Trainingsplan für die Hundeerziehung erstellen – so geht’s

Die Erziehung deines Vierbeiners ist eine sehr wichtige Angelegenheit: Nur, wenn dein Liebling weiß, was von ihm erwartet wird, kann er in allen Alltagssituationen ein berechenbarer, unproblematischer Begleiter werden.

Das erfordert viel Geduld, Liebe und Disziplin: Von alleine wird der Hund nichts lernen, weshalb Du mit ihm trainieren musst. Hier sind anfangs vor allem die Grundkommandos interessant.

Damit dein Liebling diese beherrscht, ist es wichtig, regelmäßig und gezielt zu üben. Doch wie erstellt man am besten einen Trainingsplan? Im Folgenden findest Du viele Ideen dafür.

Die wichtigsten Grundkommandos im Überblick:

Die Grundkommandos sind das A und O, wenn es um Hundeerziehung geht. Nur wenn dein Liebling sie beherrscht, kannst Du dir drinnen und draußen sicher sein, dass das Tier berechenbar ist. Dazu gehören insbesondere:

  • Sitz’!
  • Platz!
  • Bei Fuß!
  • Bleib’!
  • Komm’!
  • Aus! und
  • Nein!

Neben dem verbalen Kommando solltest Du für jede Anweisung auch eine klare Geste entwickeln. Das erleichtert deinem Liebling das Lernen ungemein.

Beispiel-Übungen für die Grundkommandos

Im Folgenden findest Du ein paar Ideen für die Vermittlung der wichtigsten Grundkommandos. Dabei solltest Du auf jeden Fall Geduld haben: Verzweifle also nicht, wenn dein Liebling anfangs keine Lust zu haben scheint – jeder Hund hat ein anderes Lerntempo. .

Auf keinen Fall solltest Du deinen Freund bestrafen, wenn er nicht so funktioniert, wie er soll: Lernen wird er davon nämlich überhaupt nichts, im Gegenteil: Späteres Training wird nur noch erschwert.

Sitz’!

“Sitz‘!” ist eines der wichtigen Grundkommandos für Hunde und steht meistens ganz am Anfang des Hundetrainings. Im Alltag ist es ständig relevant, nicht nur, wenn das Tier beruhigt werden soll, sondern auch beim Warten (z.B. an der Ampel) oder zum Anbringen der Leine.

Für den Anfang können hier die folgenden vier Übungen helfen: Du solltest mit der ersten beginnen und dann den Schwierigkeitsgrad langsam steigern.

  • Übung 1: Der Hund ist angeleint, Du hast ein Leckerli in der Hand: Sobald der Hund sitzt, hältst Du die Belohnung für ihn unerreichbar nach oben. Das Tier wird wahrscheinlich versuchen, hochzuspringen – sag ihm jetzt so lange “sitz’”, bis er sich hinsetzt. Lobe ihn jetzt überschwänglich, wenn er einige Sekunden sitzt, bekommt er die Belohnung.
  • Übung 2: Ähnliche Übung, erhöhter Schwierigkeitsgrad: Du hältst weiterhin das Leckerli, jetzt aber in erreichbarer Höhe. Sobald der Hund versucht, danach zu schnappen, ziehst Du etwas zurück und sagst “sitz’!”. Hier wird dem Hund viel Selbstbeherrschung abverlangt – sobald er ein paar Sekunden sitzt, solltest Du ihn also noch stärker loben.
  • Übung 3: Du hast die Belohnung in der Hand und gibst deinem Liebling das Kommando. Wenn er es befolgt und sich hinsetzt, entfernst Du dich etwas von ihm. Folgt er dir, wiederholst Du die Anweisung. Bleibt er sitzen, hältst Du für einige Sekunden Abstand, gehst dann wieder auf ihn zu und lobst ihn mit Worten und dem Leckerli.
  • Übung 4: Leckerli sind gute Hilfestellungen für den Anfang, der Hund muss aber auch lernen, ohne sie zu gehorchen. Versuche jetzt also, das Tier nur mit Kommando und Handgeste zum Sitzen zu bringen. Gehorcht er, solltest Du ihn mit Worten und auch Streicheleinheiten loben.

Platz!

Das Kommando “Platz!” sagt dem Hund an, dass er sich auf den Bauch legen und dann ruhig sein soll. Im Vergleich zu “Sitz’” ist es ein wenig schärfer: Es wird besonders dann genutzt, wenn ungewollte Reize unterdrückt werden sollen.

