Hund pupst viel: Ursachen, Lösung & Tipps 2024

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Jeder Hund hat hin und wieder Blähungen: Dabei handelt es sich oft um überschüssige Gase, die sich im Dünndarm gebildet haben, auch eingeatmete Luftbläschen werden auf diese Weise wieder ausgeschieden.

Kommt das nur selten vor, besteht eigentlich kaum Grund zur Sorge. Wenn ein Hund wirklich viel pupst, wird das aber schnell zu einer Belästigung, gelegentlich können dann sogar ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.

Im folgenden Artikel erfährst Du, welche 11 Gründe meistens hinter häufigen Blähungen stecken. Weiterhin findest Du 5 bewährte Strategien, die dagegen helfen.

11 Gründe, warum ein Hund oft Blähungen hat

1. Minderwertige Ernährung

Blähungen beim Hund werden meistens von minderwertigem Futter verursacht. Oft liegt das daran, dass Hundehalter am falschen Ende sparen und ihrem vierbeinigen Schützling einfach das billigste Futter kaufen, das sie im Supermarkt finden können.

Auch auf Snacks achten

Aufgepasst: Blähungen können natürlich nicht nur vom Hauptfutter kommen, sondern auch von Leckerlis. Auch bei diesen Snacks gibt es minderwertig zusammengesetzte Sorten – vor dem Kauf solltest Du also auch hier die Zutatenliste im Blick behalten.

Natürlich gibt es auch preiswerte Sorten, die sehr hochwertig sind, leider finden sich aber auch einige schwarze Schafe: Schlecht verdauliche, schwach deklarierte Proteinquellen, ein sehr hoher Getreideanteil und weitere Füllstoffe sind klare Anzeichen dafür, dass ein Futter zwar den gesetzlichen Anforderungen entspricht, aber keine gute Zusammensetzung haben.

Magen und Darm haben es dann sehr schwer: Sie bilden viele Gase, was dann zu Blähungen führt.

2. Allergien & Unverträglichkeiten

Unabhängig von der Qualität des Futters treten Blähungen allerdings häufig auf, wenn eine Allergie oder eine Unverträglichkeit besteht. In diesen Fällen ist die Nahrung zwar eigentlich gut zusammengesetzt, bestimmte Bestandteile werden aber vom Körper nicht richtig erkannt.

Der Organismus bewertet sie dann als feindlich und schädlich. Statt das Futter richtig zu verdauen, wird es so schnell wie möglich wieder ausgeschieden. Im Dünndarm muss es dann von Gasen zersetzt werden – Folgen sind dann häufige Blähungen und auch Durchfall.

Allergien sind gewöhnlich angeboren, Unverträglichkeiten werden hingegen im Laufe des Lebens eines Hundes erworben. Häufigstes Allergen sind bestimmte Proteine, z.B. aus Fleisch oder Getreide.

3. Futtermittelverwertungsstörung

Sehr mit Unverträglichkeiten verwandt sind Futtermittelverwertungsstörungen. Dabei reagiert der Körper auf einen bestimmten Inhaltsstoff allerdings nicht allergisch, sondern eher ratlos: Er wird nicht verdaut, sondern gerät fast ungefiltert in den Dünndarm.

Dort wiederum müssen Gase die Arbeit erledigen. In diesem Prozess entstehen zwangsläufig Blähungen und der Hund pupst.

Eine Verwertungsstörung tritt häufig auf, weil der Vierbeiner eine besondere Enzym-Zusammensetzung hat. Überfordert ist der Körper dann vor allem von zu vielen Inhaltsstoffen wie Fett, Kohlenhydraten, Ballaststoffen oder auch Laktose.

4. Unsachgemäß verabreichte Nahrungsergänzungsmittel

Viele Nahrungsergänzungsmittel können dem Hund sehr dabei helfen, gesund und vital zu bleiben. Dann muss aber auch die Dosierung stimmen: Kriegt der Vierbeiner zu viel, können auch Probleme auftreten.

Das trifft z.B. auf Probiotika zu. Diese lebenden Mikroorganismen können dazu beitragen, Immunsystem und Verdauung zu stärken, Tierärzte empfehlen sie oft auch zur Darmsanierung. Übermäßig dosiert können sie aber auch das Gegenteil verursachen, die eigentlich gesunde Darmflora destabilisieren und so Blähungen verursachen.

5. Genetische Voraussetzungen

Weiterhin gibt es einige Hunderassen, die aus genetischen Gründen zum Pupsen neigen. Das betrifft insbesondere brachycephale Hunderassen. Sie haben eine deutlich kürzere Schnauze und einen im Verhältnis zum restlichen Körper unproportional gewachsenen Kopf.

