Hund kann nicht mehr aufstehen – was tun?

Wenn der Hund nur mit großer Mühe aus eigener Kraft aufstehen kann oder gleich ganz liegen bleibt, ist das großer Grund zur Sorge. Denn praktisch immer stecken andere gesundheitliche Leiden dahinter.

Welche diese sind, erfährst Du in diesem Text. Und damit Du deinem Liebling trotzdem ein hochwertiges, erfülltes Leben führen kann, findest Du außerdem viele Tipps, wie Du dem Vierbeiner helfen kannst, wieder agiler zu werden.

Die Symptome

In den meisten Fällen sind Probleme beim Aufstehen ein schleichender Prozess: Ganz langsam braucht der Vierbeiner immer mehr Zeit, um nach oben zu kommen.

Irgendwann werden die Beschwerden dann so groß, dass das Tier den Tag eigentlich nur noch im Liegen verbringen kann.

Der Hund möchte, wird aber vom Körper daran gehindert

Wenn dein Liebling sich nicht vom Fleck rührt, ist das nicht unbedingt sofort Grund zur Sorge. Man sollte schließlich nicht vergessen, dass Hunde deutlich mehr Schlaf brauchen als wir Menschen – durchschnittlich etwa 14 Stunden.

Problematisch wird es dann, wenn der Hund gerne aufstehen möchte, es aber nicht kann. Wenn Du beobachtest, dass der Vierbeiner sich vergeblich aufrichten möchte, ist es Zeit, zu handeln.

Mögliche Ursachen

Aber woran liegt das? Das kommt ganz auf den jeweiligen Einzelfall an. Es gibt nämlich viele Ursachen dafür, dass der Hund sich nicht vom Fleck bewegt. Meistens, aber nicht immer, steht der Hund nicht auf, weil ihn Schmerzen daran hindern. Die Bewegung tut ihm dann so weh, dass er es irgendwann ganz lässt.

Anders als häufig angenommen reagieren Vierbeiner nicht immer mit Winseln und Jaulen auf Schmerz – manchmal bleiben sie auch nur in Schonhaltung liegen.

Solltest Du dann versuchen wollen, den Hund körperlich zum Aufstehen zu bewegen, solltest Du sehr vorsichtig vorgehen – wenn Du ihn in dieser Situation berührst, kann es nämlich gut sein, dass die Schmerzen so stark werden, dass er mit Abwehrreaktionen oder sogar einem Biss reagiert.

Alterserscheinungen

In manchen Fällen sind es aber eher Alterserscheinungen: Wenn dein Tier ins Seniorenalter kommt, ist es nicht mehr so belastbar wie früher. Es braucht längere Erholungspausen, die meistens im Liegen verbracht werden.

Häufig spielen dann auch Seh- und Hörprobleme eine Rolle: Das Tier nimmt dann deine Bemühungen, ihn zum Aufstehen zu bewegen, kaum wahr und bleibt lieber liegen.

Achtung: Lethargie und übermäßiges Schlafbedürfnis können auch erste Anzeichen einer Hundedemenz sein. Für optimale Lebensqualität ist es wichtig, Altersprobleme ernst zu nehmen und einen Tierarzt aufzusuchen.

Verletzungen

Aber auch in jüngeren Jahren können Probleme beim Aufstehen auftreten. Und diese kommen dann manchmal sehr abrupt: War der Vierbeiner noch vor kurzer Zeit fit, will er dann plötzlich überhaupt nicht mehr hoch.

Sehr oft liegt das an einer Verletzung: Wenn ein Hund Sport macht, kann er sich genauso wie wir Menschen auch Blessuren davontragen. Diese machen sich entweder sofort oder auch erst verzögert bemerkbar: Bänderrisse, Knieverletzungen oder bestimmte Knochenbrüche schmerzen oft erst nach einer längeren Ruhephase besonders.

Infektionen und andere innere Erkrankungen

Wenn dein Hund nicht aufstehen kann und auch ansonsten lethargisch ist, kann aber auch eine innere Erkrankung Ursache dafür sein. Bakterielle Krankheiten, Virusinfektionen und Parasiten können das Tier dann so schwächen, dass es sich einfach nicht mehr bewegen kann.

Neben Bewegungseinschränkungen treten in diesem Fall meist auch andere Symptome auf, z.B. Fieber, klebrige Augen oder Appetitlosigkeit/Erbrechen.

Hier ist ein schneller Gang zum Tierarzt, am besten mit einem Blutbild, sehr wichtig: Ansonsten können nämlich auch lebensbedrohliche Zustände wie eine Sepsis auftreten.

Chronische Gelenkleiden

Wenn der Hund schleichend Probleme beim Aufstehen entwickelt und irgendwann der Punkt gekommen ist, an dem er überhaupt nicht mehr hoch will, sind meistens chronische Gelenkerkrankungen verantwortlich.

Diese können schon in jungen Jahren auftreten, werden aber häufig erst im Seniorenalter richtig akut. Gelenkleiden machen die Bewegungen für den Hund so schmerzhaft, dass sie irgendwann die Aufstehbewegung nicht mehr schaffen.