Das Tier kommt so stärker zur Ruhe. Hilfreich ist es insbesondere, wenn sonst eine gefährliche Situation bevorstehen könnte, z.B. ein sich nähernder “feindlicher” Hund oder eine vielbefahrene/unübersichtliche Straßenquerung.

Häufig wird das Kommando “Platz!” gleich nach dem “Sitz’!”-Befehl zum ersten Mal eingeübt. Dabei können die folgenden Trainingstipps helfen:

  • Übung 1: Der Hund sitzt auf Kommando. Jetzt hältst Du ihm ein Leckerli unter die Nase. Die meisten Tiere wechseln dann automatisch in die Liegeposition. Lass’ deinen Liebling jetzt etwas warten. Bleibt er einige Sekunden liegen, gibst Du ihm das Leckerli, während Du ihn mit Worten und Streicheleinheiten lobst. Anschließend lässt Du ihn wieder aufstehen.
  • Übung 2: Jetzt kannst Du den Schwierigkeitsgrad etwas steigern: Nachdem der Hund die Platz-Position eingenommen hat, entfernst Du dich etwas von ihm. Der Blickkontakt bleibt dabei bestehen. Gib’ dem Vierbeiner mit Kommando und Handgeste zu verstehen, dass er liegen bleiben soll. Kommt er dennoch zu dir, wiederholst Du die Übung, bis er Geduld zeigt.
  • Übung 3: Jetzt wiederholst Du die beiden ersten Übungen ohne Leckerli. Mit zunehmenden Wiederholungen kannst Du das Training dann auch an belebten Orten mit mehr Ablenkung durchführen.

Bei Fuß!

Für einen reibungslosen Spaziergang mit oder ohne Leine sehr wichtig ist das Kommando “Bei Fuß!”. Damit teilst Du dem Hund mit, dass er links oder rechts neben dir laufen soll. Für die genaue Seite ist ein Handzeichen sehr wichtig, viele Hundehalter klopfen dann kurz, aber unmissverständlich, auf den rechten oder linken Oberschenkel.

“Bei Fuß!” wird besonders auf engen oder sehr belebten Wegen eingesetzt. Ferner vereinfacht das Kommando das Anleinen des Tieres und kann auch bei Gefahrenpotential, z.B. wenn ein fremder Artgenosse auftaucht, Erleichterung bringen.

  • Übung 1: Der Hund ist angeleint. Du hältst ein Leckerli in deiner linken/rechten Hand (je nachdem, wie das Tier stehen soll). Nun gibst Du das Kommando mit entsprechendem Handzeichen. Ziel ist es, dass der Hund dir folgt, ohne dass er nach der Belohnung schnappt oder springt. Hierfür braucht ihr wahrscheinlich etwas Geduld. Um den Vierbeiner etwas abzulenken, ist es deshalb ratsam, etwas im Kreis zu laufen. Meistert er dies, solltest Du ihm nicht nur seine Belohnung geben, sondern ihn auch mit Worten und Streicheleinheiten loben.
  • Übung 1b: Jetzt kannst Du die Übung ohne Leckerli wiederholen. Achte darauf, dass der Hund nicht an der Leine zieht, sondern diese wie eine Schnur entspannt an deiner Seite hängt.
  • Übung 2: Sobald der Vierbeiner begriffen hat, dass er nah an deiner Seite bleiben musst, solltest Du die Übung ohne Leine durchführen. Zunächst ist dies in einem eingezäunten Gebiet ohne Ablenkungen, z.B. im Garten, empfehlenswert. Später kannst Du es dann auch an belebten Orten wie Parkwegen ausprobieren.

Bleib’!

Auch das Kommando “Bleib’!” ist ein wichtiger Grundinhalt der Hundeausbildung. Es vermittelt dem Vierbeiner, dass er in seiner Sitz- oder Platzposition verharren soll. Das ist nicht nur bei Spaziergängen hilfreich (z.B. wenn beim Spaziergang eine Gruppe Jogger oder Radfahrer vorbeikommt) – auch zu Hause (z.B. bei Besuch oder bei kurzzeitiger Abwesenheit) oder vor dem Supermarkt lernt das Tier so, zu warten.

Diese Anweisung ist allerdings nichts für die erste Trainingsstunde: Dein Vierbeiner muss schon “Sitz!” und “Platz” draufhaben, bevor er seine Geduld so unter Beweis stellen kann.