Leider ging der Trend lange Zeit dazu, vermeintlich niedliche, besonders kleine Hunde zu züchten. Die Tiere zahlen dann den Preis, denn sie haben dann oft z.B. massive Atemprobleme. Allerdings ist nicht jeder Hund dieser Rassen eine Qualzucht, verantwortungsvolle Züchter legen Wert darauf, dass die Tiere so ausgesucht werden, dass im Alltag kaum Probleme auftreten.

Beispiele für brachycephale Hunde

  • American, English & French Bulldog
  • Boston Terrier
  • Boxer
  • Cavalier King Charles Spaniel
  • Chihuahua
  • Lhasa Apsoss
  • Malteser
  • Mops
  • Pekinese
  • Shih-Tzu
  • Zwergpinscher.

Quelle: Kleintierpraxis am Park, Rheinfelden.

Aufgrund ihrer zu kurzen Schnauze neigen diese Hund dazu, stark nach Luft zu schnappen. Diese hastigen Bewegungen führen dann zu Luftbläschen, die in den Körper gelangen. Ausgeschieden werden sie dann wieder durch Darmwinde, die Tiere pupsen also öfter als Artgenossen mit normal proportioniertem Kopf.

6. Hund neigt zum Schlingen

Ebenfalls zu vermehrten Luftbläschen, die dann durch Pupser ausgeschieden werden, neigen Hunde, die ihr Futter eher schlingen als fressen. Einige Rassen sind besonders dafür bekannt: Labrador Retriever haben z.B. aus genetischen Gründen kaum Sättigungsgefühl, weshalb sie sich besonders hastig an ihr Futter machen.

Andere Vierbeiner schlingen hingegen eher aus Nervosität: Das liegt meistens daran, dass um ihren Napf herum zu viel Trubel herrscht, auch Futterneid von Artgenossen, die im selben Haushalt leben, ist gelegentlich für dieses Verhalten verantwortlich.

Neben Blähungen kann zu schnelles Fressen von Futter auch gefährliche Nebeneffekte haben: Die ohne Not-OP tödliche Magendrehung tritt z.B. oft nach Schlingen auf, auch Erstickungsanfälle werden dadurch begünstigt.

7. Alterserscheinung

Gesunde, gut genährte Hunde im besten Alter sollten eigentlich nicht zu Blähungen neigen. In bestimmten Lebensphasen ist es aber wahrscheinlicher, dass ein Tier pupst, ohne dass es größeren Grund zur Sorge gäbe:

  • Welpen und Junghunde müssen das richtige Fressen erst einmal lernen: Anfangs sind sie oft noch ziemlich ungestüm und fressen dann zu schnell. Damit nehmen sie Luftbläschen auf, die durch Blähungen wieder aus dem Körper geraten.
  • Ältere Hunde – meist ungefähr im letzten Viertel ihrer Lebenserwartung – haben oft eine trägere Verdauung. Wenn sie zu viel fressen, geraten einige Futterbestandteile unverdaut in den Dünndarm, die dadurch entstandenen Gase fördern Blähungen.

8. Parasitenbefall

Deutlich mehr Handlungsbedarf besteht, wenn der Hund von Parasiten befallen ist: Viele Würmer und auch Giardien setzen sich vor allem im Darm nieder und behindern die Verdauung beträchtlich.

Die Darmflora wird empfindlich aus dem Gleichgewicht gebracht, weshalb das Futter teilweise schlecht verdaut in den Dünndarm gerät. Häufige durch Gase entstandene Blähungen sind oftmals das erste Symptom dafür, dass der Vierbeiner von Schmarotzern heimgesucht wird.

Vermehren sich die Plagegeister unkontrolliert, kommen später noch weitere Verdauungsprobleme hinzu: Sehr häufig leiden Hunde dann z.B. unter fast schon chronischem Durchfall.

9. Nebenwirkung von Medikamenten

Dein Hund erholt sich gerade von einer bakteriellen Infektion? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er vom Tierarzt Antibiotika verschrieben bekommen hat. Diese Mittel wirken oft sehr schnell, sind aber nicht frei von Nebenwirkungen.

Denn diese Medikamente töten zwar schädliche Keime zuverlässig ab, machen aber auch vor nützlichen Bakterien keinen Halt. Die Folge: Die Darmflora gerät ganz schön aus dem Gleichgewicht, Nahrung wird nur noch schlecht verdaut.