Zu den häufigsten Gelenkerkrankungen gehören Arthrose (chronischer Gelenkverschleiß), Arthritis (häufige Entzündungen der Gelenke) und Hüftdysplasie (eine angeborene Fehlstellung des Hüftgelenks, die sich mit zunehmendem Alter verschlimmert). Eine angemessene tierärztliche Behandlung ist eigentlich immer vonnöten.

So hilfst Du dem Hund, wieder aufstehen zu können

Es gibt also viele Ursachen dafür, dass dein Hund nur schwierig oder gar nicht mehr aufstehen kann. In manchen Fällen hilft leider nur ein Gang zum Tierarzt.

Oft gibt es aber Möglichkeiten, dem Vierbeiner wenigstens ein wenig dabei zu helfen, den Alltag zu durchleben. Besonders bei Gelenkleiden gibt es hier einige Möglichkeiten.

Artgerechte Bewegung

Wenn der Hund sich nicht rühren möchte, steckt oft eine Schonhaltung dahinter. Denn ohne Bewegung hat das Tier auch weniger Schmerzen.

Bei chronischen Leiden sollte dies aber wirklich die letzte Lösung sein. Bewegung gehört nämlich nicht nur zu den Grundbedürfnissen der Vierbeiner, sondern macht ihn auch stärker.

Dabei solltest Du deinen Liebling aber anders belasten, als Du es von gesunden Hunden gewohnt bist.

Langsames Spazierengehen

Auch bei Gebrechen ist Auslauf wichtig – er stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern hilft auch dem Herz-Kreislauf-Apparat. Das geht aber nur mit entsprechender Rücksicht.

Zwar solltest Du an der Leine weiterhin die Richtung vorgeben, beim Tempo solltest Du dann aber dem Hund folgen. Schalt’ also einen Gang runter und gib’ deinem Vierbeiner die Zeit, die er zum Spazierengehen braucht.

Schwimmen

Wenn der Hund sich bewegen soll, ohne dass die Gelenke zu sehr belastet werden, ist auch Schwimmen eine gute Option. So werden die Muskeln trainiert, ohne dass der Hund zu große Schmerzen hat. Viele Physiotherapeuten setzen dabei auf Unterwasserlaufbänder, die den Hund belasten, ihn aber gleichzeitig auch schonen.

Allerdings solltest Du deinen Liebling dabei genau im Auge behalten, um ein Ertrinken zu verhindern. Oft ist es sinnvoll, den Hund mit einer speziellen Schwimmweste auszustatten.

Cavaletti-Übungen

Manchmal können auch Cavaletti-Übungen hilfreich sein. Dieses Training stammt ursprünglich aus dem Pferdesport, findet in modifizierter Form aber auch bei Hunden Anwendung.

Dabei legst Du auf dem Boden einen Hindernisparcours aus, der aus niedrig angelegten Stöckchen besteht. Der Hund soll dabei nicht springen, sondern langsam erst mit den Vorder- und dann mit den Hinterbeinen darüber steigen. Das trainiert die Gelenke, ohne sie übermäßig zu belasten.

Hilfsmittel für den Alltag

Außerdem gibt es auch einige praktische Hilfsmittel, die den Hund zwar nicht von seinem Leiden befreien, sie aber deutlich lindern können.

Hunderampe

Springen ist für geschundene Gelenke wahres Gift: Sie stellen eine enorme Belastung dar und können die Schmerzen der Tiere verstärken. Bald ist das Leid dann so groß, dass der Vierbeiner überhaupt nicht mehr hochkommt.

Hier kann eine Hunderampe gute Dienste leisten. Diese Helfer sind meistens ausklapp- oder teleskopierbar und ermöglichen es dem Tier, Höhenunterschiede (z.B. Treppen oder ins Auto) schonend zu überwinden.

Hier habe ich für dich eine Liste sehr empfehlenswerter Hunderampen zusammengestellt.

Orthopädisches Hundebett

Bei Arthrose oder anderen chronischen Gelenkleiden ist auch der Schlaf selbst ein Grund dafür, dass der Hund nicht mehr hochkommt: Auf festem Untergrund werden die Gelenke nämlich auch in der Ruheposition belastet.

Hier kann ein orthopädisches Hundebett helfen. Diese bestehen aus Kaltschaum oder ähnlichem Material und sorgen dafür, dass sich die Matratze individuell der Schlafposition des Tieres anpasst. Belastungen werden verringert und der Hund ist anschließend schmerzfreier.

In diesem Text erfährst Du mehr dazu: Hier habe ich die besten 2020 erhältlichen orthopädischen Hundebetten miteinander verglichen.

Nahrungsergänzungsmittel wie Grünlippmuschel

Bei Arthrose hilft außerdem oft eine Ernährungsumstellung: Es gibt viele Nährstoffe, die die Produktion der Gelenkflüssigkeit im Körper mit ankurbeln helfen.

Besonders beliebt ist Grünlippmuschel: Dieses Nahrungsergänzungsmittel aus Neuseeland enthält viele Glykosaminoglykane, Kohlenhydratverbindungen, die im Körper für die Bildung von Knorpelmasse sehr wichtig sind.

Hier findest Du die besten Grünlippmuschel Präparate für 2020 im Test & Vergleich.

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Sven Kohler

Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.