Hund bellt bei jedem Geräusch: Ursachen & Lösungen 2022

Dass Hunde hin und wieder bellen, ist ganz normal und sollte auch nicht immer unterbunden werden. Anders sieht es hingegen aus, wenn der Vierbeiner wirklich auf jeden Reiz heftig reagiert und bei praktisch jedem Geräusch bellt.

Das geht nicht nur dir auf die Nerven, sondern kann auch den Nachbarschaftsfrieden empfindlich stören. Weiterhin sind die Ursachen für das Verhalten oft wenig erfreulich, ein Zeichen für große Freude ist das Bellen nie.

Im folgenden Artikel findest Du die 20 häufigsten Gründe dafür, dass Hunde ständig bellen. Weiterhin habe ich dir 10 Lösungen zusammengetragen, mit denen Du dem Hund diese Unart abgewöhnen kannst.

20 Gründe, warum Hunde bei fast jedem Geräusch bellen

1. Fehlende körperliche Auslastung

Wenn dein Hund eher ein “Stubenhocker” ist und kaum nach draußen kommt, dann ist es gut möglich, dass er einfach nicht genug ausgelastet ist. Der Körper hat dann viel überschüssige Energie, die abgebaut werden möchte.

Doch wie tut man das, ohne Platz zum Rennen und Toben zu haben? Viele Vierbeiner behelfen sich dann mit Bellen. Sie kläffen sich regelrecht in Rage, bei vollen Energiereserven kann es dann Ewigkeiten dauern, bis sie sich abgeregt haben.

2. Hund langweilt sich

Wenn Du dich an deine Jugend erinnerst, dann weißt Du vielleicht noch, wie anstrengend ein Schultag gewesen sein kann: Trotz wenig Bewegung warst Du in der letzten Stunde wahrscheinlich ziemlich fertig von der ganzen Lernerei.

Das liegt daran, dass der Körper auch bei geistiger Forderung beansprucht wird. Unseren Vierbeinern geht es nicht anders: Wird ihre Intelligenz gebraucht, werden sie beschäftigt und sind stärker ausgelastet.

Langweilen sie sich hingegen, kommt wiederum überschüssige Energie zum Vorschein. Sie beginnen dann oft, wahllos zu bellen – manchmal stundenlang und bei jedem Geräusch.

3. Unsicherheit

Neben fehlender Auslastung kann aber auch die Psyche das Verhalten beeinflussen. So neigen unsichere Hunde dazu, auf fast jedes Geräusch mit Bellen zu reagieren.

Dabei handelt es sich um keine aggressive Geste, sondern um ein sogenanntes “Verteidigungsbellen”. Dem Hund sind dann praktisch alle Reize unheimlich, er will sie dann verzweifelt in die Flucht schlagen. Typischerweise wechseln sich dann Knurren und Bellen ab.

Manche Hunde sind natürlicherweise etwas unsicherer als andere Vierbeiner. Allerdings gibt es seine Grenzen, wenn das Tier fast permanent bellt, spricht vieles dafür, dass etwas mit der Psyche im Argen ist.

4. Stress

Ein weiterer Grund für häufiges und fast wahlloses Bellen ist Stress. Das liegt vor allem an den Hormonen, die dann freigesetzt werden: Botenstoffe wie Adrenalin und Cortisol alarmieren den Körper des Vierbeiners, sie wittern dann unentwegt Gefahr.

Sehr häufig reagiert der Hund deshalb auch darauf mit Verteidigungsbellen. Stress ist meistens chronisch und wird durch belastende Faktoren verursacht. Dazu gehören z.B. mobbende Artgenossen, zu viel Trubel im Haus oder eine starke Lärmkulisse in der Umgebung.

5. Einsamkeit & Trennungsstress

Eine besondere Form des Stresses ist Trennungsangst beim Hund. Sie tritt vor allem auf, wenn der Vierbeiner plötzlich, in einem zu jungen Alter oder über zu lange Zeit hinweg allein gelassen wird.

Betroffene Vierbeiner sind häufig sehr nervös: Typische Anzeichen für traumatische Trennungen sind z.B. ständiges Bellen bei Abwesenheit des Halters, Inkontinenz trotz Stubenreinheit oder zerstörerisches Verhalten.

