Hund riecht nach Fisch: Ursachen & Lösungen 2022

Igitt, mein Hund stinkt nach Fisch! So reagieren viele Tierfreunde, wenn ihr felliger Liebling eine irritierende Duftnote entwickelt. Das Problem ist gar nicht mal so selten, kann jeden Hund und auch fast jede Körperstelle bzw. -ausscheidung betreffen.

Die Ursachen hierfür sind sehr divers, dementsprechend gibt es auch viele mögliche Lösungen, die vielleicht in Betracht kommen.

Damit Du weißt, worauf Du achten musst, findest Du in der folgenden Liste die 11 häufigsten Gründe dafür, dass ein Hund nach Fisch riecht. Weiterhin findest Du 7 Dinge, die Du tun kannst, um deinen Vierbeiner von dem ekligen Geruch zu befreien.

11 Gründe dafür, dass ein Hund nach Fisch riecht

Wenn ein Hund nach Fisch riecht, kann das verschiedene Körperteile und Hinterlassenschaften betreffen. Besonders häufig tritt der Gestank

  • aus dem Maul
  • von der Haut/Fell
  • im Kot und
  • im Urin

der Vierbeiner auf. In den meisten Fällen liegt das dann an einem der folgenden 11 Ursachen.

1. Fischhaltiges Futter & Intoleranzen

Der erste mögliche Grund ist ziemlich einleuchtend und harmlos: Oft hat der Vierbeiner einfach nur fischhaltiges Futter gefressen. Derartige Sorten sind sehr beliebt, weil sie vergleichsweise mager sind und viele Omega Fettsäuren enthalten, gleichzeitig verursachen sie oft aber auch starken Mundgeruch.

Typisch ist dann, dass der Gestank nach dem Fressen auftritt und verschwindet, sobald der Vierbeiner eine andere Mahlzeit bekommt. Gelegentlich hat ein Futter ein derartig starkes Aroma, dass auch noch der Kot leicht nach Fisch riecht.

Betrifft auch Nahrungsergänzungsmittel

Das betrifft natürlich auch Nahrungsergänzungsmittel bzw. Futter mit eigentlich lobenswerten Zusätzen. Wenn dein Hund z.B. Lachsöl oder Grünlippmuschel bekommt, wird er ebenso aus dem Maul riechen.

Verstärkt wird das Problem, wenn der Hund eine Futtermittelallergie oder Intoleranz hat. Das muss nicht unbedingt am Fisch als tierische Proteinquelle liegen, sondern kann von anderen Allergenen wie z.B. enthaltenem Getreide verursacht werden.

Dann hat der Hund oft zusätzlich mit Blähungen und Aufstoßen zu kämpfen. Bei gestörter Verdauung ist ein vermeintlicher Fischgeruch selbst dann möglich, wenn das Tier eigentlich anderes Fleisch bekommt, er wird dann von ungünstig zusammengesetzten Bakterien verursacht.

2. Hund bedient sich aus Müll

Eine zweite Ursache für Fischgeruch aus dem Maul liegt meistens, aber nicht immer, auf der Straße: Manche Vierbeiner lieben es, Müll oder andere Reste zu fressen. Das sind meistens neugierige, freilaufende Hunde.

Wenn der Abfall Fisch oder Meeresfrüchte enthält, riecht der Hund natürlich auch aus dem Mund dementsprechend. Weiterhin gibt es unzählige Mischungen, die zwar kein Fisch sind, aber sehr ähnlich stinken.

Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, dass sich das Tier vom heimischen Hausmüll bedient. Wünschenswert ist das alles allerdings nicht, nicht nur des Mundgeruchs wegen: Abfall erhöht auch das Risiko einer Magenverstimmung bzw. eines Parasitenbefalls beträchtlich.

3. Zahnprobleme

Fischiger Mundgeruch liegt oft aber auch an den Zähnen: Viele Hunde haben – sei es aufgrund von Fehlstellungen, Zahnstein oder Verletzungen – Probleme mit dem Gebiss.

Ein angegriffener Zahn ist leider eine offene Einladung für alle möglichen Keime: In den Zahntaschen und anderen Lücken bleiben Futterreste hängen, die, wenn es sich um Fisch handelt, ständigen Mundgeruch verursachen. Bakterien und/oder Pilze vermehren sich in der Folge stark, die dabei entstehenden Schwefelverbindungen machen den Gestank noch intensiver.

Hunde zeigen ihre Zahnschmerzen nicht gerne, das Problem wird deshalb meist zu spät erkannt: Dann wandern die Infektionen oft auch in andere Körperteile, z.B. ins Auge.

