Hund würgt weißen Schleim: 10 häufige Gründe & 6 Lösungen 2022

Wenn ein Hund auf einmal beginnt, Würgelaute von sich zu geben, ist das für viele Tierfreunde ein ziemlicher Schreckmoment. Noch mehr Angst bekommen sie oft, wenn er anschließend auch noch weißen Schleim ausscheidet.

Erfreulicherweise sind die meisten Ursachen, die hierzu führen, nicht akut lebensbedrohlich. Es gibt aber auch Fälle, in denen weißer Auswurf ein Zeichen für ein ernsthaftes Problem darstellt.

Damit Du weißt, womit Du es wahrscheinlich zu tun hast, findest Du im folgenden Artikel die 10 häufigsten Gründe für das Hochwürgen von weißem Schleim. Weiterhin habe ich dir 6 Lösungen zusammengestellt, die für Besserung beim Vierbeiner sorgen können.

Die 10 häufigsten Gründe für Würgen mit weißem Schleim

1. Magen-Darm-Probleme

Wenn dein Hund Würgegeräusche macht und weißen Schleim erbricht, steckt oft eine Magenverstimmung dahinter. Die Vierbeiner sind für Magen-Darm-Probleme deutlich anfälliger, da ihr Verdauungssystem deutlich sensibler ist als das von uns Menschen.

Das bedeutet, dass schon kleine Mengen von verdorbener Nahrung ausreichen, den Verdauungstrakt rebellieren zu lassen. Tritt weißer Schleim auf, bedeutet dies meistens, dass der Magen eher leer ist, oft hat der Hund dann z.B. etwas Müll beim Spaziergang aufgelesen.

Magen-Darm-Probleme machen sich häufig noch mit anderen Symptomen bemerkbar: Im Bauch grummelt es dann, der Vierbeiner ist sehr ruhig oder nimmt sogar eine Schonhaltung ein. Auch zusätzlicher Durchfall ist dann typisch.

2. Atemwegsinfektionen

Eine weitere häufige Ursache für das Würgen von weißem Schleim sind Infektionen der Atemwege. Diese sind meistens viral bedingt, der Auswurf wird in der Lunge produziert.

Der Schleim hat dabei einen sehr produktiven Effekt: Er ist nämlich dazu da, Viren und andere Keime aus der Lunge zu befördern. Derartiges Hochwürgen ist also durchaus sinnvoll.

Weitere Symptome bei Atemwegserkrankungen

  • Röcheln
  • Niesen
  • Husten
  • Fieber
  • Feuchte Augen
  • Appetitlosigkeit
  • Deutlich ruhigeres Verhalten.

Häufig handelt es sich dabei um eine Bronchitis, die neben Auswurf auch Atemnot provoziert. Bei einem 1982 durchgeführten Experiment, in dem bei sechs Hunden absichtlich Bronchitis verursacht wurde, konnte so z.B. eine starke Schleimbildung nachgewiesen werden.

Es sind aber auch andere Krankheitsbilder möglich, vom hochansteckenden “Zwingerhusten” über eine gewöhnliche Erkältung bis hin zur Lungenentzündung. Bei chronischen oder verschleppten Erkrankungen ist der Schleim generell fester als bei “frischen” Infektionen.

3. Vergiftungen

Aber Vorsicht: Auch Vergiftungen können dazu führen, dass der Hund versucht, die toxischen Stoffe herauszuwürgen. Häufig handelt es sich dabei um Lebensmittel, die für die Tiere ungeeignet sind, also z.B. Schokolade, Trauben, Knoblauch oder Zwiebeln. Aber auch Giftköder stellen eine lebensgefährliche Gefahr dar.

Der Auswurf, der dann vom Hund produziert wird, kann dann unterschiedliche Farben haben: Weißer Schleim ist vor allem bei leerem Magen verbreitet, er kann auch schaumartig daherkommen. Roter oder brauner Schleim hingegen lässt innere Blutungen vermuten.

Weitere Infos

Nicht jede Vergiftung ist tödlich, trotzdem stellt sie immer einen lebensgefährlichen Notfall dar. Deshalb musst Du genau wissen, was dann zu tun ist. Ich rate dir deshalb auch dazu, dir unseren Artikel zum Thema “Vergiftungen beim Hund” genau anzuschauen.

4. Magenübersäuerung & Sodbrennen

Bei einer Magenübersäuerung oder Hyperazidität produziert der Magen des Vierbeiners zu viel Säure. Sie kommt bei Hunden ziemlich oft vor, z.B.