Trennungsstress ist aus vielen Gründen ein sehr ernsthaftes Problem: So sind tagsüber ständig bellende Hunde häufige Ursachen für Nachbarschaftsstreitigkeiten, neben materiellen Schäden droht zudem eine chronische Verhaltensstörung des Hundes.

6. Angst

Eher anlassbezogen als chronisch ist hingegen Angst: Auch wenn Hunde eigentlich immer gerne tapfer sein wollen, sind sie gegen dieses Gefühl nicht immun. Das ist auch gut so, denn im richtigen Moment wird das Tier auf diese Weise gegen Gefahren geschützt.

Der Vierbeiner verhält sich dann eher defensiv und bellt oft zur Verteidigung. Wenn Du präsent bist, wird er oft versuchen, sich hinter dir als Rudelführer zu verstecken.

Aufgrund ihres exzellenten Spürsinns kriegen Hunde ziemlich schnell Angst, besonders kleinere Rassen sind oft anfällig dafür. Typische Auslöser sind u.a. plötzlicher Lärm (z.B. ein lauter Knall), unheimliche Schatten oder schnelle Bewegungen.

7. Schmerzen

Hunde lassen sich Schmerzen nur sehr ungerne ansehen: Wenn ihnen etwas wehtut, versuchen sie instinktiv, sich nichts anmerken zu lassen. In freier Wildbahn werden so Fressfeinde nicht unnötig angelockt, dieses Verhalten hat also durchaus seine Berechtigung.

Verletzungen und chronische Leiden lassen den Hund allerdings nicht kalt: Er spürt den Schmerz, der Körper versucht, sich durch die Produktion von Stresshormonen dagegen zu schützen. Er wittert dann vermehrt Gefahr und bellt deshalb oft wahllos.

Häufig nimmt das Tier dabei eine Schonhaltung ein. Beim Versuch, ihn zu berühren, ist es dann gut möglich, dass der Hund aggressiv reagiert.

8. Territorialverhalten

Hunde sehen ihr Zuhause meistens als ihr Revier an. Das wollen sie natürlich verteidigen, wenn sie ihr Territorium bedroht sehen, können sie ziemlich heftig reagieren.

Dabei muss es sich nicht einmal um eine ernsthafte Gefahr handeln: Oft sind es harmlose “Eindringlinge” wie kleine Wildtiere auf dem Grundstück, die den Hund zur Verzweiflung treiben. Irgendwann nimmt das dann überhand und die frustrierten Vierbeiner bellen fast zu jedem Anlass.

9. Warnung an andere Tiere

Aber nicht nur Revierverhalten, sondern auch Abneigungen können zu ständigem Bellen führen. Auch Hunde haben “Freunde” und “Feinde”: Manche Artgenossen sind ihnen sympathischer als andere.

Oft hat das Tier schlechte Erfahrungen mit dem anderen Hund oder vielleicht sogar nur einem ähnlich aussehenden Vierbeiner gemacht – er sind dann sozusagen geprägt worden. Bei anderen Feindschaften ist kein richtiger Grund erkennbar.

Hält sich dieses “Feindbild” nun regelmäßig in der näheren Umgebung auf, wird dein Liebling immer wieder mit Bellen reagieren. Diese Warnung, oft mit Knurren verbunden, tritt gelegentlich fast unentwegt auf, es wirkt also, als würde der Hund jedes Geräusch mit Bellen quittieren.

10. Töne, die nur der Hund hören kann

Aber auch ohne echte Rivalen können Hunde zum unentwegten Bellen neigen. Dann liegt es vielleicht nicht einmal an den Geräuschen, die wir hören: Aufgrund ihres exzellenten Gehörs sind die Vierbeiner in der Lage, Reize zu bemerken, die weit unter unserer Wahrnehmungsschwelle liegen.

Dann liegt mehr oder weniger ein kleines Missverständnis vor: Wir denken, der Hund bellt aufgrund von Geräuschen, die wir hören, obwohl er auf Dinge reagiert, die weit weg sind. Weiterhin ist es möglich, dass der Vierbeiner wegen Hochfrequenztönen aus der Fassung gerät.

11. Läufige Hündin in Umgebung

Ebenfalls möglich ist es, dass der Hund eigentlich nicht auf Geräusche, sondern auf andere Signale mit Bellen anspringt. Wenn Du einen Rüden hast, liegt es dann oftmals an den Hormonen: Der Vierbeiner spürt dann, dass eine paarungsbereite Artgenossin in der Umgebung ist.

