Magengeräusche beim Hund: Die 11 häufigsten Gründe & 6 Lösungen 2022

Wie bei uns Menschen grummelt auch der Magen eines Hundes hin und wieder mal. Das ist nicht immer besorgniserregend, in manchen Fällen sprechen Magengeräusche aber auch für wiederkehrende oder dauerhafte gesundheitliche Probleme.

Woran liegt es aber, wenn es im Bauch unserer Vierbeiner etwas lauter zugeht? Meistens liegt es an den folgenden 11 Ursachen. Weiterhin findest Du eine Liste von Dingen, die Du tun kannst, um das Problem zu lösen.

11 häufige Ursachen für Magengeräusche beim Hund

1. Die Verdauung des Vierbeiners arbeitet

Wenn der Magen bei deinem Vierbeiner hin und wieder Laute von sich gibt, würde ich mir keine großen Sorgen machen. Wo gehobelt wird, fallen schließlich Späne – ganz lautlos geht die Verdauung nicht immer vonstatten.

So können Geräusche auch anfallen, obwohl die letzte Mahlzeit schon etwas her ist. Hunde brauchen gewöhnlich zwischen 24 und 36 Stunden, bis gefressenes Futter wieder ausgeschieden ist. Im Magen verbleibt die Nahrung bis zu 8 Stunden.

Sofern der Hund dann keine Symptome zeigt, die auf Schmerzen hindeuten, kannst Du im Regelfall ganz ruhig bleiben.

2. Entzündungen im Magen-Darm-Bereich

Sollten die Magengeräusche aber Überhand nehmen und der Hund zudem noch sichtbar leiden, steckt wahrscheinlich etwas mehr dahinter. Häufig ist es dann eine Gastritis, die dem Vierbeiner zu schaffen macht.

Das ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, aufgrund der Störung lassen sich vermehrt Geräusche hören. Sie kann für den Hund sehr schmerzhaft sein, sofern er sich nicht auskuriert, drohen auch gefährliche Magengeschwüre.

Häufige Ursachen für Gastritis beim Hund

  • Stress
  • Bakterien, Viren & andere Krankheitserreger
  • Organische Erkrankungen
  • Allergische Reaktionen
  • Fremdkörper
  • Nebenwirkungen von Medikamenten.

Quelle: SantéVet Tierkrankenversicherung .

Magengeräusche sind nicht das einzige Symptom einer Gastritis: Viele betroffene Hunde werden durstig und fressen viel Gras, gleichzeitig nehmen sie eine Schonhaltung ein, sind lustlos, haben kaum Appetit und sind weniger belastbar. Erbrechen mit gelber bis grünlicher Einfärbung ist ebenfalls möglich.

3. Magenübersäuerung

Auch eine Magenübersäuerung kann Geräusche im Abdomen verursachen. Der Körper produziert dann mehr Magensäure als benötigt, kurz nach der akustischen Warnung wird der Hund dann wahrscheinlich aufstoßen.

Eine Hyperazidität, wie eine Übersäuerung von Fachleuten genannt wird, kann viele Gründe haben: Häufig stecken zu viele oder zu regelmäßige Fütterungen dahinter. Aber auch allergische Reaktionen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Stress können diese Reaktion triggern.

Mehr zum Thema

Wenn Du mehr wissen willst, empfehle ich dir auch unseren Artikel zum Thema “Magenübersäuerung beim Hund”.

Betroffene Hunde versuchen oft, sich durch das Fressen von Gras und anderen unverdaulichen Dingen selbst zu heilen. Auch Schluckbeschwerden, Erbrechen, ein säuerlicher Mundgeruch und Appetitlosigkeit sind häufige Symptome.

4. Magenverstimmung

Ebenfalls sehr unangenehm und laut kann eine Magenverstimmung beim Hund sein. Diese tritt vergleichsweise häufig auf, denn im Vergleich zu uns Menschen ist der Verdauungstrakt der Vierbeiner deutlich sensibler.

Eine Magenverstimmung wird häufig durch das Fressen von verdorbenen Nahrungsquellen, z.B. Liegengelassenes oder Müll, verursacht. Auch eine Mischung von Nass- und Trockenfutter kann den Magen rebellieren lassen, da beide Arten unterschiedlich lange für die Verdauung brauchen.

Ist dein Hund betroffen, wirst Du es nicht nur hören, sondern dem Tier auch ansehen. Dem Vierbeiner ist dann speiübel, sehr häufig kommen auch Brechreiz und/oder Durchfall hinzu.

5. Futtermittelunverträglichkeit

Ein sehr lauter Magen kann aber auch vom Hundefutter verursacht werden. Es gibt nämlich nicht wenige Tiere, die unter einer Futtermittelunverträglichkeit leiden.

Dabei handelt es sich um eine allergische Reaktion, die im Laufe des Lebens erworben wurde. Bestimmte Bestandteile des Futters, meistens tierische oder pflanzliche Proteine wie Gluten, werden dann vom Körper fälschlicherweise als schädlich wahrgenommen.

