Wie groß wird mein Hund? Finde es heraus

Wenn Du einen Welpen hast, musst Du dich natürlich ganz lieb um dein neues Familienmitglied kümmern und ihn auf seinen ersten Schritten im Leben gut unterstützen. Trotzdem ist dann auch ein Blick in die Zukunft interessant: Denn manchmal kann man sich gar nicht vorstellen, wie groß so ein kleines Fellbündel später mal sein wird.

Diese Frage kann aber sehr wichtig werden und lässt sich zum Glück bereits ziemlich früh mehr oder weniger exakt beantworten. Im folgenden Artikel erfährst Du, wie man berechnen kann, wie groß ein Vierbeiner später wird. Weiterhin nenne ich dir ein paar Tipps und Tricks für nachhaltiges, gesundes Wachstum.

Das Wichtigste zum Wachstum im Überblick

  • Das Wachstum eines Hundes ist größtenteils genetisch bedingt.
  • Wachstumskurven & Rassestandards lassen erste Rückschlüsse auf spätere Größe & Gewicht zu.
  • Schon mit etwa 8 Wochen lässt sich ungefähr vorhersagen, ob dein Vierbeiner später klein, mittelgroß oder groß sein wird.
  • Genauere Vorhersagen lassen sich nach Abschluss der ersten großen Wachstumsphase mit etwa 6 Monaten machen: Kleine Hunde haben dann etwa 80, mittelgroße 70 und große Rassen 60 Prozent ihres Endgewichts erreicht.
  • Rüden werden meistens etwas bis deutlich größer als Hündinnen.
  • Kleinere Rassen sind schneller ausgewachsen als große Tiere.
  • Altersgerechte Belastung & Ernährung hilft dabei, den Hund gesund und weder zu schnell noch zu langsam wachsen zu lassen.

Wie kann ich erkennen, wie groß mein Hund wird?

Die Frage, wie groß ein Welpe im ausgewachsenen Zustand sein wird, ist natürlich eine sehr interessante, die wir uns alle auch aus purer Neugier stellen. Allerdings kann es auch durchaus praktische Gründe haben, abschätzen zu können, welche Maße und welches Gewicht der Vierbeiner eines Tages erreicht:

  • So gibt es viele Hundefutter Hersteller, die Spezialfutter für kleinere, mittelgroße und große Tiere anbieten.
  • Auch beim Zubehör-Kauf ist es ratsam, vorausschauend planen zu können: Wenn Hundebett, Transportbox oder Napf irgendwann zu klein werden, muss man alles mühsam aufs Neue bestellen.

Endgröße ist genetisch vorgegeben

Viele Tierfreunde denken dann, dass sie – z.B. mit besonders viel Futter – dafür sorgen könnten, dass ihr Vierbeiner später besonders groß wird. Leider ist das aber ein Trugschluss, denn die Endgröße eines Tieres kann von uns nicht groß beeinflusst werden.

Stattdessen haben Forscher herausgefunden, dass die Endgröße eines Hundes fast ausschließlich genetisch vorgegeben ist. In Studien wurde so z.B. ermittelt, dass viele kleinere Rassen eine erbliche Wachstumsbremse haben. Ist diese erreicht, wird der Hund nicht mehr größer.

Schulterhöhe & Gewicht als wichtigste Faktoren

Anders als bei uns Menschen sehen die meisten Hundeexperten dabei nicht die Körpergröße als entscheidendes Kriterium an, sondern das Gewicht. Wenn es um den ausgewachsenen Vierbeiner geht, wird deshalb häufig einzig das erwartbare Endgewicht angegeben.

Dieses korrespondiert häufig mit der Schulterhöhe. Wenn dein Hund nicht zu dick ist, kannst Du also von einem Gewicht auch auf die später erreichte Körpergröße schließen.

Rassestandards sind oft eine große Hilfe

Vergleichsweise einfach ist es dann, wenn dein Vierbeiner ein waschechter Rassehund ist: Seriöse und anerkannte Züchter achten dann sehr darauf, dass sowohl Vater als auch Mutter alle Standards erfüllen, die von den Fachverbänden vorgegeben werden. Überraschungen sind hier sehr selten.

Die Rassestandards lassen sich z.B. auf den Seiten des Verbandes für das deutsche Hundewesen und des Welt-Dachverbandes FCI abrufen.