Die läufige Hündin kann sich dabei ziemlich weit von der Wohnung entfernt aufhalten: Manche Rüden reagieren sogar auf Läufigkeits-Sekrete, die Hunderte Meter entfernt hinterlassen wurden.

Die meisten Tiere reagieren darauf mit sehr unruhigem Verhalten: Dazu gehören z.B. Kratzen an der Haustür, Jaulen und bei manchen Vierbeinern auch starkes und vermeintlich wahlloses Bellen.

12. “Bellkonzert” in der Nachbarschaft

Bellen kann ansteckend sein: Sobald ein Vierbeiner in der Nachbarschaft laut wird, steigen seine Artgenossen gerne ein. Verhaltensforscher vermuten, dass dies vor allem dem Zusammengehörigkeitsgefühl dient: Indem sich die Tiere über größere Distanzen hinweg Laute zurufen, schließen sie sich sozusagen zu einem Rudel zusammen.

Das bedeutet, dass ein bellfreudiger Hund auch deinen Liebling beeinflussen kann: Er stimmt dann in ein “Konzert” ein, das durch jeden Laut verursacht werden kann. Oft bellt dann die ganze Nachbarschaft beim kleinsten Geräusch.

13. Von anderen Vierbeinern erlerntes Verhalten

Aber auch ohne dass alle Hunde in der Umgebung gleich einstimmen ist ständiges Bellen möglich. Dann kann es sein, dass bestimmte Artgenossen Schuld an dem Verhalten sind.

Wenn z.B. ein Nachbarshund oder sogar ein Vierbeiner, der ebenfalls im Haushalt lebt, auf fast jeden Reiz mit Bellen reagieren, übernimmt ein Tier gerne die “Unart”.

14. Hund hat Bellen vom Menschen gelernt

Wenn ein Hund bellt, reagieren viele Halter sehr genervt: Sie wollen ihn schnellstmöglich ruhigstellen und schreien ihn dann häufig sogar an. Das ist einerseits durchaus verständlich, schließlich können die Laute eine ziemliche Lärmbelästigung sein und auch die Nachbarn auf den Plan rufen.

Was viele Menschen allerdings nicht berücksichtigen: Diese Reaktion wird von den meisten Hunden völlig anders verstanden. Sie bewerten das Geschimpfe ihrer Bezugspersonen als Bestätigung. Wenn ich belle, so der Gedanke des Vierbeiners, dann stimmt mein Halter mit darauf ein.

Das kann dann chronisch werden: Irgendwann ist der Hund darauf “abgerichtet”, bei jedem Geräusch zu bellen.

15. Betteln um Aufmerksamkeit

Manche Vierbeiner haben aber auch gelernt, dass Bellen eine unmittelbare Reaktion ihres Halters zur Folge hat. Ob positiv oder negativ ist dann zweitrangig, für den Hund ist es wichtig, dass er die komplette Aufmerksamkeit seines Halters hat.

Wenn sie sich sehr vernachlässigt fühlen, machen sie sich das dann zunutze. Obwohl es eigentlich keinen Anlass gibt, kläffen sie dann unentwegt. So wollen sie sicher stellen, dass Du sie nicht vergisst und dich ganz um sie kümmerst.

16. Abrichtung zum Wachhund

Du hast deinem Vierbeiner beigebracht, in deiner Abwesenheit ganz genau aufs Haus aufzupassen? Dann sollte es dich nicht wundern, wenn der Hund auch ansonsten sehr aufmerksam ist. Oft neigt er dann dazu, bei jeder Kleinigkeit “Alarm” zu schlagen, er bellt also fast unentwegt.

Manchmal ist dies auch die Ursache, warum aus dem Tierheim adoptierte Hunde zum ständigen Bellen neigen: Sie wurden dann von ihrem ehemaligen Besitzer darauf abgerichtet.

17. Hunderasse neigt zum Bellen

Weiterhin gibt es einige Rassen, die natürlicherweise zu verstärktem Bellen neigen. Dabei handelt es sich häufig um Gebrauchs- oder Hütehunde. Ihnen wurde über Generationen hinweg eingezüchtet, sehr aufmerksam zu sein und Auffälligkeiten sofort zu melden.

