Hund stinkt aus dem Maul nach Verwesung: 10 Gründe & 5 Lösungen 2022

Dein Hund stinkt aus dem Maul, als würde gleich ein totes Tier herauskrabbeln? Dann solltest Du der Ursache sofort auf den Grund gehen! Zwar ist ein wenig Mundgeruch bei den Vierbeinern normal, wenn das Aroma in Richtung Verwesung geht, gilt es aber aufzupassen.

Denn die Ursachen hierfür können sowohl sehr harmlos und leicht behebbar als auch schmerzhaft und unter Umständen sogar lebensgefährlich sein.

Damit Du weißt, woran der Gestank liegen kann, habe ich dir in diesem Artikel die 10 häufigsten Ursachen für Verwesungs Mundgeruch zusammengestellt. Zudem findest Du 5 Lösungen, die sich bei vielen Verursachern sehr bewährt haben.

Die 10 häufigsten Ursachen für Mundgeruch wie Verwesung beim Hund

1. Zahnprobleme

Wenn ein Hund über längere Zeit hinweg ganz ekelhaft aus dem Maul stinkt, hat das häufig eine verständliche Ursache: Er hat dann Gebissprobleme.

Hunde haben eine sehr große Schmerztoleranz, so dass sie sich oft nichts anmerken lassen, wenn mit ihren Zähnen etwas nicht stimmt. Allerdings sind derartige Probleme weit verbreitet, vor allem handelt es sich dann um Zahnstein, der die Substanz schwächt und – bis in die Wurzeln und sogar noch weiter – Bakterien begünstigt.

So überprüfst Du, ob das Gebiss beim Hund in Ordnung ist. Quelle: AniCura Tierkliniken & Tierarztpraxen / https://www.youtube.com/watch?v=VZBJfj6aErw .

Auch abgebrochene Zähne, z.B. weil das Tier sich gestoßen hat, sind wahre Eintrittskarten für Keime. Diese vermehren sich dann und bilden u.a. Schwefelverbindungen, die manchmal wie Verwestes stinken.

Zahnprobleme können nicht nur den Mundbereich betreffen, sondern sich auch auf den ganzen Körper ausweiten. Ein eitriges Auge hat z.B. häufig den Ursprung im Maul.

Von Zahnstein häufig betroffen sind Tiere, die Nassfutter bekommen. Auch Fehlstellungen – bei einigen Rassen wie Bulldoggen oder Chihuahuas genetisch bedingt häufig – sind Risikofaktoren.

2. Hund wildert oder frisst Müll/Aas

Dein Hund ist viel allein unterwegs und stinkt nach einem ausgiebigen Ausflug aus dem Maul? Dann kann es durchaus sein, dass er etwas Ekliges gefressen hat, das deine Nase jetzt ausbaden muss.

Manche Vierbeiner gehen unbeaufsichtigt gerne ihrem Jagdtrieb nach und fressen dann vor allem Kleintiere. Auch das Fressen von Aas oder Müll gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler unabhängiger und neugieriger Tiere.

Eine richtig gute Idee ist das aber nicht: Zum einen steigt das Risiko, dass dein Liebling sich mit Parasiten oder anderen Krankheitserregern infiziert, stark an. Andererseits ist es dann eine Magenverstimmung wegen verdorbener Nahrung wahrscheinlicher.

3. Übelriechendes Futter

Es muss aber nicht immer Müll sein: Auch bei gesundem Hundefutter besteht die Chance, dass übler Mundgeruch zurückbleibt.

Darüber beschweren sich häufig Halter, die ihren felligen Freund BARFen. Einige rohe Zutaten wie Pansen stinken schon im Napf stark – stößt der Hund einmal auf, wird die Geruchsbelästigung noch schlimmer.

Es gibt aber auch Fertigfutter, das eine Geduldsprobe für die Nase sein kann. Hierzu gehören z.B. Sorten, die vor allem Fisch verwenden. Auch einige Zusätze bzw. Nahrungsergänzungsmittel wie Grünlippmuschel können den Gedanken erwecken, dass der Vierbeiner ein totes Tier gefressen habe.