4. Leber- & Nierenerkrankungen

Leber und Nieren gehören zu den wichtigsten Stoffwechselorganen. Sie bauen z.B. Schadstoffe ab und sorgen so für die Entgiftung des Körpers – auch beim Hund.

Sind die Funktionen gestört, brauen sich Gifte zusammen und geraten auch in die Atmung. Typische Aromen sind dann z.B. süßlicher Duft, Ammoniak oder Uringestank aus dem Maul. Besonders Letzterer erinnert viele Hundehalter an Fisch.

Bei Stoffwechselerkrankungen treten zudem noch weitere Symptome auf: Häufig haben betroffene Tiere sehr viel Durst und lassen große Urinmengen ab. Auch Gewichtsverlust, Verdauungsprobleme oder lethargisches Verhalten sind Hinweise auf eine derartige organische Erkrankung.

5. Ausdünstungserscheinungen

Ein Fischgeruch muss aber nicht immer aus dem Maul kommen: Manchmal riecht auch das Fell übel – selbst, wenn der Hund eigentlich sauber geblieben ist.

Grund hierfür sind vor allem Ausdünstungen des Vierbeiners. Hunde schwitzen zwar nicht so wie wir Menschen, haben aber Talgdrüsen, die dazu da sind, Haut und Fell vor Feuchtigkeit, Kälte und Krankheitserregern zu schützen. Diese Fettschicht kann einen sehr üblen Geruch haben.

Oft wird dann gesagt, dass das Tier “nach Hund stinkt” – da die Duftnoten unterschiedlich sind, können auch fischige Ausdünstungen darunter sein. Besonders stark betroffen sind Wasserhunde wie Retriever oder Cocker Spaniel.

6. Hund hat sich gewälzt

Ob im Gras, im Kot von Artgenossen, in Aas oder im Schlamm – manche Hunde lieben es einfach, sich zu wälzen. Im Grunde genommen handelt es sich dabei auch um völlig artgerechtes Verhalten.

Alle Ursachen & Lösungen im Überblick

Du möchtest wissen, was dieses Verhalten alles verursacht? Dann guck’ dir doch auch unseren Artikel “Warum sich Hunde wälzen” an!

Problem an der Sache: Der Hund stinkt danach oft ungemein. Oft – natürlich vor allem, wenn er sich in bestimmten Essenresten oder Müll gewälzt hat – erinnert das Aroma dieses Geruchs sehr stark an Fisch.

7. Darmerkrankungen & Parasitenbefall

Auch wenn der Hund Verdauungsstörungen hat oder an einer Darmerkrankung leidet, kann Fischgeruch vorkommen. Meistens betrifft dieser dann den Kot des Vierbeiners.

Hauptursache dafür ist, dass das Gefressene nicht vollständig verarbeitet werden kann, der Kot ist also nicht komplett verdaut und riecht deshalb anders. In manchen Fällen spielen auch Endoparasiten wie Würmer und Giardien eine Rolle.

8. Bakterien & Pilze

Fast überall für üblen Geruch, der auch in Richtung Fisch gehen kann, verantwortlich sein können Bakterien und Pilze. Beide werden durch Verletzungen und Infektionen begünstigt.

So können sie z.B.:

  • Nase und Mundhöhle
  • Zahnapparat
  • Haut & Fell
  • Darm
  • Pfoten und
  • Kopf bzw. Ohren

befallen.

Neben Geruchsveränderungen aufgrund der Zersetzungsprozesse, welche die Kleinstlebewesen in Gang setzen, verursachen diese Schädlinge an falscher Stelle auch Beschwerden: So leiden viele betroffene Hunde unter Schmerzen, die Körperfunktionen sind eingeschränkt und auch Juckreiz tritt häufig auf.

9. Analdrüsenentzündung

Sehr schmerzhaft für den Hund ist eine Analdrüsenentzündung. Diese Drüse ist eigentlich ein Relikt aus alten Zeiten: Die Vorfahren unserer Vierbeiner brauchten sie, um ihre Spuren zu verwischen oder um Feinde zu verjagen – so ähnlich wie es Stinktiere noch heute machen.

Heute nutzen unsere felligen Freunde sie nicht mehr zum Schutz, sondern als Markierungshilfe. Ist die Analdrüse allerdings entzündet, tut dies dem Hund nicht nur weh, auch der Geruch des Sekrets verändert sich und geht oft ins Fischige.

Verursacht wird eine Entzündung oft durch Fremdkörper, die im Anus stecken bleiben, z.B. Grashälmer. Auch Allergien, Verdauungsprobleme wie Durchfall oder eine Verkrustung mit Kot, z.B. aufgrund von ungepflegtem Fell, begünstigen das Problem.