  • Übung 1: Du hast ein Leckerli in der Hand und bittest den Hund wahlweise (am besten immer wieder variierend), Sitz oder Platz zu nehmen. Jetzt entfernst Du dich von ihm, zunächst nur wenige Schritte, und rufst ihm mit einer Geste “Bleib’” zu. Hört dein Liebling zunächst nicht auf dich, ist das kein Grund zur Sorge – bitte ihn einfach aufs Neue in die Sitz-/Platz-Position und wiederhole die Übung dann. Bleibt der Hund sitzen/liegen, lobst Du ihn und gibst ihm seine Belohnung.
  • Übung 1b: Hat der Hund gelernt, dass es sich lohnt, Geduldig zu bleiben, kannst Du den Schwierigkeitsgrad immer weiter steigern: Entferne dich also immer etwas weiter von ihm – um ihn daran zu gewöhnen, dass Du auch mal weg sein kannst, ist es an späteren Trainingstagen auch ratsam, sich hin und wieder z.B. hinter einem Baum zu verstecken. Auch der zunächst notwendige Blickkontakt kann später langsam heruntergefahren werden.

Komm’/Hier!

Wenn dein Hund ohne Leine spazieren gehen soll, ist das Kommando “Komm’!” – manche sagen auch “Hier’!” – für sorglosen Auslauf absolute Pflicht. Nur, wenn er diesen Rückruf beherrscht, ist er nämlich berechenbar.

Weiterhin ist “Komm’!” in vielen Fällen auch ein sinnvolles Auflösungskommando.

  • Übung 1: Erstes Ziel ist, dass der Hund beim Kommando deine Aufmerksamkeit hat: Wenn er am Spielen ist und Du ganz in seiner Nähe bist, solltest Du deshalb zunächst Blickkontakt aufnehmen und ein paar Schritte zurückgehen. Gib’ ihm das Kommando mit einem unmissverständlichen Handzeichen – wenn er dir ein paar Schritte folgt, lobst Du ihn mit Worten und Streicheleinheiten. Ein Leckerli schadet auch hier nicht, viele Hunde, besonders Welpen, folgen aber auch spielerisch von alleine.
  • Übung 1b: Jetzt kannst Du den Schwierigkeitsgrad etwas erhöhen: Entferne dich also immer weiter von ihm – je größer die Distanz, desto besser kannst Du einschätzen, ob der Hund das Kommando wirklich beherrscht. Sobald Du siehst, dass dein Vierbeiner nicht nur aus eigenem Antrieb zu dir kommt, sondern wirklich berechenbar auf Kommando zu dir zurückkehrt, kannst Du die Übung auch an Orten mit mehr Ablenkung durchführen.
  • Übung 2: Dieses Training ist eher komplex, weil es gleich drei Grundkommandos auf einmal beinhaltet, eignet sich aber deshalb immer wieder auch zur Auffrischung: Du bringst den Hund zunächst in die Sitz-/Platzposition und entfernst dich dann mit “Bleib’!”. Gehe auf Distanz zu ihm und rufe ihm dann aus größerer Entfernung “Komm’!” zu.

Aus!

Das Kommando “Aus!” zeigt dem Hund an, dass er etwas, dass er im Maul hält, sofort fallen lassen muss. Die berechenbare Beherrschung ist nicht nur dann wichtig, wenn das Tier aggressiv wird, sondern dient auch dazu, potenziell gefährliche und giftige Gegenstände schnell zu “sichern”.

  • Übung 1: Du gibst deinem Vierbeiner ein Spielzeug, das er sehr gern hat und einfach mit sich tragen kann, z.B. einen Ball. Während der Hund es im Maul hat, zeigst Du ihm ein Leckerli. Sobald das Tier darauf aufmerksam wird, lässt er das Spielzeug wahrscheinlich fallen – jetzt rufst Du mit Handzeichen “Aus!” und belohnst ihn anschließend mit dem Snack.
  • Übung 1b: Damit der Hund nicht nur auf Leckerli konditioniert wird, solltest Du die Übung jetzt mit etwas wiederholen, das nicht essbar ist, z.B. einem zweiten Spielzeug. Auch hier musst Du “Aus!” rufen, sobald das Tier das Objekt fallen gelassen hat. Belohnen tust Du ihn anschließend mit Worten und Streicheleinheiten.
  • Übung 1c: Je besser der Hund die Übung drauf hat, desto höher kann der Schwierigkeitsgrad werden. Ist der Lernprozess gut fortgeschritten, kannst Du dem Vierbeiner jetzt etwas Essbares, z.B, einen Kauknochen, geben. Diesen wird er nur ungerne abgeben, weshalb das Befolgen des “Aus!”-Kommandos mit sehr viel Lob quittiert werden sollte.

