Hund rülpst: Die 7 häufigsten Ursachen & 5 bewährte Lösungen

Wenn dein Hund immer wieder aufstößt und rülpst, versucht er, überschüssige Luft oder Gase auszuscheiden. Für den Vierbeiner kann dies sehr unangenehm sein, wir Menschen empfinden es oftmals als Geräuschs- und Geruchsbelästigung.

Aber was genau steckt dahinter? Und was können wir dagegen tun? Wenn dein Hund immer wieder rülpst, liegt dies meistens an einer der 7 folgenden Ursachen.

Die 7 Hauptgründe, warum ein Hund rülpst

1. Der Hund schlingt

Häufig tritt Rülpsen bei schier unersättlichen Hunden auf. Diese Vierbeiner können es kaum erwarten, ihr Futter zu bekommen und schlingen es dann regelrecht herunter.

Einige Rassen, z.B. Labrador Retriever und Dobermänner, haben aus genetischen Gründen kein ausgeprägtes Sättigungsgefühl und schlingen besonders häufig. Bei anderen Vierbeinern wird das Verhalten eher von starkem Appetit oder auch von Stress verursacht, z.B., weil sie Angst haben, dass ihnen ein anderes Haustier das Fressen streitig macht.

Schlingende Hunde neigen nicht nur zu Übergewicht, sondern verschlucken sich auch häufiger. Außerdem führt die zu schnelle Nahrungsaufnahme zu der Bildung von Luftbläschen, die dann hinaus gerülpst werden.

2. Zu schnelles Trinken

Ebenfalls zu einer erhöhten Luftbildung im Magen und damit zu Rülps-Lauten führt zu schnelles Trinken. Dieses Verhalten kann ganz unterschiedliche Gründe haben:

  • Bei viel Aktivität kriegt der Hund schnell viel Durst.
  • An heißen Tagen brauchen sie Wasser, um ihre Körpertemperatur zu regulieren, dann hecheln sie auch viel.
  • Es gibt aber auch einige Erkrankungen wie (Blasen-)Entzündungen, Diabetes oder Nierenversagen, die ein hohes Trinkpensum verursachen.

Neben Rülpsen führt zu schnelles Trinken in manchen Fällen auch zu Erbrechen – insbesondere, wenn das Wasser zu kalt ist.

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Hundetrainer Dirk Biller über das richtige Trinken bei Hunden. Quelle: Hundeschule Stadtfelle / https://www.youtube.com/watch?v=gJ3kqXn20oo

3. Magenübersäuerung

In manchen Fällen ist auch der Magen dafür verantwortlich, dass der Hund aufstößt. Er ist dann übersäuert. Dies kann verschiedene Gründe haben, z.B.:

  • Zu viel basisches Futter wie Gemüse, das mit der Magensäure des Vierbeiners “kollidiert”
  • Häufige Mahlzeiten oder Snacks, für die der Hund immer wieder die Magensäureproduktion anschmeißt
  • Falsche Futtererwartung, der Hund produziert Magensäure, die dann nicht gebraucht wird oder auch
  • Chronische Magenkrankheiten, hormonelle Störungen bzw. Nebenwirkungen von Medikamenten.

Bei einer Hyperazidität, so der Fachbegriff, entstehen zudem Gase, die nach oben ausgeschieden werden. Der Hund rülpst dann, bei dieser Ursache wirst Du wahrscheinlich einen sauren Mundgeruch bemerken können.

Zum Weiterlesen

Für mehr Infos empfehle ich dir unseren Artikel “Magenübersäuerung beim Hund – was tun?”

4. Übelkeit & Magenverstimmung

Manchmal fühlt ein Hund sich auch übel, was sich ebenfalls durch Rülpsen ankündigen kann. Oft folgt dem Aufstoßen dann Erbrechen.