Das kann dann schnell überhand nehmen: Ob vorbeilaufender Spaziergänger, streunende Tiere oder einfach nur ein Rascheln – manche Tiere nehmen ihre “Arbeit” viel zu ernst und reagieren auf fast jeden Reiz mit einem Bellen.

18. Hund “muss mal”

Viele Hunde nutzen Bellen auch als zwar unerwünschte, aber sehr effektive Kommunikationsstrategie mit ihren menschlichen Bezugspersonen. Insbesondere, wenn die Vierbeiner raus müssen, machen sie sich dann so bemerkbar.

Meistens hat das Tier dann ein dringendes Bedürfnis, muss also urinieren und/oder sein großes “Geschäft” verrrichten. Reagierst Du nicht darauf, wird der Hund immer verzweifelter werden und oft unentwegt bellen.

Das kann auch auftreten, wenn Du gerade erst mit dem Hund draußen warst. Dann liegt es oft an einer zeitlichen Inkontinenz, z.B. durch eine Blasenentzündung verursacht, oder auch an Durchfall.

19. Kurzsichtigkeit oder Blindheit

Kurzsichtigkeit ist auch bei unseren Vierbeinern ein Problem – laut einer Studie sind insbesondere Deutsche Schäferhunde, Rottweiler und Zwergschnauzer betroffen.

Sieht der Hund Personen oder Gegenstände nur noch verschwommen, werden sie für ihn schnell unheimlich. Sie müssen sich dann stärker auf ihren Hör- und Spürsinn verlassen und neigen stärker zu Überreaktionen. Oft reichen schon kleine Reize wie ein Rascheln aus, um einen Bellreflex auszulösen.

Manche Tiere sind sogar noch stärker betroffen und leiden unter deutlich schwächerem Sehvermögen oder sogar Blindheit – ausgelöst z.B. von unbehandelten Hornhautverletzungen oder ein Glaukom (Grüner Star).

20. Hundedemenz

Wenn dein Hund älter ist, kann es aber auch sein, dass er an dem sogenannten “Kognitiven Dysfunktionssyndrom” (CDS) leidet. Das ist die Fachbezeichnung für die am weitesten verbreitete Demenzerkrankung bei unseren Vierbeinern.

Wie bei der menschlichen Alzheimer-Krankheit handelt es sich dabei um eine irreversible, degenerative Hirnerkrankung. Es kommt zu Ablagerungen im Gehirn, Denk- und Erinnerungsvermögen des Vierbeiners nehmen stark ab.

Typisch für Hundedemenz ist, dass das Tier orientierungslos wirkt und oft seine Umwelt nicht mehr erkennt. So freut er sich oft nicht mehr, wenn seine Bezugsperson nach Hause kommt, in vielen Fällen reagiert der Hund auf eigentlich bekannte Dinge verängstigt oder sogar aggressiv.

Weitere CDS Symptome

  • Veränderter Schlafrhythmus (Hund ist nachts wach & schläft tagsüber)
  • Vierbeiner ist nicht mehr stubenrein
  • Vermindertes Verlangen nach Zuwendung
  • Hund läuft ziellos auf und ab
  • Vergessen von erlernten Dingen, hört z.B. nicht mehr auf Kommandos oder Namen
  • Hund findet sich im eigenen Haus nicht mehr zurecht.

Quelle: Dr. med. vet. Ralf Michling, Wilhelmshaven.

Da der Hund Reize dann nicht mehr aus eigener Erfahrung bewerten kann, reagiert er häufig unwirsch. Er bellt dann selbst bei harmlosen Geräuschen, oft hat er Probleme, den Ursprung zu erkennen und kläfft daher ins Leere.

Hund bellt bei jedem Geräusch: Das kannst Du tun

Wenn ein Vierbeiner bei nahezu jedem Geräusch beginnt, zu bellen, kann das ganz schön auf die Nerven gehen: Nicht nur Du bist dann Opfer, sondern auch deine nähere Umgebung. Viele Nachbarschaftsstreitigkeiten werden von kläffenden Hunden verursacht, in manchen Fällen geht es dann sogar vor Gericht.