Bis der Vierbeiner sich davon erholt hat, können einige Tage bis Wochen vergehen. In der Zwischenzeit leiden viele Tiere dann unter mehr oder weniger starken Blähungen.

10. Magen-Darm-Infekte

Magen-Darm-Infekte bei Hunden können sowohl von Bakterien (z.B. Campylobacter, Salmonellen) als auch von Viren (z.B: Noroviren oder die gefährliche Parvovirose) sein. Betroffene Tiere sind gewöhnlich deutlich schlapper als sonst und weisen nicht selten auch blasse Schleimhäute und Fieber (ab ca. 40 Grad) auf.

Mensch-Tier-Übertragungen möglich

Viele Krankheitserreger, die Magen-Darm-Infekte verursachen, sind bei der Wahl ihres Wirtes nicht wählerisch. So ist es auch möglich, dass kranke Menschen Hunde anstecken und umgekehrt. Sollte also jemand in deinem Haushalt Symptome zeigen, ist es ratsam, besonders vorsichtig und reinlich zu sein.

Typischerweise spielen bei derartigen Infekten auch die Verdauungsfunktionen verrückt: Fast alle betroffenen Hunde leiden unter Durchfall und/oder Brechreiz. Weiterhin treten sehr häufig auch Blähungen auf.

11. Chronische organische Erkrankungen

In einigen Fällen kann das Pupsen aber auch schwerwiegende Gründe haben: Blähungen können nämlich auch von chronischen organischen Erkrankungen verursacht werden. Häufig liegt es dann an Krankheitsbildern wie

  • Darmtumoren
  • Pankreas-Insuffizienz (Bauchspeicheldrüsenversagen) oder
  • Der Chronischen Darmentzündung beim Hund (IBD).

Unbehandelt verschlimmert sich der Gesundheitszustand dann schnell, so dass es nicht mehr “nur” zu Blähungen kommt. Im Laufe der Zeit wird der Hund dann schwächer, leidet oft unter chronischem Durchfall und gerät in vielen Fällen sogar in Lebensgefahr.

Hund pupst viel: 5 Lösungen, die helfen

Wenn ein Hund viel pupst, ist das zwar in den meisten Fällen nicht direkt gefährlich, kann aber durchaus ein Problem darstellen:

Einerseits ist es möglich, dass es nicht ausschließlich dabei bleibt, Blähungen entwickeln sich oft zu ernsthaften Verdauungsproblemen weiter.
Andererseits stellen Pupse auch eine Geruchsbelästigung für die menschlichen Familienmitglieder und Gäste dar.

Ich kann also verstehen, dass Du selbst bei “harmlosen” Ursachen etwas dagegen unternehmen möchtest. Erfreulicherweise gibt es einige Lösungen, die sich sehr bewährt haben.

1. Ernährungsumstellung

In den meisten Fällen ist eine Ernährungsumstellung die beste Strategie, um gegen chronische Blähungen vorzugehen. Im Regelfall bedeutet dies einen Futterwechsel. Welcher hilfreich ist, hängt vor allem von der genauen Ursache ab:

  • Sollte ein minderwertiges Futter der Grund sein, hilft oft schon der Wechsel auf eine besser zusammengestellte Sorte
  • Bei Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien haben sich insbesondere hypoallergene Hundefutter bewährt
  • Liegen die Blähungen an Verwertungsstörungen, kann es helfen, auf getreidefreie Futter oder Sorten mit einem geringeren Ballaststoffanteil auszuweichen
  • Solltest Du deinen Hund BARFen, ist es ratsam, nur wenige bindegewebshaltige Nebenerzeugnisse wie Sehnen, Milz oder Pansen zu füttern
  • Manchmal hilft es auch, Präbiotika abzusetzen oder die Dosis zu reduzieren.

Oft braucht der Verdauungstrakt des Vierbeiners etwas, um sich an die neue Sorte zu gewöhnen. Es ist also durchaus möglich, dass in den ersten Tagen verstärkt Komplikationen wie weicher Stuhl bzw. Durchfall und auch Blähungen auftreten. Das ist ganz normal, nach kurzer Zeit sollten sich diese Probleme eingestellt haben.

2. Für langsame Nahrungsaufnahme sorgen

Sollte dein Hund fast schon panisch schnell fressen, lassen sich Blähungen vor allem in den Griff bekommen, indem Du dafür sorgst, dass der Hund die Nahrung etwas langsamer aufnimmt.

Hierfür gibt es einige sehr bewährte Strategien: Sollte der Hund aus Nervosität schlingen, reicht es oft schon, bei den Fütterungen für etwas mehr Ruhe zu sorgen, z.B. durch einen etwas abgelegenen Ort, an dem Du den Napf aufstellst. Auch die zeitweilige Trennung von Artgenossen hat sich oft als hilfreich erwiesen.