  • Aus falscher Futter-Erwartung, die die Säurebildung unnötig ankurbelt
  • Wegen Futtermittelunverträglichkeiten
  • Nahrung, die zu schwer im Magen liegt oder
  • Als Nebenwirkung von Medikamenten.
Tierarzt Dr. Gregor Berg gibt Tipps zur Soforthilfe bei Magenübersäuerung. Quelle: Dr. Berg Tiernahrung / https://www.youtube.com/watch?v=idtbiAB0Yqw

In der Folge wird die überschüssige Magensäure in die Speiseröhre geleitet, so dass der Hund aufstößt – es handelt sich also um Sodbrennen. Dem Vierbeiner wird übel, er kriegt Schluckbeschwerden und würgt instinktiv. Der mit Magensäure versetzte Schleim hat dann oft eine weiße Farbe.

Mehr zum Thema

Wenn Du mehr wissen willst, empfehle ich dir auch unseren Artikel “Magenübersäuerung beim Hund”.

5. Parasiten

Nicht nur Infektionen und nicht vertragene Nahrung verursachen Magen-Darm-Probleme: Auch Parasiten sind häufig dafür verantwortlich.

Viele Schmarotzer wie Würmer und andere Kleinstlebewesen wie Giardien leben mit Vorliebe im Verdauungstrakt der Vierbeiner und richten dort ganz schönen Schaden an. Nicht nur nehmen sie dem Hund wertvolle Nährstoffe weg, auch die Darmflora wird in Mitleidenschaft gezogen.

Das Resultat: Der Hund muss immer wieder würgen, dann wird gelegentlich auch weißer Schleim ausgeschieden. Bei starkem Wurmbefall ist es manchmal sogar möglich, die Parasiten mit bloßem Auge zu erkennen.

Weitere Indizien für Parasitenbefall

  • Hund verliert an Gewicht
  • Fellprobleme & Haarausfall
  • Häufiger Durchfall
  • Blähungen.

Fast jeder Hund leidet mindestens einmal in seinem Leben unter starkem Parasitenbefall, insbesondere Tiere mit viel freiem Auslauf sind betroffen. Gesunde Tiere kommen mit den Schmarotzern lange Zeit gut klar, sehr kritisch werden die ungebetenen Gäste aber bei Welpen und Vierbeinern mit einem schwachen Immunsystem.

6. Nierenversagen

Besonders ältere Hunde sind vergleichsweise häufig von Nierenversagen betroffen – entweder als Folgekrankheit anderer Leiden, als akutes Krankheitsbild (z.B. nach Vergiftungen) oder aus genetischen Gründen. Sobald das wichtige Stoffwechselorgan nicht mehr richtig arbeitet, werden die Vierbeiner deutlich schwächer und weniger belastbar.

Ein mögliches Symptom ist dann das Hochwürgen von weißem Schleim als Folge von Magen-Darm-Problemen. Weitere Anzeichen, die eigentlich immer parallel dazu auftreten, sind z.B. sehr häufiges Ablassen von Urin, starker Durst ohne Grund, apathisches Verhalten und auch Durchfall.

7. Chronische & akute Entzündungen

Auch Entzündungen im Abdomen können dazu führen, dass der Hund weißen Schleim hochwürgt. Dabei kann es sich z.B. um eine Pankreatitis handeln, aber auch eine Gastritis mit einer Entzündung der Magenschleimhäute ist ein häufiges damit verbundenes Krankheitsbild.

Eher selten, aber auch im Bereich des Möglichen sind chronische Entzündungen des Darms, z.B. Morbus Crohn, oder der Speiseröhre. Der Schleim hat dann eine weiße Farbe, weil der Hund auch bei leerem Mageninhalt würgen muss.

8. Parvovirus

Sehr tückisch und lebensgefährlich ist die sogenannte Parvovirose. Sie wird vom hochansteckenden Parvovirus verursacht, die Viren gehören leider zu den robustesten und hartnäckigsten Vertretern ihrer Art. Laut einer 2015 veröffentlichten Studie ist die Krankheit vor allem für Welpen, Hunde die zu wenig trinken und Vierbeiner mit psychischen Problemen wie Depression bedrohlich.

Viele betroffenen Hunde reagieren mit Würge- und Brechreiz, der auch auf nüchternem Magen auftritt – dann ist weißer Schleim zu beobachten. Dies ist aber nicht das einzige Symptom: Infizierte Tiere haben auch hohes Fieber, Appetitlosigkeit und meist blutigen Durchfall.