Das heißt: Du musst auf jeden Fall etwas unternehmen, damit dein Liebling ruhiger und berechenbarer wird. Das Bellen ganz verbieten darfst Du zwar nicht, um zu verhindern, dass die Geräuschkulisse Überhand nimmt, gibt es aber einige bewährte Lösungsstrategien.

1. Ruhe & Geduld bewahren

Der erste Grundsatz lautet dabei: Selbst, wenn sich der Hund sehr stark aufregt, musst Du ruhig und souverän bleiben. Schimpfen oder sogar lautes Schreien wird deinen Vierbeiner kaum beruhigen – stattdessen interpretieren die Tiere das häufig als Zustimmung, Du bellst dann sozusagen mit.

Versuche also immer, einen ruhigen und entspannten Tonfall zu wählen, wenn Du reagierst. Auch deine Körpersprache sollte nicht übermäßig offensiv sein. Der Hund weiß dann: “Mein Rudelführer ist unbeeindruckt, so schlimm kann es nicht sein.” Oft hört er dann schon von alleine mit dem Bellen auf.

2. Den Vierbeiner mit Leckerli “umerziehen”

Eine sehr bewährte Methode zur Abgewöhnung ist die Arbeit mit Leckerlis. Sobald der Hund auf einen Reiz laut reagiert, gibst Du ihm ein Kommando und zeigst ihm einen Snack.

Das Tier reagiert darauf im Regelfall neugierig und möchte das Leckerli zunächst beschnuppern. Das wird ihm aber nicht gelingen: Solange der Hund bellt, kann er nicht einatmen und damit auch nicht riechen.

Es bleibt ihm also nichts anderes übrig, als sich zu beruhigen. In diesem Moment lobst Du ihn überschwänglich, streichelst ihn und gibst ihm seine Belohnung. In den meisten Fällen merken sich die Vierbeiner das, im Laufe der Zeit spielt sich das Kommando dann ein.

3. Ablenkung hilft oft weiter

Allerdings ist es oft auch möglich, den Hund auf andere Weise abzulenken. Wenn Du z.B. einen Ball bereit hältst und diesen wirfst, sobald der Vierbeiner beginnt, zu bellen, hat er den auslösenden Reiz schnell wieder vergessen.

Er folgt dann eher seinem Apportier- oder Spieltrieb und wird schnell wieder ruhiger.

4. Hund stärker körperlich auslasten

Sollte dein Liebling aufgrund von fehlender körperlicher Auslastung immer wieder bellen, hilft es wohl nur, ihn auszupowern. Versuche also, ihn öfter und länger auszuführen als sonst, am besten in ein Hundeauslaufgebiet oder einen Park.

Auch gemeinsame Sporteinheiten sind dann eine gute Idee, sofern der Vierbeiner die nötigen körperlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen mitbringt. Beispiele sind z.B. Jogging-Aktivitäten, Radtouren, bei denen der Hund nebenher mitläuft oder Dogscooting.

5. Geistige Beschäftigung

Allerdings solltest Du auch die geistige Beschäftigung nicht vernachlässigen: Hunde lieben es, neue Dinge zu lernen, weiterhin wird vermutet, dass frühe Hirnstimulation auch dazu beitragen kann, Demenzerkrankungen im Vorfeld zu verhindern.

Die Möglichkeiten, den Hund derartig auszulasten, sind vielfältig: Nicht nur Kommando-Trainings gehören dazu, sondern auch z.B. Apportierübungen, bei denen die Motorik geschult wird und der Vierbeiner lernt, Distanzen richtig einzuschätzen. Eine weitere interessante Idee ist Intelligenz-Spielzeug, das in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erhältlich ist.

6. Stress- & angstlösende Maßnahmen

Bei Angst oder chronischem Stress hilft es hingegen, alles dafür zu tun, dass der Hund sich entspannen kann.

Viel Halt und Sicherheit bieten z.B. Rückzugsorte wie eine kuschelige Hundehöhle oder eine Hundehütte für drinnen oder draußen. Viele Hundehalter machen aber auch mit Massagen, entspannender Musik oder einem kleinen Nachtlicht im Dunkeln gute Erfahrungen.

Beruhigungsmittel & Spezialfutter

Manche Tierfreunde greifen auch zu Beruhigungsmitteln. Heutzutage müssen das zum Glück nicht mehr Psychopharmaka sein, es gibt eine Vielzahl von wirksamen und schonenden Präparaten auf pflanzlicher Basis. Weiterhin bieten viele Hersteller auch Nervennahrung für chronisch nervöse Tiere an.