Nein!

Etwas schwierig zu trainieren ist das Grundkommando “Nein!”. Es kommt nämlich nur dann zum Einsatz, wenn der Hund etwas Verbotenes macht – “Nein!” macht ihm unmissverständlich klar, dass er etwas unterlassen muss.

Das Kommando mit Plan zu trainieren ist etwas heikel: Schließlich darf man den Hund nicht aus Lehrzwecken dazu veranlassen, sich falsch zu verhalten. Während der Übungen kann man “Nein!” zusammen mit einer deutlichen Geste z.B. dann einsetzen, wenn der Hund eine Anweisung nicht befolgt.

Wenn ihr z.B. am “Sitz!”-Üben seid und der Hund ohne Erlaubnis aufsteht, kannst Du ihm mit dem “Nein!”-Kommando klarmachen, dass er etwas Verbotenes tut. Ein Leckerli gibt es dann natürlich nicht – wichtig ist aber auch, dass dein Liebling nicht ständig gemaßregelt wird, hin und wieder solltest Du ihn also auch loben.

Auflösungskommandos

Ein gut trainierter Hund braucht außerdem mindestens ein unmissverständliches Auflösungskommando, das er beherrscht. Dieses signalisiert ihm, dass der Befehl vorbei ist und er sich wieder normal bewegen kann.

Ein Auflösungskommando trainiert sich am besten nebenbei: Wenn Du jede Übung damit abschließt und ihn für seine Geduld belohnst, wird er es schnell drauf haben.

Du musst dabei konsequent sein und ein Signalwort auswählen, dass Du ansonsten gar nicht oder nur sehr selten verwendest.

Warum Hundetraining?

Ohne Training ist es kaum möglich, einen Hund berechenbar zu erziehen. Das liegt daran, dass dem Vierbeiner gesagt werden muss, worauf sein Besitzer Wert legt – von alleine lernt er diese “Menschensprache” nämlich nicht.

Zwar ist es auch ohne regelmäßige Einheiten möglich, dass der Hund dich hin und wieder versteht – das kann aber ziemlich lange dauern und ist nicht sehr zuverlässig. Mit auf den Punkt gebrachten Übungen hingegen weiß der Hund ganz genau, wie er in welcher Situation reagieren soll – in kritischen Situationen kann das sogar Leben retten.

Neben der Erziehung an sich leistet Hundetraining aber auch noch etwas ganz anderes: Tier und Halter lernen sich besser kennen und bauen deutlich mehr Vertrauen zueinander auf – Du und dein Liebling sind so nicht nur Freunde, sondern ein echtes Team!

Wie oft sollte man trainieren?

Damit der Hund Fortschritte zeigt und der “Unterrichtsstoff” wirklich verinnerlicht wird, müsst ihr wirklich regelmäßig trainieren. Dabei bist vor allem Du als Hundehalter gefordert: Du darfst keine Pausen einlegen, sondern hast die Verantwortung, dass der Hund lernen kann – ähnlich wie ein Elternteil, das sein Kind in die Schule bringt.

Die Häufigkeit hängt vor allem von den Lernzielen ab. Bei der Grunderziehung, also z.B. der Vermittlung der Grundkommandos, ist es ratsam, (fast) täglich eine Einheit zu absolvieren. Sobald der Hund ein wenig gefestigter ist und es an Feinheiten (z.B. Bus- und Bahnfahren) geht, kann man die Intervalle auch ein wenig strecken.

Aber wer rastet, der rostet: Trainingsferien solltet ihr nicht einlegen. Das ist auch gar nicht nötig, im Gegenteil: Wenn Du geduldig mit deinem Vierbeiner übst, wird er die Einheiten nicht als lästige Pflicht, sondern als spannende Abwechslung vom Alltag wahrnehmen.

Wie lange darf eine Trainingseinheit dauern?

Viele Hundehalter machen den Fehler, ihrem Vierbeiner sehr lange Trainingseinheiten zuzumuten. Das ist oft gut gemeint, bewirkt aber meistens das Gegenteil: Der Hund kann sich mit zunehmender Zeit immer schlechter konzentrieren, er verliert die Lust und befolgt am Ende nicht einmal mehr die Grundkommandos.

Wenn es um die Erziehung geht, sollte der konzentrierte Lernteil vergleichsweise kurz ausfallen: Etwa 15 bis 20 Minuten intensives Arbeiten sind vollkommen ausreichend.

