Schwarze Kruste auf der Hundezitze: 8 häufige Ursachen & 5 Lösungen 2022

Du hast den Unterleib deiner Hündin begutachtet und festgestellt, dass sich an den Zitzen schwarze Kruste gebildet hat? Dann kann ich verstehen, dass Du sehr beunruhigt bist.

In manchen Fällen ist die Sorge auch berechtigt, oft stellt sich die Ursache im Nachhinein aber auch als harmlos heraus.

Damit Du weißt, was deiner Hündin fehlen könnte, findest Du im folgenden Artikel die 8 häufigsten Gründe für schwarze Krustenbildung im Brustbereich von Hündinnen.

Die 8 häufigsten Gründe für schwarze Kruste auf Hundezitzen

1. Schmutz & Dreck

In den meisten Fällen hat die schwarze Kruste auf der Zitze einen sehr harmlosen Ursprung: Oft handelt es sich dabei einfach um Schmutz und Dreck, der sich an dieser empfindlichen Stelle niedergelassen und langsam verhärtet hat.

Grund zur Sorge besteht dann kaum: Manchmal ist es aber gar nicht so einfach, diese Ursache herauszufinden, denn manche Verschmutzungen sind sehr hartnäckig und lassen sich nur mit großer Mühe entfernen.

Betroffen sind vor allem Hündinnen, die gerne viel unterwegs sind und/oder sich an etwas dreckigen Orten ausruhen, während sie auf dem Bauch liegen.

2. Ausgeprägte Talgproduktion

Derartiger Schmutz ist sehr häufig für die schwarzen Krusten verantwortlich, kann aber auch durch andere Faktoren begünstigt werden. Einer ist eine Überfunktion der Talgdrüsen.

Diese haben Hunde genauso wie wir Menschen. Die Funktion ist dann auch gleich: Die Drüse produziert ein öliges Sekret, das Haut und Fell gegen Eindringlinge wie Bakterien und Pilze schützt. Das ist insbesondere am empfindlichen Unterleib der Vierbeiner, der kaum Haare umfasst, wichtig.

Allerdings kann es aus verschiedenen Gründen dazu kommen, dass die Talgdrüsen deutlich mehr Sekret als nötig produzieren.

Dazu gehören

  • Hormonelle Umstellungen, insbesondere in der “Hunde-Pubertät”
  • Eine Talgdrüsenhyperplasie, bei der (gutartige) Wucherungen dazu führen, dass sich die Talgzellen vermehren.

Bei Menschen spricht man dann auch von “Mitessern”. Typisch dafür sind kleine schwarze Punkte um die Zitzen herum.

Die schwarze Kruste ist dann ebenfalls Schmutz. Er vermischt sich mit dem Sekret, das sich daraufhin verfärbt. Der Hund hat dann gewöhnlich keine Schmerzen, bei einer Hyperplasie kann es aber zu Knotenbildung und einer Verhornung der Haut um die Zitzen herum kommen.

3. Schwangerschaft

Deine Hündin ist trächtig und hat auf einmal schwarze Krusten auf den Zitzen? Auch in diesem Fall würde ich mir keine großen Sorgen machen. In den Wochen vor der Geburt verändert sich der Körper: Der Hormonhaushalt verschiebt sich, das Tier frisst mehr, um ihre Jungen optimal mit Milch versorgen zu können.

Mehr Energie für die Geburtsvorbereitung

Vor der Geburt ist es ratsam, der Hündin speziell zusammengesetzte, energiereiche Nahrung zu spendieren. Mehr dazu findest Du in unserem “Hundefutter für trächtige Hündinnen” Vergleich.

Die Milchproduktion beginnt gewöhnlich schon Tage vor der Niederkunft. In dieser Zeit öffnen sich auch die Drüsen der Zitzen langsam – hin und wieder tropft dann Milch heraus.

Hundemilch hat einen Fettgehalt von über 10 Prozent. Deshalb ist es für Schmutz sehr einfach, sich an den Zitzen zu verfangen und eine trockene, dunkle Schicht zu bilden. Nach der Geburt sollte diese rasch verschwinden, da die hungrigen Hundekinder sie schnell sauber saugen werden.

4. Scheinträchtigkeit

Aber aufgepasst: Nicht jede Hündin, die schwanger wird, ist es auch. Scheinträchtigkeiten sind ein sehr häufig beobachtetes Phänomen bei weiblichen Tieren: Sie benehmen sich dann wie ausgewechselt, engagieren sich in “Nestbau-Aktivitäten” und behandeln Kuscheltiere oder anderes Spielzeug so, als wären es ihre eigenen Welpen.