Teilweise gibt es dann aber doch noch größere Unterschiede: Generell werden Rüden etwas größer als Hündinnen, so dass ein stark gebautes Schäferhund-Männchen z.B. zehn Zentimeter größer und 18 Kilogramm schwerer sein kann als eine zierliche Dame. Trotzdem erfüllen beide den Rassestandard.

Wachstumskurven bieten einen guten Überblick

Wenn Du das ungefähre erwartbare Endgewicht des Hundes kennst, kannst Du allerdings auch auf Wachstumskurven zurückgreifen. Als Perzentilkurven spielen diese auch in der menschlichen Kinder- und Jugendmedizin eine Rolle. Sie dienen nicht nur dazu, die wahrscheinliche Endgröße zu bestimmen, sondern können auch dabei helfen, vorausschauend gegen Übergewicht einzuschreiten.

Derartige Kurven findest Du auf verschiedenen Portalen, als Beispiel nehme ich eine für große Rassen, die ausgewachsen etwa 40 Kilogramm wiegen sollen. Dann kannst Du erkennen:

  • Wiegt dein Hund mit 5 Monaten 23 Kilogramm, wird er später wahrscheinlich um die 42 Kilo auf die Hundewaage bringen.
  • Ein Tier, das im selben Alter “nur” 21 Kilo wiegt, wird es ausgewachsen etwa auf 38 kg bringen, gehört also eher zu den zierlichen Exemplaren einer Rasse.

Voraussetzung dafür, dass diese Vorhersagen auch belastbar sind, ist natürlich, dass es sich um normalgewichtige Welpen bzw. Junghunde handelt.

“Wundertüte” Mischlinge

Nur bedingt helfen können derartige Tabellen, wenn es sich um Mischlinge handelt. Sollten beide Eltern bekannt und etwa gleich groß sein, kann davon ausgegangen werden, dass der Welpe später einmal dieselben Dimensionen hat.

Deutlich schwieriger wird es bei Kreuzungen zweier Rassen mit sehr unterschiedlichen Größen. Wachstumskurven lassen sich dann kaum zur seriösen Bestimmung heranziehen. Oft ist es zwar so, dass die Vierbeiner bezüglich ihrer Größe mit dem Muttertier einhergehen, es kann aber auch ziemliche Überraschungen geben: Insbesondere bei unbekanntem Vater ist die Entwicklung der Hundekinder sehr spannend.

Die Wachstumsphasen von Hunden

Um die wahrscheinliche Endgröße seriös zu bestimmen, ist es zudem notwendig, sich mit den Entwicklungsphasen eines Hundes auseinanderzusetzen. Die Vierbeiner machen nämlich verschiedene Wachstumsschübe durch – erst bei diesen zeigt sich, wie groß ein Tier wahrscheinlich sein wird.

In diesen Phasen wächst der Hund auf einmal rapide: So gibt es Rassen, die ihre Größe innerhalb weniger Monate verhundertfachen: Später sehr groß werdende Tiere können z.B. im 3. und 4. Lebensmonat fast 250 Gramm pro Tag zunehmen, klein bleibende Vierbeiner sind dann immer noch mit ca. 50 Gramm täglich dabei.

Größter Schub zwischen dem dritten und sechsten Monat

Der größte Wachstumsschub findet dann zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensmonat statt. Das ist genau die Zeit, in der die Vierbeiner vom Welpen- ins Junghundalter wechseln.

Zu Beginn dieser Phase, also mit acht Wochen, lassen sich dann schon erste grobe Schätzungen hinsichtlich der Schulterhöhe machen:

  • Misst der Hund dann weniger als 20 Zentimeter, wird er wohl maximal 35 Zentimeter groß werden.
  • Wenn der Hund zwischen 20 und 30 Zentimeter groß ist, wird er es wahrscheinlich später auf 35 bis 50 Zentimeter bringen.
  • Eine Welpengröße von mehr als 30 Zentimetern in diesem Alter lassen auf eine Riesenrasse schließen, die erwachsen eine Schulterhöhe von über 50 Zentimetern erreicht.

Diese Prognose ist nicht nur Spielerei, sondern kann dir in der Zukunft auch dabei helfen, ziemlich genau das spätere Erwachsenengewicht zu bestimmen. Dann weißt Du nämlich schon einmal grob, ob es sich bei deinem Vierbeiner um einen Mini-Hund, ein mittelgroßes oder ein riesiges Exemplar handeln wird.