Mehr hierzu findest Du in unserem “Beruhigungsmittel für Hunde” Artikel sowie in unserem “Hundefutter für nervöse Hunde” Test und Vergleich.

Ebenfalls hilfreich ist es, im Haus weniger Krach zu machen und auf Gassirouten mit viel Trubel oder rivalisierenden Artgenossen zu verzichten.

7. Hundekamera gegen Trennungsangst

Die beste Maßnahme gegen Trennungsangst ist es, den Vierbeiner kürzere Zeit alleine zu lassen. Das ist aber leider nicht immer möglich, denn nicht jeder kann in der Mittagspause nach den Rechten sehen oder sich eine auf Dauer doch eher teure Hundepension leisten.

Eine Alternative sind Hundekameras. Moderne Modelle ermöglichen es dir, den Hund vom Smartphone aus auch unterwegs jederzeit im Blick zu haben.

Üppig ausgestattete Varianten verfügen außerdem oft über einen Bell-Sensor und die Option einer “Zwei-Wege-Kommunikation”: Du kannst den Vierbeiner dann hören, per Telefon ist es möglich, mit ihm Kontakt aufzunehmen und ihm beruhigende Worte auf den Weg zu geben.

Weitere Infos

Mehr Infos und empfehlenswerte Modelle findest Du in unserem “Hundekamera Test und Vergleich”.

8. Gang zum Tierarzt

Solltest Du jedoch vermuten, dass eine Erkrankung, Schmerzen oder andere gesundheitliche Probleme hinter dem Verhalten stecken, ist es ratsam, einen Termin beim Tierarzt auszumachen. Er wird deinen Liebling dann begutachten und ggf. – z.B. mit Blutanalysen – auch weitere Studien durchführen.

Anhand der Ergebnisse wird er dann einen Therapieplan erstellen. Sind die Ursachen für das Verhalten beseitigt, hört das Bellen oft ganz von alleine auf.

9. Professionelle Verhaltenstherapie

Ein Tierarzt ist aber nicht der einzige Profi, der helfen kann: Bei starkem Bellen ist oft eine Verhaltenstherapie die bessere Maßnahme. Diese werden von spezialisierten Verhaltensberatern – meist Hundetrainern oder Tierpsychologen – durchgeführt.

Der Experte wird dann nicht nur das Benehmen des Hundes genau unter die Lupe nehmen, sondern auch das Verhältnis zu seiner menschlichen Familie begutachten. Auf dieser Basis wird er dir Tipps zur Erziehung und zum Zusammenleben geben. Oft ist diese Herangehensweise sehr vielversprechend.

10. Antibellhalsband

Antibellhalsbänder arbeiten mit einem Impuls, der ausgelöst wird, sobald der Hund bellt. Dies geschieht entweder per Knopfdruck oder mittels eines speziellen Sensors. Das Signal – z.B. ein Ultraschallton, Vibrationen oder ein unangenehmer Geruch – führt dazu, dass der Vierbeiner mit dem unerwünschten Verhalten schlechte Erfahrungen assoziiert.

Tierschutz steht an erster Stelle

Aufgepasst: Einige veraltete Modelle wie Würgeketten oder Elektroschock-Halsbänder sind auf jeden Fall tierquälerisch und ihr Einsatz deshalb zu Recht verboten!

Viele Tierfreunde sehen diese Methode sehr kritisch, andere Hundehalter haben mit diesen Modellen aber sehr gute Erfahrungen gemacht. Empfehlen würde ich derartige Halsbänder eher als letzte Lösung.

Mehr zum Thema

Einen Überblick über viele gute und legale Modelle findest Du in unserem “Antibellhalsband” Test und Vergleich.

FAQs

Wie bekommt man einen bellenden Hund ruhig?

Wenn dein Hund unentwegt bellt, musst Du auf jeden Fall ruhig bleiben und Geduld an den Tag legen. Kurzfristig hilft es wohl am meisten, den Vierbeiner z.B. mit einem Ball abzulenken. Mittel- und langfristig hat sich ein Kommando-Training, z.B. mit Leckerlis, am ehesten bewährt.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.