Das ist keine Marotte, sondern hormonell bedingt. Deshalb treten diese Symptome auch einige Wochen nach der Läufigkeit auf.

Häufig kommt es dabei auch zu einer kleinen Milchproduktion. Auch dann ist es möglich, dass das Milchsekret mit Schmutz vermischt wird und eine schwarze Kruste auf den Zitzen entsteht.

5. Parasiten

Aber nicht jede Ursache hat etwas mit Dreck zu tun. Sehr unangenehm ist es für den Vierbeiner, wenn Parasiten hinter der schwarzen Kruste stecken.

Das sind meistens Flöhe. Sie leben vom Blut der Vierbeiner und sind mit dem bloßen Auge auf Anhieb kaum erkennbar. Deutlich einfacher zu orten sind ihre Hinterlassenschaften – ihr Kot sieht auf den ersten Blick aus wie kleine schwarze Punkte.

Diese wiederum können mit einer Kruste verwechselt werden. Bei Flohbefall solltest Du sofort einschreiten, schließlich sind die ungebetenen Gäste nicht nur lästig, sondern können auch Krankheiten übertragen und auf andere Haustiere oder manchmal sogar Menschen überschwappen.

Dr. med. vet. Christine Koch verrät dir, wie Du Flöhe beim Hund erkennst und bekämpfst. Quelle: Dr. Wuff / https://www.youtube.com/watch?v=eeOmXza91wg .

6. Pigment-Erscheinungen

Sollte die vermeintliche schwarze Kruste auch nach Reinigungsversuchen bestehen bleiben und keine großen Veränderungen auftreten, kann es auch sein, dass sie einfach eine Laune der Natur ist: Auch Hunde haben Pigmente, die gelegentlich von der Norm abweichen.

Diese “Störungen” beinhalten z.B. Muttermale, Leber- und Altersflecke. In den meisten Fällen sind sie aber völlig harmlos und überhaupt kein Grund zur Sorge.

Verkrusten können sie vor allem, wenn Reibung entsteht. Hyperpigmentierte Flächen sind dann deutlich empfindlicher als der Rest der Hundehaut. Gewöhnlich heilen die Stellen dann aber schnell.

7. Tumore

Anders sieht es aus, wenn Hündinnen einen bösartigen Tumor haben. Auch das ist leider möglich.

Brustkrebs ist eine vergleichsweise häufige Krankheit bei Vierbeinern: In einer 1975 durchgeführte Studie mit 875 Hündinnen, die Geschwülste hatten, wurde bei fast 14 Prozent der Probandinnen die Diagnose “Mammatumor” gestellt. Dabei können auch eher junge Tiere betroffen sein.

Gelegentlich – aber deutlich seltener – kann auch Schwarzer Hautkrebs auftreten. Bei beiden Formen der Krankheit können oft dunkle Verfärbungen an den Zitzen beobachtet werden. Diese wachsen meistens schnell an und werden auch blutig.

8. Verkrustete Wunden

In seltenen Fällen kann es aber auch sein, dass es sich bei den Flecken auf den Zitzen um verkrustete Wunden handelt. Die Hündin hat sich dann im Brustbereich verletzt, ist aber bereits wieder auf dem Weg der Besserung.

Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn das Tier Juckreiz hat und versucht, sich an einem Gegenstand zu kratzen. Auch Unfälle in Form von Dornen bzw. anderem spitzen Material oder übermäßige Reibung sind mögliche Ursachen. Deutlich seltener sind Bisswunden im Bereich der Zitzen.

Sollte dies der Grund sein, würde ich mir keine große Sorgen machen: Die Kruste dürfte innerhalb weniger Tage von alleine wieder abfallen.

Hündin hat schwarze Kruste auf der Zitze: Das kannst Du tun

Du siehst also, dass die Gründe für eine schwarze Kruste auf der Zitze nicht immer gefährlich sind. Im Gegenteil, meistens sind sie sehr harmlos. Da aber auch ernsthafte gesundheitliche Probleme Ursache sein können, musst Du trotzdem aufpassen.

Das bedeutet: Du solltest deine Hundedame auf jeden Fall gut beobachten und auf eventuelle weitere Symptome achten. So lassen sich die möglichen Verursacher schon etwas eingrenzen und Du kannst damit anfangen, eine Lösung zu suchen.

Besonders häufig hilft dann eine der folgenden Strategien.

1. Ab zum Tierarzt

Wenn Du dir nicht wirklich sicher bist, was die Verfärbungen verursacht, solltest Du auf jeden Fall zum Tierarzt. In den meisten Fällen ist er schnell in der Lage, die wahre Ursache kompetent einzuschätzen, häufig wird er dann Entwarnung geben.