4. Koprophagie

Ebenfalls eine eklige Angelegenheit ist die Koprophagie: Damit bezeichnen Fachleute das Verhalten, Kot zu fressen – sei es der eigene, der von Artgenossen oder der von anderen Tieren.

Unter Hunden ist das erstaunlich weit verbreitet: Manche beengt lebende Tiere tun es, um sauber zu bleiben, es wird aber vermutet, dass die meisten Fälle aufgrund von Neugierde oder Nährstoffmangel auftreten.

Ausführliche Infos

Alle Ursachen und Lösungen zu diesem Problem findest Du in unserem “Hund frisst Kot” Artikel.

Riskant ist das aber trotzdem, und zwar nicht nur des Geruchs wegen:

  • Kot enthält sehr viele Keime, vor allem schädliche Bakterien. Diese können nicht nur Krankheiten verursachen, sondern den Mundgeruch wegen der Verschwefelung im Körper sogar noch verstärken.
  • Weiterhin enthält er oft Parasiten bzw. deren Eier.
  • Aufgrund von möglichen Medikamentenresten besteht zudem – besonders bei Pferdemist und Kuhdung – Vergiftungsgefahr.

Ursache genau auf den Grund gehen

Aufgepasst: Wenn dein Hund Kotstücke erbricht, kann es sein, dass er diese vorher gefressen hat. Es ist aber auch möglich, dass er seinen Darminhalt – z.B. wegen eines Darmverschlusses – wieder ausscheidet. Dann bestünde Lebensgefahr!

5. Vierbeiner frisst Unverdauliches

Manche Hunde fressen statt Kot aber auch andere Dinge, die eigentlich nichts mit Nahrung zu tun haben. Dazu gehört oft unverdauliche Materialien wie Steine, Holz, Gras, Kunststoff oder Metall.

Fachleute sprechen dann auch vom Pica-Syndrom. Bei Hunden kann es sich um eine Ess-Störung handeln, es ist aber auch möglich, dass der Vierbeiner so z.B. versucht, sich Ballaststoffe zuzuführen.

Die Fremdkörper an sich sind zwar für den Verdauungstrakt gefährlich, verursachen ansonsten aber eigentlich keinen Mundgeruch. Dafür verantwortlich ist ein “Beiwerk”. Im Freien herumliegende Objekte oder Pflanzen sind nämlich häufig von hundefremden Bakterien befallen, die im Körper Zersetzungsprozesse in Gang setzen.

6. Rhinitis & Sinusitis

Mundgeruch kann aber auch von der Nase kommen: Entzündungen wie eine Rhinitis (Nasenschleimhaut) oder eine Sinusitis (Nasennebenhöhlen) sind vergleichsweise häufig und werden oft zunächst von Viren verursacht. Aber auch eine bakterielle Infektion oder Pilze sind als Ursache oder Folgeerscheinung möglich.

Letztere sind oft sehr hartnäckig: Bakterien bzw. Pilze verbreiten sich immer mehr und wandern u.a. in Mundhöhle und Zunge. Durch Schwefelverbindungen entsteht ein starker Mundgeruch, der in Verbindung mit Futter sogar noch ekliger wird.

Weitere Symptome derartiger Entzündungen umfassen u.a. eine laufende Nase, Schnupfen, Atemprobleme (z.B. Röcheln), eitriger Ausfluss oder Fieber.

7. Atemwegserkrankungen

Auch Erkrankungen der Atemwege beginnen oft viral und laden dann Bakterien ein. Es gibt aber auch rein bakterielle Infekte. In beiden Fällen ist ein übler Gestank aus dem Maul ein typisches Anzeichen, er entsteht, weil Bakterien sich in Zunge, Lefzen und Mundhöhle festsetzen.

In manchen Fällen riecht das eher chemisch, manchmal erinnert das Aroma dann aber auch an Aas. Typische weitere Symptome umfassen u.a. Lethargie, Atemnot/Röcheln, Husten und Fieber.