Ein paar Wochen später sind dann nämlich schon deutlich genauere Vorhersagen möglich. So gilt mit sechs Monaten ungefähr:

  • Kleine Rassen haben dann etwa 80 Prozent ihres ausgewachsenen Gewichtes erreicht.
  • Mittelgroße Hunde sind bei etwa 70 Prozent ihrer körperlichen Entwicklung angekommen.
  • Sehr große Tiere bringen dann ungefähr 60 Prozent ihres Endgewichtes auf die Waage.

Das bedeutet beispielsweise:

  • Ist dein Welpe mit acht Wochen 35 Zentimeter groß, handelt es sich um einen großen Hund. Wiegt er mit 6 Monaten 40 Kilogramm, wird er ausgewachsen höchstwahrscheinlich etwas über 65 Kilo auf die Waage bringen.
  • Ein kleiner Vierbeiner, der mit 6 Monaten lediglich 5 Kilogramm wiegt, wird er erwachsen etwa 8 bis 9 kg erreichen.

Zeitpunkt, zu dem ein Hund die Endgröße erreicht hat

Im Verlauf des siebten Lebensmonats flacht die Gewichtszunahme-Kurve dann beträchtlich ab. Das bedeutet aber nicht, dass die Vierbeiner dann erwachsen sind: Sie nehmen weiterhin an Masse zu, der Zeitpunkt der Endgröße eines Hundes variiert dann auch nach Rasse:

  • Kleine Tiere sind hier ziemlich schnell und oft schon nach etwa 9 Monaten körperlich ausgewachsen.
  • Große Rassen brauchen etwas länger, riesige Tiere haben manchmal erst nach etwa 2 Jahren ihre Maximalgröße erreicht.

Dabei solltest Du auf jeden Fall im Hinterkopf behalten, dass es sich nicht bei jedem Hund, der noch im Wachstum ist, um einen Welpen handelt: Die Pubertät beginnt bei den Vierbeinern schon deutlich früher, meist mit 6 Monaten bis einem Jahr.

Reifephase mit vielen Detail-Entwicklungen

Nach Erreichen des Endgewichtes ist der Hund aber noch lange nicht erwachsen. Anschließend folgt die sogenannte “Reifephase”, die bis zum dritten Geburtstag dauern kann.

In dieser Zeit macht der Hund vor allem eine geistige Entwicklung durch, in der er auch vom Verhalten her erwachsen wird. Weiterhin wachsen in dieser Zeit auch Knochen und Gelenkapparat noch zusammen.

Gewissheit über Abschluss des Wachstums

Ob ein Hund jetzt wirklich komplett ausgewachsen ist oder der Körper noch etwas reift, kann man als Laie kaum kompetent beurteilen. Sicherheit bietet ein Besuch beim Tierarzt. Anhand von Röntgenbildern kann er dir sagen, ob der Hund körperlich bereits ein Erwachsener oder noch ein “Teenager” ist.

Die Rolle von Ernährung & Belastung bei der Hundeentwicklung

Die Endgröße des Hundes ist genetisch bestimmt: Du kannst diesbezüglich also relativ wenig tun, ein Vierbeiner wird nicht größer, nur weil Du ihm ganz viel Futter und Nahrungsergänzungsmittel servierst. Das bedeutet aber nicht, dass es egal ist, wie Du den Hund belastest und was Du ihm zu fressen gibst.

Art- & altersgerechte Mahlzeiten zusammenstellen

So ist es wichtig, dass Du dem Hund niemals zu viel oder zu wenig Futter gibst. Zwar bleibt die Endgröße mehr oder weniger gleich, falsche Futterrationen können die Entwicklung und den Körperbau des Tieres aber dennoch negativ beeinflussen.

Bei zu vielen Nährstoffen kann es dann schnell passieren, dass die gesunde Wachstumskurve nicht eingehalten wird. Der Vierbeiner schießt dann unnötig schnell in die Höhe und ist – zumindest optisch – schneller ausgewachsen. Dieses Wachstum kann dann aber schadhaft sein, Knochen werden oft nicht richtig aufgebaut und sind dann später brüchig, oft halten dann auch die Organe das Tempo nicht mit und der Hund leidet bis an sein Lebensende unter vermeidbaren chronischen Krankheiten. Weiterhin besteht dann auch die Gefahr, dass der Hund sehr früh mit Übergewicht zu kämpfen hat.