Anti Schling Napf für schwierige Fälle

Wenn alles nicht fruchtet oder dein Vierbeiner einfach aus genetischen Gründen ständig Heißhunger hat, können auch Anti Schling Näpfe helfen. Diese Produkte sind so gestaltet, dass der Hund beim Fressen nachdenken muss, bevor er an sein Futter kommt – z.B. durch Schlangenlinien im Napf.

Mehr zum Thema findest Du in unserem “Anti Schling Napf” Artikel.

Manche Hundehalter haben auch mit kleineren, auf den Tag verteilten Portionen hervorragende Erfahrungen gemacht. Das Tier kriegt dann beispielsweise nicht mehr zwei große Fütterungen täglich, sondern drei kleinere.

3. Entwurmung

Fast jeder Hund ist mindestens einmal im Leben von Wurmbefall geplagt. Das ist kein Grund, sich zu schämen: Die Plagegeister befallen den Vierbeiner meistens unbemerkt, manchmal reicht schon das Beschnuppern von kontaminiertem Gras aus.

Sollte dein Liebling unter Parasitenbefall leiden oder einer Risikogruppe (z.B. viel unbeaufsichtigter Auslauf) angehören, hilft es eigentlich nur, ihn zu entwurmen. Einige Hundehalter setzen dabei auf pflanzliche Präparate, die meisten Experten empfehlen aber ein speziell für den Zweck entwickeltes Arzneimittel.

Weitere Infos & Empfehlungen

Mehr zu diesem wichtigen Thema kannst Du auch in unserem Guide “Die besten Wurmmittel für Hunde” erfahren.

Antiparasitika wurden klinisch erprobt und sind gewöhnlich frei von starken Nebenwirkungen: Sie töten Würmer und andere Schmarotzer zuverlässig ab, während der Vierbeiner in seinem Tatendrang nicht eingeschränkt wird.

4. Bauchmassage

Manche Hunde, die unter Blähungen leiden, haben auch Symptome einer Kolik: Das angesammelte Gas wird dann nicht sofort komplett ausgeschieden, sondern sammeln sich an. Der Bauch bläht dann auf, was für den Vierbeiner sehr schmerzhaft ist.

Dann musst Du auf der Hut sein, denn es könnte auch z.B. eine lebensgefährliche Magendrehung dahinterstecken. Solltest Du dir sicher sein, dass es sich “nur” um eine Kolik handelt, können allerdings entspannende Massagen helfen.

Hundephysiotherapeutin Sibylle Frey zeigt entspannende Bauchmassagen. Quelle: Hunde-Physio Frey / https://www.youtube.com/watch?v=9dIcm7_WzRU .

Diese können nicht nur im Ernstfall eingesetzt werden: Manche Vierbeiner lieben es, am Bauch gekrault zu werden, die Massagen dienen dann auch der Entspannung und festigen den Zusammenhalt zwischen Hund und Bezugsperson.

5. Behandlung durch den Tierarzt

In manchen Fällen ist es allerdings doch notwendig, zum Tierarzt zu gehen. Das ist eigentlich immer angebracht, wenn alle Lösungsversuche keine Linderung bieten. Pflicht ist ein Praxisbesuch, wenn Du vermutest, dass dein Liebling unter einer chronischen Erkrankung leidet.

Der Mediziner wird sich dann ausführlich über die Ernährung des Vierbeiners informieren, oft werden weiterhin Blut und Kot des Hundes im Labor analysiert. Die Therapie richtet sich dann ganz nach der Diagnose – oft wird der Arzt einen speziellen Ernährungsplan erstellen, aber auch die Gabe von Medikamenten ist möglich.

Sollte dein Hund einer brachycephalen Rasse angehören und unter starken Atemproblemen neigen, die Blähungen fördern, kann auch eine OP angebracht sein. Dann werden z.B. die Nasenlöcher chirurgisch erweitert, so dass der Vierbeiner besser Luft bekommt.

FAQs

Was Hund füttern bei Blähungen?

Wenn dein Hund viel pupst, hilft oft eine Ernährungsumstellung auf hochwertiges Futter mit wenig Füllstoffen und gut verwertbaren Proteinquellen. Es lohnt sich dann, auf die genaue Zutatenangabe zu achten: Gut deklariertes Futter mit viel Muskelfleisch sorgt oft dafür, dass Blähungen schon schnell der Vergangenheit angehören.

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Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.