Atemwegsinfektionen können auch zu einer Bronchitis werden und chronisch auftreten. Die Symptome ähneln auf Dauer dann einer Asthma-Erkrankung.

8. Magen-Darm-Probleme & Magenübersäuerung

Bei einer Magenübersäuerung produziert der Körper – wie der Name schon sagt – zu viel Magensäure. Das zieht zwar grundsätzlich keinen extremen Gestank nach sich, wenn der Hund aufstößt, kann es aber schon etwas faul riechen.

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Schlimmer wird es, wenn weitere Magen-Darm-Probleme hinzu kommen, z.B. in Form eines Infektes oder aufgrund von Parasiten. Dann werden auch vermehrt Bakterien aufgestoßen, insbesondere in Verbindung mit stärker riechendem Futter kann das dann eine ziemlich eklige Geruchsbelästigung nach sich ziehen.

9. Erkrankungen der Stoffwechselorgane

Wie alle Säugetiere verfügen auch Hunde über Stoffwechselorgane. Sie haben verschiedene Funktionen, eine der Hauptaufgaben ist es aber, Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen.

Leider gibt es einige Vierbeiner, die diesbezüglich unter verschiedenen Krankheiten leiden. Dazu gehören z.B. Leberversagen, Niereninsuffizienz oder eine (chronische) Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Auch Diabetes wird häufig in diese Gruppe eingereiht. Diese Leiden werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst, beispielsweise genetische Gründe, Vergiftungen oder falsche Ernährung mit Übergewicht.

Unbehandelt sind die Leiden auf Dauer lebensgefährlich. Besonders für Diabetes, Nieren- und Leberversagen typisch ist ein veränderter Mundgeruch – je nach gefressenem Futter kann dieser auch nach Verwesung stinken.

10. Tumore im Maulbereich

Und leider gibt es auch Hunde, die unter Tumoren im Maulbereich leiden. Diese machen ungefähr 6 Prozent aller bösartigen Geschwulste aus und sind sehr aggressiv: Wenn Du einen Tumor vermutest, solltest Du also sofort zum Tierarzt, denn oft lässt sich nur mit Früherkennung noch etwas machen.

Häufige Maul Tumore des Hundes

  • Maligne Melanome
  • Plattenepithelkarzinome
  • Fibrosarkome

Quelle: Tierklinik Oberhaching

Unglücklicherweise werden die meisten Tumore erst erkannt, wenn der Hund bereits sichtbar leidet und z.B. nicht mehr kauen wollen oder blutigen Speichel sabbern.

Deshalb ist es wichtig, auch auf den Mundgeruch zu achten: Ein faules, nach Verwesung riechendes Aroma ist nämlich eine typische Begleiterscheinung dieser Krebserkrankungen.

5 Lösungen gegen Verwesungsgeruch aus dem Maul

Die Ursachen für Verwesungsgeruch aus dem Maul sind also sehr vielfältig und reichen von sehr harmlosen Gründen bis hin zu potentiell lebensgefährlichen Krankheiten. Du solltest die Belästigung also unbedingt ernst nehmen und den Dingen auf den Grund gehen.

Dabei ist es besonders wichtig, auch auf weitere Symptome zu achten, die darauf hinweisen könnten, dass etwas nicht stimmt. So kannst Du die wahrscheinliche Ursache schon etwas eingrenzen und beginnen, an einer Lösung zu arbeiten.

Hausmittel werden zwar unter vielen Tierfreunden hoch gehandelt, bringen bei diesem Problem aber nicht so viel: Natron z.B. kann in kleinen Mengen zwar bei der Fellpflege oder Magenproblemen helfen, beseitigt die Ursachen für Mundgeruch aber nicht. Da helfen die folgenden Lösungen mehr.

1. Regelmäßige Zahnpflege

Häufig lässt sich starker Mundgeruch verhindern, indem regelmäßige Zahnpflege betrieben wird. Der Vierbeiner hat hier kaum Chancen – nur durch den Abrieb von gefressenem Trockenfutter kann er was tun.