Das Virus reduziert die Anzahl der weißen Blutkörperchen und schwächt so das Immunsystem. Auch andere Organe wie das Herz können befallen werden. Unbehandelt sterben viele Hunde schließlich an Kreislaufversagen.

9. Fremdkörper

Eine weitere Ursache für weißen Schleim können Fremdkörper sein, die vom Hund aufgenommen wurden. Sind diese zu groß und/oder unglücklich geformt, bleiben sie im Körper stecken und können nicht von alleine ausgeschieden werden.

Trotzdem versucht es der Hund instinktiv. Er versucht dann, den Störenfried herauszuwürgen, manchmal – z.B. bei gefressenen Haaren – ist das auch durchaus erfolgreich. Geschieht dies auf nüchternem Magen, wird vor allem weißer Auswurf ausgeschieden.

Sollte sich ein Fremdkörper nicht von alleine lösen, kann dies sehr gefährlich sein: Er ist dann z.B. in der Lage dazu, einen lebensgefährlichen Darmverschluss zu verursachen. Auch dann würgt der Hund, der Auswurf ist dann aber häufig braun, weil er von Futter oder sogar Kot durchsetzt ist.

10. Viel Stress

Und schließlich ist es auch möglich, dass ein Hund würgt, weil er unter viel Stress leidet. Dann treten häufig noch weitere Symptome auf, z.B. Zittern, eingezogene Rute, hyperaktives bzw. extrem ruhiges Verhalten oder Aggressivität.

Zu den Risikofaktoren gehören dann z.B.

  • Viel Lärm oder Krach
  • Zu viel Trubel im Haus
  • “Mobbing” durch andere Haustiere
  • Anstrengende Fahrten, z.B. mit Auto oder ÖPNV (Reisekrankheit)
  • Zu wenig Schlaf.

Hiervon betroffene Hunde setzen vermehrt Stresshormone wie Adrenalin frei, die wiederum u.a. Übelkeit verursachen können. Dann kriegen sie Brechreiz oder Würgen, ohne dass es einen ersichtlichen Grund geben würde. Ist der Magen ansonsten leer, kommt lediglich weißer Schleim hoch.

Hund würgt weißen Schleim: Diese 6 Lösungen können helfen

Die möglichen Ursachen für das Hochwürgen von weißem Schleim sind also sehr vielfältig: Nicht immer besteht Grund zur Sorge, insbesondere bei einzelnen Episoden ohne weitere Symptome ist die Ursache meist harmlos.

Manchmal stecken aber auch schwerwiegende gesundheitliche Probleme dahinter. Dann solltest Du natürlich alles tun, damit es dem Vierbeiner bald wieder besser geht. Dabei dürften dir die folgenden 6 Tipps sehr weiterhelfen.

Immer gut desinfizieren

Wenn dein Hund weißen Schleim hochwürgt, solltest Du die betroffenen Stellen anschließend immer gut reinigen. So vermeidest Du, dass Krankheitserreger eventuell dich oder andere Haustiere befallen könnten.

1. Regelmäßig vorsorgen

Einige Ursachen, die zum Hochwürgen von weißem Schleim führen, lassen sich bereits im Vorfeld prophylaktisch bekämpfen. Auch, wenn der Hund gerade Probleme hat, solltest Du diese Vorbeugungs-Maßnahmen im Hinterkopf behalten und später anwenden.

Dazu gehören z.B.

  • Ein komplettes Impfschema, z.B. gegen Parvovirus
  • Regelmäßige Entwurmung, besonders, wenn der Hund viel unbeaufsichtigt unterwegs ist
  • Einschreiten, wenn der Vierbeiner z.B. am Kot anderer Tiere schnuppert
  • Vorsorge treffen, dass das Tier nicht schädliche Lebensmittel oder den Müll erreichen kann
  • Angemessene Kleidung bei nass-kaltem Wetter (z.B. Pullover für Hunde, Hunde Regenmantel, Hunde Wintermantel).

2. Bei anhaltenden Problemen & weiteren Symptomen zum Tierarzt

Solltest Du anhand der Symptome vermuten, dass der Hund unter einer schwerwiegenden Erkrankung leidet, solltest Du so schnell wie möglich zum Tierarzt. Bei einigen Fällen – z.B. Vergiftungen, Parvovirus oder Pankreatitis – ist ein sofortiger Besuch, also auch in der Nacht beim Notdienst, eigentlich Pflicht!