Längere individuelle Trainingseinheiten sollten wirklich die Ausnahme bleiben.

Wo trainiert man am besten?

Für das Hundetraining ideal sind immer wechselnde Orte. Bei einem angestammten Trainingsplatz könnte es nämlich vorkommen, dass der Hund zu sehr auf diesen konditioniert wird. Kommandos, die er bei den Übungen vollkommen beherrscht, werden dann woanders entweder nicht oder sogar ohne Anweisung ausgeführt – im Ernstfall keine gute Sache.

Für dich als Hundehalter ist es deshalb ratsam, einige Orte in der näheren Umgebung auszusuchen. Sehr gerne werden Parks und Hundeauslaufgebiete dazu genutzt.

Bei der Wahl von Trainingsplätzen solltest Du besonders auf die Sicherheit achten und den Wissensstand deines Lieblings berücksichtigen: Für den Anfang sind auf jeden Fall möglichst gut abgesicherte Plätze mit wenig anderen Hunden empfehlenswert, wo Du den Vierbeiner auch mit deutlichem Abstand noch gut im Blick hast.

Ist es wichtig, zu welchen Zeiten man trainiert?

Generell kann man eigentlich zu jeder Uhrzeit trainieren, die zu Hund und Halter passt. Allerdings muss das dann schon konsequent durchgezogen werden. Die Vierbeiner sind schließlich Gewohnheitstiere – wenn sie sich auf das Training einstellen können, sind sie gleich viel konzentrierter.

Deshalb ist es für dich und deinen Liebling am besten, wenn Du feste Trainingszeiten bestimmst: Wenn Du z.B. direkt nach der Arbeit jeden Tag von 17 bis 17:15 Uhr mit dem Hund los ziehst, wird er schon bei deiner Rückkehr wissen, dass es gleich an spannende Übungen geht.

Was brauche ich vor dem Hundetraining?

Hundetraining soll euch beiden Spaß machen. Wenn Du aber unvorbereitet in eine Einheit gehst, wird nur wertvolle Zeit verschenkt. Aufgrund der eher kurzen Aufmerksamkeitsspanne der Vierbeiner zählt hier nämlich jede Minute konzentrierter Arbeit.

Vor der Übungsviertelstunde ist es deshalb sehr ratsam, einige Dinge abgeklärt zu haben.

1

Trainingsorte

Bevor es nach draußen geht, musst Du natürlich einen Trainingsort im Kopf haben. Hier ist es ratsam, vorher alleine nach geeigneten Plätzen zu suchen und dir die Beschaffenheiten (Ein- und Ausgänge, Gebüsche und Seen etc.) genau zu merken.

Es ist ratsam, immer auch einen Ersatzort zu bestimmen. Für den Fall, dass ein Training an der ursprünglichen Stelle nicht möglich ist – z.B. weil dort zu viel Betrieb herrscht – könnt ihr schnell und unkomplizert ausweichen.

Bei schlechtem Wetter können viele Inhalte auch zu Hause durchgeführt werden. Das hat den Vorteil, dass der Hund auch in den eigenen vier Wänden lernt, diszipliniert zu sein.

2

Trainingstagebuch

Sehr empfehlenswert ist ein Trainingstagebuch. Das ist sozusagen das Klassenbuch, in das Du als Hundelehrer Inhalte und Fortschritte des Vierbeiners einträgst.

Als einfache Lösung reicht hier schon ein herkömmliches Notizbuch aus. Es gibt aber auch viele Anbieter, die vorgefertigte Heftchen anbieten – häufig haben diese sehr schöne Motive von verschiedenen Hunderassen.

Mittlerweile gibt es außerdem viele Entwickler, die Hunde-Apps verkaufen. So brauchst Du keinen Stift und kannst den Fortschritt deines Lieblings mit dem Smartphone festhalten. In vielen Fällen ist es hier sogar möglich, die Daten in eine Tabellenkalkulation zu exportieren.

3

Belohnungen (Leckerli)

Wenn es um Hundetraining geht, spielen Belohnungen eine wichtige Rolle: Neben Streicheleinheiten und überschwänglich lobenden Worten, über die sich jeder Vierbeiner sehr freut, werden auch essbare Leckerli häufig eingesetzt.

Vor dem Verlassen des Hauses solltest Du dich also auf jeden Fall mit ausreichend Leckerli eindecken. Dabei gilt: Jedes Futter, das deinem Hund schmeckt, kann als Belohnung dienen.