Im Magen herrscht dann Ausnahmezustand, da der Körper die vermeintlichen Schadstoffe schnell wieder ausscheiden möchte. Die Geräuschkulisse ist dann sehr hoch, häufig tritt zudem Brechreiz oder Durchfall auf.

6. Zu schwere Nahrung

Es ist aber auch möglich, dass das Futter eigentlich gut vertragen wird, aber dem Hund einfach zu schwer im Magen liegt. Oft handelt es sich dann um Sorten mit minderwertigen Fleischquellen oder zu viel Fett.

Dann muss der Magen mehr Kraft aufwenden, um die Nahrung zu zersetzen und in den Darm weiterzuleiten. Dementsprechend laut geht es dann auch im Abdomen zu. Am Ende kann es passieren, dass das Futter nicht richtig verdaut wird, was Du dann am Kot sehen kannst.

Sehr verwandt hiermit ist ein “Überfressen”. In diesem Fall hat ein Hund eigentlich gutes Futter vor sich, frisst aber einfach zu viel davon. Auch das kann den Magen an die Belastungsgrenze bringen.

7. Parasitenbefall

Neben zu viel oder falschem Futter gibt es allerdings noch andere Faktoren, die zu einer erhöhten Magenaktivität beitragen können. Ein Beispiel hierfür sind Parasiten.

Praktisch jeder Hund wird mindestens einmal im Leben von Schmarotzern heimgesucht. Sehr oft handelt es sich dabei um sogenannte Endoparasiten, die im Verdauungstrakt der Vierbeiner leben – am weitesten verbreitet sind Würmer und Giardien.

Das stört wiederum nicht nur die Darm-, sondern auch die Magenaktivität des Hundes. Bei starkem Befall kannst Du deshalb oft Grummeln hören.

8. Organische Erkrankungen

Weiterhin gibt es einige Organe, die starken Einfluss auf die Verdauung nehmen. Dazu gehören besonders Leber und Nieren. Funktionieren diese nicht richtig, hat das unmittelbaren Einfluss auf die Magenaktivität.

Dies liegt insbesondere daran, dass Schadstoffe, die während des Verdauungsprozesses entstehen, nicht mehr korrekt verarbeitet werden können. Der Magen hat dann mehr Arbeit und ist dementsprechend lauter.

Die möglichen Krankheitsbilder sind vielfältig: Manchmal handelt es sich um Entzündungen, z.B. durch Bakterien, Viren oder Nebenwirkungen von Medikamenten verursacht. Aber auch schleichendes Organversagen ist möglich.

9. Vergiftungserscheinungen

Stichwort Schadstoffe: Es gibt auch Gifte, die selbst von gesunden Körpern nicht abgebaut werden können. Dabei handelt es sich oft um Lebensmittel, die nicht hundegerecht sind, also z.B. Schokolade, Weintrauben, Knoblauch oder Zwiebeln. Noch heimtückischer sind Giftköder oder toxische Pflanzen.

Immer ein Notfall

Dabei handelt es sich immer um einen potentiell lebensgefährlichen Notfall! Du musst also genau wissen, was Du zu tun hast: Für weitere Infos empfehle ich dir unseren ausführlichen Artikel zum Thema “Vergiftungen beim Hund”.

Hat der Hund ein Gift gefressen, wird der Körper sofort versuchen, die Stoffe wieder auszustoßen. Eine erste Reaktion ist dann ein deutlich hörbares Grummeln in der Magengegend in Verbindung mit starken Schmerzen. Später tritt häufig blutiges Erbrechen und Durchfall auf. Dem Hund muss dann schnell geholfen werden.

10. Fremdkörper

Weiterhin gibt es auch Fremdkörper, die es bis in die Magengegend des Hundes schaffen. Das sind dann unverdauliche Substanzen wie kleine Plastik- oder Metallteile, Münzen, Textilien oder auch Steine.

Die Magensäure ist für solche Stoffe nicht stark genug: Obwohl der Verdauungstrakt auf Hochtouren arbeitet, werden die Fremdkörper also nicht zersetzt – da kann es noch so laut im Bauch vorgehen.

Manche Fremdkörper geraten dennoch in den Darm und werden anschließend ausgeschieden. Wenn dein Hund Pech hat, können sie aber auch stecken bleiben, dann droht u.a. ein lebensgefährlicher Darmverschluss.

11. Tumore

Und schließlich können auch Tumore verantwortlich dafür sein, dass der Magen deutlich lauter ist als sonst. Häufig handelt es sich dann um Magenkrebs – leider ist die Prognose für den Vierbeiner dann nicht sehr günstig.

Auch Leber-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsentumore können die Verdauung negativ beeinflussen. Vergleichsweise selten, dafür aber oft sehr bösartig, ist zudem Damkrebs bei Hunden.