Auch eine Mangelernährung hinterlässt schlimme Spuren: Insbesondere die Entwicklung der Gelenke leidet dann, der Hund wird dann mit der Zeit zwar größer, der Bewegungsapparat kann die Masse dann aber nur mit Schwierigkeiten bewegen.

Spezialfutter für die jeweilige Lebensphase

Dabei solltest Du auch bedenken, dass Hunde während ihrer Wachstumsphase einen deutlich anderen Nährstoffbedarf haben als erwachsene Tiere: Sie brauchen z.B. mehr gut verwertbare Proteine, um ihre körperliche und geistige Entwicklung voranzutreiben. Auch das Mineralstoffbedürfnis von jungen Tieren ist ganz anders, so brauchen sie beispielsweise deutlich mehr Kalzium als ausgewachsene Hunde.

Das bedeutet vor allem, dass ein Hund für eine gesunde Entwicklung an die Lebensphase angepasste Nahrung in richtiger Menge bekommen muss. In den ersten Monaten ist dies mit herkömmlichem Erwachsenenfutter beispielsweise eigentlich nicht oder nur mit vielen gut zusammengestellten Zusätzen möglich, ein Welpenfutter ist deshalb ausdrücklich empfehlenswert.

Auch in der späteren Entwicklung können spezielle Mischungen weiterhelfen, z.B. Junior Hundefutter für die Junghund-Jahre oder ein Senior-Mix für den Herbst des Lebens.

Zu frühe starke körperliche Belastung rächt sich oft später

Ebenfalls wichtig: Im Wachstum wirkt der Hund vielleicht schon ziemlich groß und stark, ist aber bei weitem noch nicht komplett belastbar. Insbesondere der Bewegungsapparat ist noch in der Entwicklung, wird das Tier vor zu große Herausforderungen gestellt, ist die Verletzungsgefahr sehr groß.

Das bedeutet, dass gewisse Aktivitäten erst nach dem Abschluss der Reifephase angegangen werden sollten. Dazu gehören insbesondere Ausdauer-Sportarten wie Joggen neben dem Fahrrad oder einem Hunde Jogger, Zugsportarten wie Dogscooting und übermäßiges Treppensteigen.

FAQs

  • Wann Wachstumsschub Hund?

    Hunde machen in ihren ersten Lebensmonaten – große Rassen sogar in ihren ersten zwei Jahren – einige Wachstumphasen durch. Der deutlichste Schub geschieht ungefähr zwischen dem dritten und dem sechsten Lebensmonat: Aus einem kleinen, hilflosen Welpen wird dann innerhalb kurzer Zeit ein Junghund, der bereits 60 bis 80 Prozent seines Endgewichtes erreicht hat.

  • Haben Hunde Schmerzen beim Wachsen?

    Auch Hunde können Wachstumsschmerzen haben: Diese sind insbesondere in der “großen Wachstumsphase” zwischen dem 3. und 6. Monat oft zu beobachten. Das Tier wirkt dann eher müde und scheut sich davor, herumzutoben. Gewöhnlich klingt dies nach kurzer Zeit wieder ab: Bei länger andauernden Problemen solltest Du aber zum Tierarzt, um auszuschließen, dass es sich nicht um eine anbahnende chronische Gelenkkrankheit oder eine Verletzung handelt.

  • Wie groß wird mein Hund Mischling?

    Mischlingswelpen entwickeln sich besonders spannend, weil man nie genau weiß, wie groß sie werden. Meistens kann man sich in etwa an den Maßen der Mutter orientieren, es gibt aber ziemlich viele Ausnahmen von dieser Regel.
    Erste Vorhersagen lassen sich nach etwa 8 Wochen machen, wenn der Welpe dann verhältnismäßig klein, mittelgroß oder groß ist, wird er auch im Erwachsenenalter in diese Kategorie fallen. Nach 6 Monaten sind genauere Prognosen nötig, die Hunde haben dann 60 bis 80 Prozent ihres Endgewichtes erreicht, so dass Du die erwartete Größe hochrechnen kannst.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.