Die Ursache ist fast immer eine Magenverstimmung. Der Hund hat wahrscheinlich etwas Verdorbenes gefressen, dabei handelt es sich dann meistens um:

  • Schlecht gewordenes Hundefutter, insbesondere Feuchtnahrung an heißen Tagen oder
  • aufgelesenen Müll.

Verdorbene Nahrungsquellen verursachen schnell Gasbildung im Verdauungstrakt. Oft wird das Gas dann mit Blähungen ausgeschieden, Rülpsen ist aber ebenfalls möglich.

Vorsicht beim Kombinieren von Futtersorten

Auch gut gemeinte Vielfalt bei der Fütterung kann eine Magenverstimmung auslösen: Wenn Du z.B. gleichzeitig Nass- und Trockenfutter gibst, ist das oft zu viel für die Verdauung des Vierbeiners. Bettelnden Hunden, die neben ihren Kroketten auch noch etwas vom Esstisch spendiert bekommen, wird ebenfalls schneller übel.

5. Darmprobleme

Ebenfalls sowohl Rülpsen als auch Blähungen verursachen können Probleme der Darmflora. Die Zusammensetzung ist dann aus dem Gleichgewicht geraten, “gute” Darmbakterien sind in der Unterzahl und wurden von “schlechten” Mikroorganismen verdrängt.

Die Folge: Nahrung wird nicht richtig abgebaut, Gase entstehen. Dieses Phänomen tritt häufig bei minderwertigem Futter auf, auch proteinreiche Nahrung kann verantwortlich sein. Kurzzeitig rülpsen Hunde aus diesem Grund gelegentlich auch nach einer Futterumstellung oder als Nebenwirkung von Medikamenten wie Antibiotika.

6. Futtermittelunverträglichkeit

Immer mehr Hunde leiden unter einer Futtermittelunverträglichkeit. Der Körper entwickelt dabei eine allergische Reaktion auf einen oder mehrere Inhaltsstoffe des Hundefutters. Sehr häufig sind dann Verdauungsprobleme die Folge.

Diese äußern sich dann z.B. durch regelmäßigen Durchfall, Erbrechen oder Verstopfung. Auch Aufstoßen mit entsprechendem Rülpsen ist gelegentlich ein Symptom bei Intoleranzen.

Eine Futtermittelunverträglichkeit kann von praktisch jeder Zutat verursacht werden. Oft handelt es sich dabei um Getreidesorten (insbesondere mit Gluten) oder bestimmte tierische Eiweiße. Nah verwandt ist die Futtermittelallergie: Im Gegensatz zur Unverträglichkeit wurde diese aber nicht erworben, sondern ist angeboren.

7. Zu viele Ballaststoffe

Jeder Hund braucht Ballaststoffe: Sie binden Wasser, regulieren die Darmflora und fördern die Verdauung. Gute Quellen für diese unverdaulichen Nahrungsbestandteile sind u.a. Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Allerdings kann es auch passieren, dass der Vierbeiner zu viele Ballaststoffe zu sich nimmt. Dann geschieht genau das Gegenteil, die Verdauung wird behindert. Folge können dann nicht nur Blähungen, sondern auch Aufstoßen mit Rülpsen sein.

Manchmal liegt dies nicht einmal am Futter: Wenn ein Hund z.B. viel Gras frisst, kann er ebenfalls mit Rülpsern reagieren.

Rülpsender Hund: Was kann man tun?

Wenn der Vierbeiner immer wieder aufstößt, kann das nicht nur für das Tier, sondern auch für seine menschliche Familie sehr unangenehm sein. Nicht nur der etwas verstörende Laut, sondern auch die manchmal ziemlich unangenehmen damit verbundenen Gerüche sind auf Dauer ziemlich belastend.

Was kann man also dagegen tun? Die richtige Lösungsstrategie hängt vor allem von der wahrscheinlichen Ursache ab.