Aber aufgepasst: Allzu groß und kalorienreich sollten sie dann doch nicht ausfallen. Das würde nämlich doch schnell zu Übergewicht und auch Trägheit deines besten Freundes führen. Wenn ein Training ansteht, das viele Futterbelohnungen nach sich zieht, ist es also ratsam, die normalen Mahlzeiten etwas spärlicher ausfallen zu lassen.

4

Lernziele für die Übungseinheit

Jede Trainingseinheit sollte ein vorher geplantes Thema umfassen, dem besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dieses solltest Du dir vorher überlegen und dabei auf jeden Fall Verhaltenstendenzen und Wissensstand des Hundes berücksichtigen.

Wenn dein Liebling z.B. lernen soll, auf Kommando zu sitzen, sollte “Sitz’!” im Vordergrund der Einheit stehen. Dabei solltest Du auch schon ein paar Grundübungen, die Du dann vertiefen kannst, im Hinterkopf haben.

5

Je nach Thema: Zubehör

Außerdem ist es bei vielen Lernthemen sehr hilfreich oder sogar notwendig, anderes Zubehör dabei zu haben. Für Clickertraining ist z.B. ein Hundeclicker unerlässlich, Apportierübungen können nur mit entsprechender “Beute” durchgeführt werden.

Aus Sicherheitsgründen kann es bei Freilauf-Übungen zudem sehr hilfreich sein, den Hund mit einem GPS-Tracker zu versehen. Viele starke Modelle findest Du in diesem Text.

Die Hundeschule: Alternative oder Ergänzung zum individuellen Hundetraining?

Viele Hundebesitzer vertrauen bei der Erziehung professionellen Hundeschulen. Das macht häufig auch Sinn, denn hier kriegst Du nicht nur wissenschaftlich fundierte Trainingsinhalte vermittelt, sondern erhältst auch schnelles Feedback von erfahrenen Hundetrainern. Auch der einfache Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten und die Chance für den Hund, das Erlernte auch mit anderen Tieren umzusetzen sprechen für diese Lehrmethode.

Besonders empfehlenswert sind Hundeschulen bei verhaltensauffälligen Tieren. Vierbeiner, die aus dem Tierheim geholt wurden, können hier z.B. oft schneller erfolgreich lernen.

Gegen eine Hundeschule spricht vor allem der höhere zeitliche und finanzielle Aufwand (wie viel ein Kurs 2020 so ungefähr kostet, kannst Du hier nachlesen). Wenn Du dich ausschließlich auf eine Schule verlässt, kann es außerdem sein, dass der Vierbeiner zu sehr auf die Umgebung konditioniert wird – woanders benimmt er sich dann vielleicht anders.

Eine Hundeschule kann also eine gute Hilfe sein, sollte aber das individuelle Hundetraining nicht komplett ersetzen. Wenn Du dich für einen Präsenzkurs entscheidest, solltest Du die Inhalte auf jeden Fall zusätzlich mit deinem Vierbeiner vertiefen.

Vorteile

  • professionelle Trainingsinhalte
  • schnelles Feedback von erfahrenen Trainern
  • einfacher Kontakt zu anderen Hundehaltern und Tieren
  • besonders für schwierige Fälle empfehlenswert
  • Training kann zu Hause fortgeführt werden

Nachteile

  • Hund lernt nur an einem Ort
  • Zusatzkosten für Anfahrt, Kursgebühr etc.

Interessante Option: Online Hundeschulen

Eine sehr interessante Möglichkeit, gut vorbereitet individuell zu trainieren, sind Online Hundeschulen. Sie sind zwar auch mit Zusatzkosten verbunden, bieten dir aber auch viele professionelle Trainingsideen und andere Tipps & Tricks.

Viele Online-Programme geben dir zudem die Chance, Nachfragen beim Kursleiter zu stellen und mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten. Das Training erfolgt weiterhin individuell und die Bindung zwischen dir und deinem Liebling wird nicht aufgelöst, hat aber professionell fundierte Inhalte.

Wenn Du dich hierfür interessierst, solltest Du dir auch diesen Text ansehen: In diesem findest Du die besten 2020 operierenden Online Hundeschulen im Vergleich.

Hunde Erziehungsbücher als Leitfaden

Weiterhin gibt es auch viele Bücher, die sich um Hundeerziehung drehen. Diese bieten ebenfalls viele Trainingsideen und Tipps.

Einen Überblick über die besten Hunde Erziehungsbücher habe ich hier zusammengestellt.

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Sven Kohler

Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.