Ansonsten lohnt sich ein Gang immer, wenn das Symptom über längere Zeit fortbesteht. Nach der Diagnose kann ein Therapieplan erstellt werden, so dass es deinem Liebling dauerhaft besser geht. Weiterhin verhinderst Du so, dass sich Krankheiten wie eine “einfache” Bronchitis chronifizieren.

Das Tier von Artgenossen trennen

Bei Infektionserkrankungen ist es immer ratsam, den Vierbeiner zumindest zeitweise von anderen Haustieren zu trennen. So minimierst Du das Ansteckungsrisiko.

3. Fütterungen anpassen

In vielen Fällen kann es auch helfen, die Fütterungen anzupassen. In einigen Fällen, in denen Unverträglichkeiten für Magen-Darm-Probleme sorgen, hilft schon die Umstellung auf ein hypoallergenes Hundefutter.

Bei anderen Ursachen hilft vor allem ein Wechsel der Fütterungszeit oder -menge. Das ist insbesondere bei Magenübersäuerung vielversprechend – hier bietet es sich an, die Mahlzeiten z.B. nicht immer zur selben Zeit zu servieren oder statt zwei Fütterungen am Tag drei zu planen.

4. Stressfaktoren beseitigen

Sollte der Hund gestresst sein, hilft es vor allem, die dafür verantwortlichen Faktoren zu beseitigen.

Dazu gehört z.B. das Schaffen von Rückzugsorten in der Wohnung, sei es ein zusätzliches Hundesofa, eine kuschelige Hundehöhle oder eine Indoor bzw. Outdoor Hundehütte. Auch das Vermeiden von unnötigen Fahrten, weniger störende Gassirouten oder eine geringere Lautstärke im Haus können dazu führen, dass dem Hund seltener übel wird.

Pflanzliche Beruhigungsmittel

Manche Hundehalter setzen auch auf Präparate, um dem Hund Stress und Angst zu nehmen. Dabei gibt es auch viele Produkte mit pflanzlichen Wirkstoffen, die besonders schonend sind. Mehr hierzu findest Du auch in unserem Artikel “Beruhigungsmittel für Hunde”.

5. Dem Hund Ruhe gönnen

Sollte sich der Hund nicht nur übel, sondern auch schlapp und müde fühlen, musst Du dies auf jeden Fall ernst nehmen. Das bedeutet, dass Du deinem Liebling eine Pause gönnst.

Im Falle von Infekten kann er sich so gut auskurieren und ist oft schon schnell wieder einsatzbereit. Weiterhin verhinderst Du so auch, dass der Hund eine Erkrankung verschleppt und unter Umständen sogar in Lebensgefahr gerät.

6. Viel trinken & Schonkost

Und schließlich musst Du deinen Vierbeiner auch wieder aufpäppeln, wenn er einen angegriffenen Magen hat. Dann empfiehlt es sich, dem Tier die ersten Stunden nach dem Auswurf gar nichts zu geben, denn eine kleine Nulldiät verhindert noch mehr Würge- und Brechreiz.

Anschließend lohnt es sich, dem Hund Schonkost zu geben – mit besonders verträglicher Nahrung wird der Verdauungstrakt nicht unnötig auf die Probe gestellt. Mehr zu diesem Thema kannst Du auch hier finden.

Ebenfalls wichtig: Ein Hund, der würgt oder sogar erbricht, verliert hierdurch viel Flüssigkeit. Er muss also große Mengen an Wasser bekommen, um seinen Haushalt wieder aufzufüllen. Der Napf sollte deshalb immer in Reichweite stehen, auch das Einweichen von Futter kann hilfreich sein.

Evtl Fazit

Nur wenn es passt oder nötig ist noch ein paar abschließende Worte bzw. eine Zusammenfassung…

FAQs

Was tun, wenn der Hund weißen Schleim erbricht?

Das Erbrechen oder Würgen von weißem Schleim spricht dafür, dass der Hund nüchtern ist. Sehr häufig wird dieser Reflex dann von Fremdkörpern, Übersäuerungen des Magens oder Atemwegsinfekten verursacht. In manchen Fällen liegt es aber auch an Parasiten, Vergiftungen, chronischen Entzündungen oder schwerwiegenden organischen Erkrankungen.

Weiterführende Studien

[1]: https://www.atsjournals.org/doi/abs/10.1164/arrd.1982.126.1.75
[2]: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378113515300018

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.