Das bedeutet, dass Du gefordert bist. Vor allem, wenn dein Hund ein abweichendes Gebiss hat, musst Du wirklich regelmäßig Zahnpflege betreiben. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Manche schwören auf eine Zahnbürste mit Hunde Zahnpasta, andere geben ihrer Fellnase lieber Dental-Sticks oder Kauknochen.

Zahn- und Maulpflege ist auch für die Früherkennung von Tumoren extrem wichtig!

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2. Futterwechsel

Ebenfalls vielversprechend ist in vielen Fällen ein Wechsel des Futters.

  • Beim BARFen kannst Du dann z.B. statt Pansen mehr Muskelfleisch – idealerweise zusammen mit Gemüse – geben.
  • Sollte dein Hund Standard-Nahrung bekommen, kann es sinnvoll sein, auf eine Sorte umzusteigen, die keinen oder nur wenig Fisch enthält.
  • Bei stinkenden Nahrungsergänzungsmitteln ist es oft hilfreich, wenn Du statt Pulver Kapseln verwendest. Diese öffnen sich gewöhnlich erst im Magen des Vierbeiners.

Sollte dein Liebling chronische Zahnprobleme haben, ist auch ein Wechsel von Nass- auf Trockenfutter vielversprechend. Dann wird Zahnstein besser abgerieben und ein Faktor für Mundgeruch wird bereits im Vorfeld beseitigt.

3. Hund besser im Blick behalten

Weiterhin hilft es in vielen Fällen auch, wenn Du einfach mehr auf den Hund aufpasst.

Sollte er aus dem Maul stinken, würde ich ihn beispielsweise ein paar Tage lang nur angeleint ausführen und dabei ganz genau im Blick behalten. So kannst Du feststellen, ob der Vierbeiner z.B. seinem Jagdtrieb nachgegangen ist, Müll von der Straße frisst oder sogar Kot ins Maul nimmt.

Bessert sich der Mundgeruch schnell, hast Du die wahrscheinliche Ursache gefunden und weißt, dass Du dem Hund in Zukunft vielleicht nicht ganz so viele Freiheiten bieten solltest, damit der Gestank nicht wiederkommt.

4. Ruhe gönnen

Sollte der Hund sich schlapp fühlen oder Symptome eines Infekts zeigen, solltest Du ihn auf jeden Fall ausruhen lassen. Er braucht dann eine Pause, damit sich das Immunsystem auf die Krankheitsbekämpfung konzentrieren kann.

Dabei ist es auch wichtig, dem Vierbeiner viel Wasser zu geben. Bei Magen-Darm-Problemen ist auch Schonkost sehr beliebt.

5. Behandlung durch den Tierarzt

Alle Lösungsstrategien helfen nicht? Dann würde ich auf jeden Fall dazu raten, einen Tierarzt aufzusuchen. Es ist dann nämlich wahrscheinlich, dass die Ursachen, die zum starken Mundgeruch führen, eher ernst sind.

Lange zögern darfst Du damit nicht, denn Krankheiten, die zu Verwesungsgestank aus dem Maul führen, werden ohne Behandlung nicht besser, sondern verschlechtern sich jeden Tag.

Mögliche Diagnosen & Behandlung

  • Fortgeschrittener Zahnverfall: OP
  • Bakterielle Infektionen: Antibiotika
  • Tumore: Biopsie für Diagnose, anschließend OP und/oder Strahlen-/ Chemotherapie
  • Parasitenbefall: Entwurmung
  • Magen-Darm-Probleme: Medikamentöse Behandlung
  • Organversagen: OP, Medikamente, Ernährungsumstellung.

FAQs

Warum stinkt mein Hund nach Verwesung?

Wenn dein Hund aus dem Maul nach Aas stinkt, kann das einerseits an übelriechendem Futter liegen. Ansonsten ist meist eine bakterielle Infektion dafür verantwortlich, z.B. aufgrund von Zahnerkrankungen oder Atemwegsinfekten. Gelegentlich handelt es sich aber auch um Organkrankheiten oder sogar einen lebensgefährlichen Tumor.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.