Hund hat beweglichen Knubbel unter der Haut: 10 Ursachen 2022

Du hast unter der Haut deines Vierbeiners bewegliche Knubbel entdeckt? Dann kann ich verstehen, dass Du sehr besorgt bist. Glücklicherweise ist diese Sorge aber nicht immer berechtigt, denn viele derartige Veränderungen stellen sich am Ende als harmlos heraus.

Aber nicht immer: Gelegentlich handelt es sich auch um bösartige, schnell wachsende Geschwüre, die lebensgefährlich sein können. Deshalb solltest Du auf jeden Fall auf der Hut sein, wenn Du einen Knubbel entdeckst.

Im folgenden Artikel erfährst Du, welche 10 Ursachen am häufigsten dafür verantwortlich sind.

Die 10 häufigsten Gründe für Knubbel unter der Haut von Hunden

1. Lipom

Bei einem Lipom handelt es sich um ein Fettgeschwulst, das sich unter der Haut bildet. Diese Knoten gehören zu den häufigsten Gründen für Knubbel. Sie sind gut ertastbar, fühlen sich sehr weich an und lassen sich in den meisten Fällen problemlos verschieben.

Generell können sie überall am Körper wachsen, am häufigsten findet man sie allerdings am Unterkörper bzw. an den Beinen.

close-up photo of a dog with lumps on his skin before the surgery

Gute & bösartige Lipome

Neben harmlosen Lipomen gibt es auch bösartige Tumore: Diese nennen sich Liposarkom und sind sehr aggressiv. Glücklicherweise kommen sie bei Hunden aber nur sehr selten vor – bei Verdacht kann eine Biopsie Aufklärung schaffen.

Die genaue Ursache für die Bildung ist nicht bekannt. Experten vermuten genetische Gründe, die zu einer Verknotung der Fettablagerungen führen. Generell sind Lipome schmerzlos und werden von Hunden kaum beachtet, es ist also gut möglich, dass sie dich als Halter mehr beeinträchtigen als den Vierbeiner.

Nur in wenigen Fällen werden Lipome störend: Manchmal wachsen sie an ungünstigen Stellen (z.B. in Nähe von Gelenken) oder werden zu groß, so dass sie die Bewegungen des Vierbeiners beeinträchtigen können. Akute Gefahr besteht dann im Regelfall aber nicht.

2. Atherom (Grützbeutel)

Auch Atherome sind eine häufige Ursache. Darunter versteht man gutartige Zysten, die meistens Resultat einer verstopften Talgdrüse sind. Gefüllt sind zunächst meistens mit überschüssigem Talg und gelegentlich auch Fett.

Umgangssprachlich spricht man dann häufig von einem “Grützbeutel”. Er sitzt zunächst unter der Haut und hat eine pralle, weiche (eindrückbare) Textur. In diesem Zustand lässt er sich bewegen, dem Hund macht der Knubbel meistens überhaupt nichts aus.

Atherome können sich aber auch entzünden. Geschieht dies häufig oder sogar flächendeckend, sprechen Laien auch von “Hunde-Akne”. Das kann dann schmerzhaft werden, an der Oberfläche sehen sie verändert eher wie ein Pickel aus.

3. Abszess

Bei sehr starken Entzündungen können auch Abszesse auftreten. Das sind mit Eiter gefüllte Beulen, die oft ziemliche Ausmaße annehmen: In vielen Fällen gehen sie von alleine nicht mehr komplett zurück.

Auch Abszesse können beweglich sein, wenn Du sie berührst und versuchst, sie zu verschieben, wird der Hund aber ziemlich heftig reagieren: Da die Eiteransammlungen sehr schmerzen, dürfte der Vierbeiner in diesem Fall zumindest jaulen, oft schreien sie dann sogar oder schnappen zu.

Bei unsachgemäß oder nicht komplett entfernten Abszessen kann das Problem sogar chronisch werden: Es bilden sich dann häufig Rezidive, also kleine Ableger der Eiterbeulen, die dann wiederum wachsen.

4. Quaddeln

Eine Quaddel bzw. Urtica ist eine kleine Hauterhebung, die beim ersten Abtasten wie ein Knubbel wirken kann. Gewöhnlich lassen sie sich etwas bewegen, gelegentlich treten die Schwellungen auch unter der Haut auf. Typischerweise handelt es sich um einen flächendeckenden Befall.