Sollte er eine ernsthafte Erkrankung vermuten, wird er wahrscheinlich zunächst eine Blutanalyse durchführen und dann eine Gewebeprobe entnehmen und ins Labor schicken (Biopsie). Die Entnahme erfolgt im Regelfall bei örtlicher Betäubung. Weiterhin kann er die Hündin auf deinen Wunsch auch kastrieren lassen, um (Schein-)Schwangerschaften als Ursache auszuschließen.

Auf jeden Fall in die Praxis solltest Du, wenn Du Symptome beobachtest, die auf mehr als Schmutz schließen lassen.

Ab zum Tierarzt

Dazu gehören

  • Wunden
  • Schwellungen
  • Ausweitung der Kruste
  • Schmerzen beim Hund (z.B. bei der Begutachtung des Brustbereiches).

Die Therapie hängt dann ganz von der Ursache ab: Bei bösartigen Tumoren helfen eigentlich nur OPs und Bestrahlung – je früher erkannt, desto besser ist die Prognose.

2. Antiparasitika

Solltest Du beim Versuch, der Ursache auf den Grund zu gehen, Flöhe oder andere Schmarotzer gefunden haben, muss der Hund auf jeden Fall mit Antiparasitika behandelt werden. Bei schwerem Befall helfen dann vor allem Medikamente.

Als Prophylaxe kannst Du aber auch bereits im Vorfeld etwas gegen die ungebetenen Gäste tun. Beispiele hierfür sind

3. Hund häufiger baden

Für den Fall, dass der Hund im Brustbereich verschmutzt ist, hilft vor allem mehr Hygiene: Das Tier sollte dann also häufiger gebadet werden.

Hier gilt es aber, nicht zu übertreiben: Generell sollte ein Bad so oft wie nötig, aber nicht häufiger durchgeführt werden. Ansonsten könnte die Haut des Vierbeiners nämlich Schaden nehmen.

Deshalb ist es auch notwendig, spezielle Pflegemittel wie Hundeshampoos zu verwenden.

Keine Gewalt anwenden

Hündinnen sind im Brustbereich sehr empfindlich. Deshalb darfst Du auf keinen Fall versuchen, die verkrusteten Stellen gewaltsam zu entfernen. Angestrengtes Abschrubben ist deshalb ebenso tabu wie nicht für Haustiere zugelassene Kosmetika oder gar Reinigungsmittel. Auch das Ausdrücken von Mitessern ist verboten – es würde zu keinem Erfolg führen und hat nur starke Schmerzen zur Folge.

4. Heilsalben

Bei einer “echten” Verkrustung kann eine geeignete und hundegerechte Salbe den Heilungsprozess beschleunigen.

Hier ist in erster Linie Dexpanthenol (vor allem als “Bepanthen” verkauft) zu nennen, der Wirkstoff baut einen Schutzfilm auf, der Keime von der Wunde freihält. Bei Blutungen, die noch am Verkrusten sind, kann zudem Desinfektionsmittel oder Povion-Iod (häufig als Betaisodona angeboten) Komplikationen vorbeugen.

5. Mehr Sauberkeit im Haus & Aufmerksamkeit

Und schließlich kann es manchmal auch helfen, wenn Du im Haus ein wenig mehr saubermachst. Wenn Du z.B. Fußböden und Schlafgelegenheiten des Vierbeiners häufiger reinigst, wird sich weniger Dreck im Brustbereich festsetzen.

Unterwegs ist es dann auch für eine Zeit lang ratsam, etwas mehr auf den Hund aufzupassen: Dann kannst Du ihn an der Leine ausführen und einschreiten, sobald er sich in Dreck wälzen möchte oder sich auf einen schmutzigen Boden legt.

Evtl Fazit

Schwarze Kruste auf der Zitze einer Hündin ist bei der ersten Entdeckung oft ein großer Schock. Die meisten Fälle sind aber harmlos, dann handelt es sich um Dreck, Muttermale oder Folgen einer Hormonumstellung. Lediglich bei wunden Stellen und bei Verdacht auf Krebs solltest Du wirklich auf der Hut sein.

FAQs

Hat ein männlicher Hund Zitzen?

Auch männliche Hunde haben kaum sichtbare Brustwarzen. Diese sind allerdings ohne Funktion und meistens quer über den Unterleib verteilt. Von Zitzen spricht man allerdings nur bei Hündinnen.

Weiterführende Studien & Infos

[1]: https://europepmc.org/article/med/169716

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.