Magengeräusche beim Hund: Diese 6 Tipps können helfen

Wenn der Magen grummelt, sind die Ursachen also sehr unterschiedlich: Oft liegt es an eher harmlosen Gründen, in manchen Fällen stecken aber auch handfeste und unter Umständen lebensgefährliche gesundheitliche Probleme dahinter.

Du solltest dich also nicht nur auf die Verdauungsaktivität des Vierbeiners konzentrieren, sondern auch auf eventuelle weitere Symptome achten. So kannst Du die möglichen Ursachen schon etwas einschränken.

Besonders hilfreich haben sich dann sechs Lösungen erwiesen, die ich dir im Folgenden kurz vorstellen möchte.

1. Hilfe durch den Tierarzt

Generell gilt, dass Du immer zum Tierarzt solltest, wenn der Hund nicht nur einen lauten Magen hat, sondern auch sichtbar leidet. In einigen Fällen ist ein sofortiger Besuch notwendig: Dann besteht potentiell Lebensgefahr, Du darfst dann nicht auf die Sprechzeiten der Praxis Rücksicht nehmen, sondern musst eventuell auch zu Notdienst.

Gründe, sofort (auch nachts) zum Tierarzt zu gehen

  • Vergiftungserscheinungen
  • Darmverschluss
  • Innere Blutungen
  • Hohes Fieber
  • Ständiger Durchfall/Erbrechen (insbesondere bei Welpen).

Ein Gang zum Tierarzt ist nicht nur sinnvoll, um eventuell ernsthafte Erkrankungen schnell therapieren zu lassen: Ein Experte kann dir auch Entwarnung geben, wenn die Ursachen für den lauten Bauch eher harmlos sind.

2. Wechsel des Futters

Sollte dein Hund unter einer Unverträglichkeit leiden oder mit der ihm gegebenen Nahrung überfordert sein, hilft vor allem ein Futterwechsel.

3. Fütterungszeiten & -menge anpassen

Ebenfalls kann es helfen, die Fütterungen etwas anzupassen: Wenn der Verdauungstrakt deines Vierbeiners z.B. hörbar überfordert ist, ist es vielleicht besser, statt zwei großen Portionen drei kleinere zu geben.

Im Falle einer Magenübersäurerung hilft es zudem, auf Leckerlis zu verzichten, da der Hund ansonsten die Verdauung zu oft in Gang setzt. Auch eine leichte Variation der Fütterungszeiten kann sinnvoll sein, das Tier wird dann nicht zu stark auf eine bestimmte Uhrzeit konditioniert.

Anti Schling Napf für Unersättliche

Sollte dein Vierbeiner kaum Sättigungsgefühl haben, kann auch ein Anti Schling Napf helfen, ihn langsamer fressen zu lassen.

4. Im Haus & unterwegs aufpassen

Gegen Magenverstimmungen, Vergiftungen und Fremdkörper hingegen ist die beste Lösung wahrscheinlich Achtsamkeit: Wenn dein Hund sehr neugierig ist und fast alles ins Maul nimmt, solltest Du ihn dementsprechend gut beobachten und im Ernstfall sofort einschreiten.

Das bedeutet auch, dass Du im Haus Ordnung halten musst: Der Hund darf so keinen Zugang zu Essensresten oder sogar zum Mülleimer haben. Unterwegs empfehlen sich dann insbesondere Spaziergänge an der Leine.

5. Regelmäßige Entwurmung

Und schließlich solltest Du auch etwas gegen Parasitenbefall tun. Die meisten Experten empfehlen, Hunde regelmäßig entwurmen zu lassen. So wird der Verdauungstrakt zumindest vor übermäßigen Schmarotzer-Populationen bewahrt und der Magen muss nicht unnötig Mehrarbeit leisten.

Weitere Infos

Mehr zum Thema findest Du auch in unserem “Hunde Wurmmittel” Test und Vergleich.

Moderne Wurmmittel sind weitestgehend frei von Nebenwirkungen für den Vierbeiner. Willst Du ihm dies aber nicht zumuten, gibt es auch Alternativen. So ist es möglich, den Kot des Hundes regelmäßig im Labor beschauen zu lassen. Sollte ein Befall festgestellt werden, solltest Du ihn aber trotzdem mit Antiparasitika behandeln lassen.

6. Hausmittel gegen Bauchgrummeln

Bei starker Magenaktivität haben sich zudem auch einige Hausmittel bewährt. Dazu gehören beispielsweise

  • Kräutertee (nicht heiß servieren)
  • gedünstete Karotten, auch als Suppe
  • Heilerde
  • Ulmenrinde oder
  • Flohsamenschalen.

FAQs

Was bedeuten Magengeräusche beim Hund?

Wenn der Magen grummelt, bedeutet dies vor allem, dass der Verdauungstrakt des Hundes am Arbeiten ist. Das ist an sich kein Grund zur Sorge, wenn die Laute Überhand nehmen und/oder der Hund sichtbar leidet, ist es aber ratsam, etwas zu tun.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.