Quaddeln werden vor allem von allergischen Reaktionen bzw. Anfällen von Nesselsucht verursacht: In vielen Fällen äußern sich Allergien bei Hunden sogar ausschließlich in dieser Form des Hautausschlags.

Beispiele für Dinge, die Quaddel verursachen können

  • Insektenstiche
  • Parasiten, z.B. Zecken, Milben und Flöhe (Flohspeichelallergie)
  • Pflanzengifte, z.B. Brennnesseln
  • Futtermittelallergien bzw. -unverträglichkeiten
  • Chemische Stoffe, z.B. Reinigungsmittel
  • Stress
  • Medikamente (Nebenwirkungen).

Bei manchen Vierbeinern – z.B. langhaarige Rassen mit dunklem Fell – lassen sich die Quaddeln auf den ersten Blick kaum erkennen. Häufig bemerkt man sie dann erst, wenn sie sich schon über längere Zeit ausgebreitet haben.

Deshalb musst Du auch auf weitere Symptome achten. Hunde, die unter dieser Form der Knötchen leiden, haben eigentlich immer starken Juckreiz. Sie kratzen sich dann unentwegt, manche beißen sich sogar oder neigen zur Selbstverletzung, indem sie sich Haarbüschel rausreißen.

5. Impfnachwirkung

Keine Sorge: Impfungen bei Hunden sind extrem sicher. Laut einer großen japanischen Studie liegt der Anteil von Vierbeinern, die bei einer Tollwutimpfung einen lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock erleiden, bei gerade einmal 0,15 Fällen pro 100.000 verabreichten Injektionen.

Trotzdem kann es einige kleinere Nachwirkungen geben. Neben Fieber und Schlappheit fallen vielen Hundehaltern auch eine Schwellung, meist im Nackenbereich, auf. Beim Berühren kann sich diese auch leicht bewegen.

Zum Glück ist diese Nachwirkung sehr harmlos: Es handelt sich um eine Reizung, die nicht vom Impfstoff, sondern vom Einstich stammt. Sie stört den Vierbeiner meistens nicht und verschwindet innerhalb weniger Tage von alleine wieder.

6. Mastzelltumor

Es gibt aber leider auch alarmierende Gründe für Knubbel: Zu den am weitesten verbreiteten Hautkrebs-Erkrankungen bei Hunden gehört der Mastzelltumor.

Mastzellen entstehen eigentlich im Knochenmark und geraten von dort ins Blut. Sie sind für verschiedene Abläufe im Körper unersetzlich, so spielen sie z.B. eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr des Hundes.

Bösartige Veränderungen der Zellen sind wahrscheinlich genetisch bedingt, Tumore treten so besonders häufig bei bestimmten Rassen wie Boxern oder Retrievern auf.

Experteninfos zum Thema

Eine sehr hilfreiche Übersicht über Tumorerkrankungen – insbesondere Mastzell- und Mammatumore – findest Du auf den Seiten der Tier-Onkologie der LMU München.

Tumore der Mastzellen treten meistens als eher unscheinbare Knoten auf, die sich vor allem im Kopf- Rumpf- und Beinbereich bilden. Häufig treten sie nicht flächendeckend, sondern einzeln auf, gelegentlich verursachen sie auch nässende Wunden.

Früh erkannt ist die Prognose vergleichsweise gut. Wird der Tumor allerdings erst spät diagnostiziert, ist es meistens schon zu spät – der Hund hat dann leider nur noch eine geringe Lebenserwartung.

7. Melanom

Bei Melanomen handelt es sich um Tumore, die von den Melanozyten, also den Pigmentzellen, die Melanin bilden, ausgehen. Sie treten vor allem bei älteren Hunden auf, weiterhin gibt es Rassen wie Dackel, Pudel und Cocker Spaniel, die augenscheinlich eine genetische Vorbelastung aufweisen.

Die Geschwüre können nicht nur auf der Haut, sondern auch im Maul auftreten. In einigen Fällen sind sie auch äußerlich deutlich sichtbar, die dunklen Pigmentierungen ähneln dann Leberflecken.