10. Gebärmutterentzündung

Manchmal stinkt aber auch der Urin des Hundes nach Fisch. Bei weiblichen Tieren liegt das gelegentlich an einer Gebärmutterentzündung. Verursacht wird sie in der Regel durch eine bakterielle Infektion, deshalb tritt die oft am Ende der Läufigkeit auf, wenn der Muttermund wieder geschlossen wird.

Eine Pyrometra, so der Fachbegriff, äußert sich vor allem in eitrigem Ausfluss. Gleichzeitig urinieren betroffene Hündinnen oft deutlich mehr, und zwar mit dem typischen Gestank. Weitere Symptome umfassen u.a. Fieber, Lethargie, Durchfall und Erbrechen.

Derartige Entzündungen sind gefährlich und können sogar mit einer tödlichen Sepsis enden.

11. Harnwegsinfektion

Beide Geschlechter hingegen können von einer Harnwegsinfektion betroffen sein. Sie ist meistens Resultat einer Blasenentzündung und wird vor allem von Bakterien verursacht.

Die Bakterien geraten z.B. aus dem Kot des Hundes in den Harntrakt ein, auch durch das eigene Blut – z.B. aufgrund einer Niereninfektion – kommen sie manchmal in die Harnwege. Betroffene Hunde trinken mehr, haben oft Probleme beim Wasserlassen und verhalten sich oft lethargisch, manchmal haben die Tiere dann auch Fieber.

Häufig ist der Urin dann sehr dunkel, auch, weil er Blut enthält. Der ungewöhnlich intensive Geruch der Hinterlassenschaften ist ein weiterer wichtiger Anhaltspunkt für eine Harnwegsinfektion, oft stinken sie gewaltig nach Fisch.

So kriegst Du den fischigen Geruch weg

Wenn ein Hund penetrant nach Fisch stinkt, ist das eigentlich nur normal, wenn er welchen gefressen hat. Ansonsten spricht das Aroma für ein gesundheitliches Problem, Du solltest der Ursache also unbedingt nachgehen.

Bei der Eigendiagnose helfen können vor allem weitere Symptome, die Du vielleicht beobachten kannst. Sollte deine Hündin z.B. neben Urin auch gelblichen Ausfluss haben, spricht viel für eine Gebärmutterentzündung. Probleme beim Kauen deuten hingegen vor allem auf eine Zahnerkrankung.

Je nach Ursache kommt eine andere Lösung in Frage. Viele Tierfreunde konnten bei den folgenden Strategien Erfolge vorweisen.

1. Futterwechsel

Wenn dein Hund aufgrund eines fischigen Futters aus dem Maul stinkt, hilft natürlich in erster Linie ein Futterwechsel. Statt Lachs kannst Du dann z.B. auf Geflügel, Rind oder Wild ausweichen.

Stark riechende Nahrungsergänzungsmittel werden mehr oder weniger geruchsneutral, wenn Du sie in Kapselform verabreichst, denn diese werden gewöhnlich erst im Magen geöffnet.

Sollte allerdings eine Futtermittelunverträglichkeit oder -allergie mit ins Spiel kommen, ist die Wahl einer Alternative nicht ganz so einfach. Am besten ist es dann wohl, eine besonders verträgliche hypoallergene Mischung zu wählen.

2. Den Hund baden

Wenn der Körper des Hundes stinkt, hilft es immer, ihn zu baden – oder?

Nicht ganz: Sollten die Talgdrüsen für den fischigen Geruch verantwortlich sein, kann ein Gang in die Wanne sogar kontraproduktiv sein: Kurzfristig riecht der Hund dann zwar nicht, langfristig sieht es aber wieder anders aus.

Im schlimmsten Fall kann zu viel Hygiene dann sogar Hautinfektionen verursachen, das Tier leidet dann und riecht sogar noch übler.

Hunde Shampoos im Test

Ein möglichst verträgliches Shampoo ist sehr wichtig, um die Haut nicht unnötig zu belasten. Mehr Infos findest Du in unserem “Hunde Shampoo” Guide.

Anders sieht es hingegen aus, wenn der Hund verdreckt ist, also beispielsweise nach einer Wälz-Einheit. Dann ist Baden die beste Option, nicht nur des Hundes wegen, sondern auch, um eine Verkeimung deiner Wohnung zu verhindern.

3. Regelmäßige Fellpflege

Ebenfalls gegen Eigengestank des Hundes helfen kann regelmäßige Fellpflege: Struppige Hunde mit verfilztem Fell sind sehr anfällig für bakterielle Infektionen oder Pilzbefall. Langhaarige Hunde sollten deshalb regelmäßig zumindest gebürstet werden.

