürmer jährlich.
  • Risikogruppe C (Hund hat freien, beaufsichtigten Auslauf & spärlichen Kontakt zu Artgenossen & jagt Beutetiere/frisst Aas): 12 Kuren gegen Bandwürmer & 4 gegen Band-/Spulwürmer pro Jahr.
  • Risikogruppe D (Hund hat unbeaufsichtigten freien Auslauf, Kontakt zu Kot von Artgenossen und/oder jagt bzw. frisst Aas oder rohes Fleisch): 12 Wurmkuren gegen Band-/ & Spulwürmer jährlich.

Quelle: ESCCAP

Mehr zum Thema

Mehr zur Frage, wann und wie oft man einen Hund entwurmen sollte, findest Du auch in diesem Artikel.

Bei akutem Befall keine andere Wahl

Wenn dein Hund akut von Würmern befallen ist, bleibt eigentlich keine andere Wahl als die Gabe eines Antiparasitikums. Auch bei Flohbefall wird eine sachgerechte Entwurmung empfohlen, da diese Parasiten Bandwürmern als Zwischenwirt dienen.

Eigentlich obligatorisch sind geeignete Entwurmungsmittel zudem, wenn der Vierbeiner aus einem Urlaub in wärmeren Regionen zurückkehrt. Dort grassieren nämlich sehr tückische Varianten wie Herz- und Lungenwürmer, die oft unbemerkt wirken und schnell lebensgefährliche Organschäden verursachen.

Besonders bei Welpen absolute Pflicht

Absolute Pflicht sind Wurmkuren bei Welpen: Sie sind leider sehr anfällig für Parasiten, die in ihrem kleinen Körper schnell Organschäden verursachen oder sogar tödlich wirken können. Da dann auch Muttertiere betroffen sind – oft werden die Würmer schon mit der Plazenta weitergegeben – solltest Du die gesamte Hundefamilie regelmäßig mit einem geeigneten Mittel entwurmen.

Pflanzliche Alternativen weniger effektiv

Pflanzliche Mittel sind zwar oft schonender und frei von Nebenwirkungen, laut Experten aber deutlich weniger effektiv. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass manche z.B. in Ölen enthaltene Säuren wie Laurinsäure ähnliche Eigenschaften wie Antiparasitika haben, die Wirkung ist aber wahrscheinlich deutlich schwächer.

Das bedeutet: Unter Umständen kann ein pflanzliches Mittel dazu beitragen, eine Wurmpopulation im Griff zu halten, völlig eliminieren wird es die Parasiten aber wahrscheinlich nicht.

Deutlich schwächer schneiden homöopathische Präparate gegen Würmer ab: Aufgrund der hohen Verdünnung der enthaltenen Pflanzen und Öle ist ein Wirkungseffekt wissenschaftlich nicht nachweisbar, klinische Studien zum Thema sind nicht bekannt. Der bei homöopathischen Mitteln häufig positiv erwähnte Placebo-Effekt greift hier auch nicht, da dieser nur für die Hunde, nicht aber für die Würmer von Belang ist.

Hausmittel oft nutzlos bis gefährlich

Noch schwächer schneiden viele Substanzen ab, die von einigen naturbewussten Hundehaltern als hilfreiche Hausmittel gehandelt werden. So gibt es z.B. keinen Nachweis dafür, dass Kräuter in ausreichender Stärke gegen Würmer wirken würden.

Richtig gefährlich kann es werden, wenn aus vermeintlich ehrenvollen Absichten Dinge wie Teebaumöl oder sogar Knoblauch und Zwiebeln gegeben werden: Der Hundekörper kann diese Mittel nicht verarbeiten – statt entwurmt zu werden droht eine Vergiftung, die oft leider tödlich abläuft!

Bei Bedenken: Kotanalyse & gelegentliche Entwurmung

Wenn Du auf regelmäßige schematische Entwurmung verzichten möchtest, gibt es aber eine interessante und auch wissenschaftlich anerkannte Lösung: Diese lautet Kotanalyse.

Hierfür nimmst Du über mehrere Tage hinweg Kotproben des Hundes, staust sie sicher und hygienisch und gibst sie dann über den Tierarzt in ein Labor. Mittels Mikroskop-Untersuchungen kann dann festgestellt werden, ob der Hund unter Wurmbefall leidet. Sollte die Antwort “ja” lauten, ist es auch möglich, die genauen Parasiten zu bestimmen.

Eine Wurmkur wird dann nur durchgeführt, wenn das Testergebnis positiv ist, ansonsten wird das Tier von den Medikamenten ferngehalten. Dabei sollten derartige Analysen so oft durchgeführt werden wie normalerweise Entwurmungen: Bei einem Vierbeiner der ESCCAP “Risikogruppe D” würde dies z.B. 12 Kotuntersuchungen jährlich bedeuten.

Diese Vorgehensweise ist ein wenig teurer als die Gabe von Wurmmitteln, garantiert aber, dass der Hund nicht unnötig unter Nebenwirkungen eines Präparats leidet. Für sichere Ergebnisse muss die Analyse aber von Experten durchgeführt werden, eine bloße Kotbeschauung durch dich als Laien ist unzureichend.

FAQs

Wann wird ein Hund entwurmt?

Generell muss ein Hund auf jeden Fall eine Wurmkur verabreicht bekommen, wenn er akut von Parasiten befallen ist. Auch Welpen und Muttertiere sollten nach Ansicht von Experten auf jeden Fall regelmäßig entwurmt werden. Ansonsten hängt der Entwurmungs-Zyklus stark vom Risikoprofil des Vierbeiners ab, statt prophylaktischer Gabe von Medikamenten kann auch eine regelmäßige Kotanalyse im Labor eine schonende Alternative darstellen.

Wann Wurmkur nach Flohbehandlung?

Flöhe sind nicht nur lästige Plagegeister, sondern auch bekannte Zwischenwirte von Bandwürmern. Ideal ist es daher, wenn der Hund parallel zu einer Flohbehandlung oder -prophylaxe auch entwurmt wird.

Wie lange werden Würmer ausgeschieden nach einer Wurmkur?

Generell werden unschädlich gemachte Würmer 24 bis 72 Stunden nach einer Wurmkur ausgeschieden. In dieser Zeit solltest Du besonders vorsichtig sein, wenn es um den Umgang mit deinem Vierbeiner und auch dessen Kot geht, denn die Parasiten können dann immer noch ansteckend sein und manchmal auch auf Menschen übergehen.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.