Tückisch & aggressiv

Laut der Tierklinik Hofheim sind 25 bis 50 Prozent aller dieser Geschwüre, welche die behaarte Haut bedecken, bösartig.

Oft sind Melanome aber auch “versteckt” – dann handelt es sich lediglich um mehr oder weniger ausgeprägte Knubbel unter der Haut, die sich manchmal auch etwas verschieben lassen.

8. Fibrosarkom

Auch Fibrosarkome sind bei Hunden ziemlich weit verbreitet. Sie sind auch als “Weichteiltumore” bekannt und wachsen aus dem Bindegewebe heraus.

So können diese Geschwüre im Maul, aber auch unter der Haut auftreten. Fibrosarkome fühlen sich dann wie Knubbel an, sie wachsen sehr schnell.

Trotzdem gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Metastasierungsrate von Fibrosarkomen ist relativ gering. Sollte es gelingen, den Tumor zu entfernen, besteht also nur wenig Gefahr, dass andere Organe betroffen sind.

9. Milchdrüsentumor (Mammatumor)

Eine sehr häufige Erkrankung bei Hündinnen ist der Milchdrüsentumor. Ein Mammatumor, so der Fachbegriff, ist im Grunde genommen Brustkrebs, bei der Bildung spielen wahrscheinlich sowohl hormonelle als auch genetische Gründe eine Rolle.

Besonders häufig betroffene Rassen

  • Dackel
  • Deutscher Schäferhund
  • Dobermann
  • Englischer Setter
  • Pointer
  • Pudel
  • Yorkshire Terrier.

Quelle: AniCura Deutschland.

Betroffen sind ausschließlich nicht kastrierte Hündinnen. Tiere, die Hormonbehandlungen bekommen, um die Läufigkeit zu unterdrücken, leiden hingegen überproportional oft unter dieser Krebsart.

Typisch für einen Mammatumor sind Knötchenbildung im Bereich der Zitzen. Erfreulicherweise sind nicht alle Geschwüre bösartig, da allerdings fast die Hälfte Metastasen bilden können, ist eine schnelle Erkennung für einen Therapieerfolg sehr wichtig.

10. Speicheldrüsentumor

Gelegentlich treten auch Tumore der Speicheldrüse auf. Sie können ebenfalls bösartig sein und müssen schnell behandelt werden.

Anders als bei den meisten anderen Krebsarten treten Knubbel, die durch diese Tumore verursacht werden, vor allem im Bereich von Kopf und Nacken auf: Wenn Du dort Veränderungen fühlen kannst, solltest Du deshalb auf jeden Fall an diese Möglichkeit denken.

Hund hat beweglichen Knubbel unter der Haut: 5 Lösungen

Du siehst also: Die Gründe für einen beweglichen Knubbel unter der Haut deines vierbeinigen Freundes können sehr unterschiedlich sein: Oft handelt es sich um sehr harmlose Phänomen, es besteht aber eigentlich immer die Gefahr, dass auch etwas sehr Ernsthaftes dahinter steckt.

Deshalb würde ich Veränderungen niemals auf die leichte Schulter nehmen: Sobald Du einen Knoten entdeckst, musst Du ihn auf jeden Fall gut beobachten und auch auf weitere Symptome achten.

1. Tierarztbesuch

Die wichtigste Frage, die Du dir stellst, ist dann wahrscheinlich: Hat mein Hund Krebs oder nicht? Das kann dir mit Sicherheit nur der Tierarzt beantworten. Du solltest also schnell einen Termin in der Praxis deines Vertrauens vereinbaren, um Klarheit zu bekommen.

Der wird sich den Knubbel ansehen und in den meisten Fällen zur Sicherheit eine Biopsie durchführen. Anhand dieser Analyse weißt Du dann, worum es sich handelt und – im Falle eines Tumors – ob es sich um ein bösartiges Geschwulst handelt.

Vorbeugende Maßnahmen durch den Tierarzt

Der Tierarzt kann auch vorbeugend tätig werden:

  • Ein Antiparasitikum oder Wurmmittel hilft z.B. gegen durch Parasitenbefall verursachte Hautveränderungen
  • Antihistaminika können Allergien im Schach halten
  • Bei Hündinnen, die genetisch bedingt zu Mammatumoren neigen, empfehlen Experten zudem häufig eine präventive Kastration.