Auch ein artgerechter Haarschnitt hilft dabei, den Vierbeiner frisch zu halten, weiterhin ist es so einfacher, Ektoparasiten wie Flöhe oder Zecken zu erkennen und zu bekämpfen.

4. Den Vierbeiner besser im Auge behalten

In vielen Fällen hilft es aber auch schon, einfach etwas mehr aufzupassen. Wenn Du deinen Liebling z.B. vermehrt an der Leine ausführst, kannst Du sofort einschreiten, wenn er beginnt, sich über Müll herzumachen oder sich zu wälzen.

In der eigenen Wohnung oder im Garten lohnt es sich dann natürlich auch, etwas für Ordnung zu sorgen – z.B. so, dass der Hund den Abfall nicht (mehr) erreichen kann.

5. Viel trinken lassen

Insbesondere wenn der Urin nach Fisch stinkt, ist es ratsam, den Vierbeiner viel trinken zu lassen. Das liegt nicht nur daran, dass Hunde mit Entzündungen besonderen Durst haben – es hilft ihnen auch, die Infektion zu bekämpfen.

Durch das dann häufigere Wasserlassen werden schließlich auch Bakterien hinausgespült. Weiterhin hilft ein gut gefüllter Napf gegen Dehydrierung und wirkt – falls das Tier eine erhöhte Temperatur hat – auch fiebersenkend.

6. Mehr Zahnpflege betreiben

Fischiger Geruch aus dem Maul liegt hingegen häufig an mangelnder Mundhygiene. Diese lässt sich vor allem prophylaktisch bekämpfen, nämlich durch intensive Zahnpflege.

Bei vielen Hunden hilft dann schon ein zahnfreundlicher Kauknochen. Andere Vierbeiner profitieren mehr von richtigem Zähneputzen mit Zahnbürste und -pasta. Sollte dein Schützling zu Zahnstein neigen, kann es auch sinnvoll sein, von Nass- auf Trockenfutter umzusteigen, denn Kroketten wirken mit einem stetigen Reibe-Effekt auf das Gebiss.

Weitere Infos

Wenn Du wissen willst, welche Produkte eingesetzt werden können, empfehle ich dir auch unseren “Zahnpflege für Hunde” Ratgeber.

Sehr wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die regelmäßige Inspektion des Mauls: Die meisten Tierärzte empfehlen, etwa einmal die Woche nachzuschauen, ob alles noch in Ordnung ist. So kannst Du nicht nur abgebrochene Zähne oder Infektionen nachvollziehen, auch oft sehr aggressive Tumore im Maulbereich können dann sofort erkannt und bekämpft werden.

Tierärztin Dr. Antje Steinke demonstriert einen Gebiss-Check beim Hund. Quelle: AniCura Tierkliniken & Tierarztpraxen / https://www.youtube.com/watch?v=VZBJfj6aErw .

7. Auf zum Tierarzt

Leider kannst Du aber sehr häufig alleine nur begrenzt gegen die Ursachen für einen fischigen Geruch beim Hund vorgehen. Dann musst Du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und in die Tierarztpraxis.

Glück im Unglück hast Du dann, weil es eigentlich keine Ursache gibt, die akut lebensbedrohlich ist. Allerdings kann sich ein Krankheitsverlauf schnell zum Schlechteren wenden, ich würde dir deshalb dazu raten, sofort einen Termin für deinen Vierbeiner zu vereinbaren.

Krankheiten, bei denen nur der Tierarzt helfen kann

  • Fortgeschrittene Zahnleiden: Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente & oft Zahn-OP
  • Stoffwechselerkrankungen: Medikamente & Nahrungsumstellung
  • Schwere Magen-Darm-Erkrankungen: Medikamente, Nahrungsumstellung, ggf. OP
  • Bakterielle Infektionen & Pilzbefall: Antibiotika oder antimykotische Medikamente
  • Gebärmutterentzündung: Medikamente und/oder (auch als Prophylaxe) Kastration
  • Harnleiterentzündungen: Antibiotika.

FAQs

Wie riecht Analdrüsensekret beim Hund?

Der Hund nutzt die Analdrüse vor allem zum Markieren. Das Sekret hat eine individuelle Note, kein Tier riecht gleich. Aufgrund der Vermengung zwischen Drüsensaft und Kot wirkt die Mischung auf uns sehr eklig. Sollte der Hund aus dem Po nach Fisch riechen, spricht das für eine Analdrüsenentzündung, die tierärztlich behandelt werden sollte.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.