Die Therapie hängt dann ganz von der Diagnose ab: Viele Knubbel – auch Abszesse und gutartige Knoten, die “nur” stören – können chirurgisch entfernt werden. In manchen Fällen ist aber auch eine Bestrahlungs- oder Chemotherapie angebracht.

2. Hochwertige Hautpflege

Bei manchen harmlosen Ursachen – z.B. Grützbeuteln oder allergischen Reaktionen – kann auch eine bessere Hautpflege helfen.

Talgdrüsen verstopfen oft, weil die Poren von Schmutz belegt werden, hier kann häufigeres Baden eventuell ein Lösungsansatz sein. Zu oft gewaschen werden sollte der Hund aber nicht, da dies auch die Hautbarrieren angreifen und das Tier anfälliger machen könnte.

Dabei ist es wichtig, ein möglichst hochwertiges Shampoo ohne schädliche Zusatzstoffe zu verwenden, das für Hunde zugelassen ist. Ansonsten besteht das große Risiko einer allergischen Reaktion, wodurch wiederum Quaddeln auftreten könnten.

3. Futterwechsel

In einigen Fällen kann auch eine Ernährungsumstellung ein Teil der Lösung sein:

  • Bei Futtermittel-Intoleranzen hilft oft der Wechsel auf ein hypoallergenes Hundefutter. Diese Sorten nutzen ausschließlich Zutaten, die als besonders verträglich gelten und tragen oft dazu bei, Hautausschlag und auch Schwellungen der Vergangenheit angehören zu lassen.
  • Sollte dein Vierbeiner chronisch gestresst sein, könnte aber auch ein Hundefutter für nervöse Hunde eine Lösung sein. Die Mischungen haben z.B. einen hohen Anteil hochwertiger Kohlenhydrate, die sozusagen als “Nervennahrung” dienen. Manche Hundehalter schwören aber auch auf pflanzliche Beruhigungsmittel als Nahrungsergänzung.

4. Stressabbauende Maßnahmen

Bei Hautausschlag, der zu Knubbeln führt, kann aber auch Stressabbau die richtige Antwort sein. Welche Maßnahmen für deinen Vierbeiner angemessen sind, hängt ganz vom Einzelfall ab. Beispiele für Dinge, die bei vielen Tieren erfolgreich waren, sind:

  • Vermeidung von Lärm im Haushalt
  • Schaffung von Rückzugsorten, z.B. kuschelige Hundehöhlen
  • Verzicht auf anstrengende Ausflüge, z.B. mit dem Auto oder in die Innenstadt
  • Änderung der Gassiroute, sofern “mobbende” Tiere deinem Vierbeiner böse mitspielen
  • Mehr Streicheleinheiten, vielleicht auch beruhigende Musik oder Aromatherapie.

5. Meidung von bekannten Allergenen

Und schließlich solltest Du, sofern Du eine Allergie vermutest, auch ansonsten darauf achten, mögliche Allergene zu meiden. Oft gilt es dann, nach dem Ausschlussprinzip zu handeln, Du verzichtest also für eine Zeit auf etwas und beobachtest dann, ob sich der Zustand deines Vierbeiners dadurch bessert.

Neben Hundefutter und Kosmetika sind dies vor allem Reinigungsmittel. Weiterhin ist es ratsam, Polster und Teppichböden regelmäßig mit dem Staubsauger zu säubern, denn dort verstecken sich oft Hausstaubmilben und auch Flöhe.

Fazit

Viele Knubbel unter der Haut von Hunden sind gutartig, verursachen keine Schmerzen und sind daher kein Grund zur Sorge. Trotzdem solltest Du Veränderungen schnell dem Tierarzt mitteilen, denn gelegentlich stecken auch bösartige Tumore oder tückische Entzündungen dahinter.

FAQs

Was tun wenn der Hund eine Beule hat?

Wenn der Hund unter der Haut eine Beule oder einen beweglichen Knubbel hat, handelt es sich oft um harmlose Lipome oder Atherome. Leider fühlen sich viele Tumore, die unter Umständen auch bösartig sein können, aber sehr ähnlich an. Solltest Du Veränderungen in der Haut deines Vierbeiners feststellen, ist eine durch den Tierarzt vorgenommene Biopsie also die sicherste Lösung.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.