1. Kleinere Portionen geben

Wenn dein Hund zum Rülpsen neigt und ein Vielfraß ist, kann es schon helfen, ihm kleinere Portionen zu geben. Oft lässt er sich dann mit dem Fressen mehr Zeit, der Verdauungsapparat kann zudem besser und intensiver arbeiten.

Das bedeutet nicht, dass Du die Gesamtfuttermenge reduzieren solltest. Stattdessen gibst Du ihm mehr kleinere Mahlzeiten am Tag. Statt z.B. wie vorher eine Fütterung können es dann zwei sein, ein Frühstück und ein Abendessen.

2. Anti-Schling-Napf

Ebenfalls sehr bewährt sind Anti-Schling-Näpfe. Diese sind so gestaltet, dass der Hund zusätzliche Arbeit verrichten muss, um an sein Futter zu kommen.

Häufig handelt es sich dabei um einige Wölbungen und Erhebungen in Musterform, welche die Futteraufnahme erschweren: Das Tier muss dann z.B. seine Zunge einsetzen, um seine Mahlzeit zu erreichen.

Das verlangsamt den Fressprozess und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Luftbläschen oder Gase entstehen. Weiterhin fördern diese Näpfe auch die Kombinationsgabe der Vierbeiner.

Die besten Anti-Schling-Näpfe

Wenn Du mehr zum Thema erfahren möchtest, kann ich dir auch unseren Anti Schling Napf Test für 2022 empfehlen.

3. Weniger Stress für den Hund

Da Magenprobleme und zu schnelles Fressen auch von Stress verursacht werden, kann es zudem hilfreich sein, dem Hund während der Mahlzeiten etwas mehr Ruhe zu gönnen.

Oft bietet schon ein Wechsel des Futterplatzes Besserung: Wenn der Vierbeiner wenig Lärm und Trubel ausgesetzt wird, lässt er sich beim Fressen mehr Zeit und die Verdauung wird verbessert.

Wenn Du mehr als einen Hund oder noch andere Haustiere hast, kann es zudem hilfreich sein, den Vierbeiner für die Fütterung zu separieren: Futterneid oder Angst, dass ein anderes Tier ihm seine Mahlzeit streitig machen könnte, wird so verhindert.

4. Wechsel auf anderes Futter

Sollte dein Hund normal fressen, aber trotzdem immer wieder rülpsen, ist es gut möglich, dass das verwendete Futter dafür verantwortlich ist. In diesem Fall ist ein Wechsel die beste Lösungsstrategie.

Dabei muss es nicht gleich ein stressiger Umstieg von Nass- auf Trockenfutter oder umgekehrt sein. Im Falle einer wahrscheinlichen Unverträglichkeit reicht oft schon der Wechsel auf ein hypoallergenes Hundefutter. Auch getreidefreie Sorten sind eine bewährte Lösung, die das Aufstoßen vieler Vierbeiner stoppt.

Auch auf Leckerlis achten

Aufgepasst: Es gibt auch Fälle, in denen der Hund sein Stammfutter gut verträgt und Leckerlis die “Übeltäter” sind, die das Rülpsen verursachen. Du solltest dann also auch einen Wechsel der Snacks in Erwägung ziehen, um alle möglichen Faktoren zu berücksichtigen.

5. Den Hund unterwegs gut beobachten

Sollte der Hund “nur” hin und wieder rülpsen bzw. Verdauungsprobleme zeigen, ist es sehr ratsam, den Vierbeiner zu Hause und unterwegs gut zu beobachten. Häufig sind es nämlich neugierige Tiere, die fast alles, was ihnen fressbar erscheint, probieren wollen, die von dem Problem betroffen sind.

Wenn dein Liebling sich dann z.B. über weggeworfene Lebensmittel oder sogar Aas hermachen möchte, musst Du sofort einschreiten. Der Hund lernt so, was gewünscht ist und was nicht und profitiert am Ende durch eine oft deutlich verbesserte Verdauung.

Ist Rülpsen ein Grund zur Sorge?

Viele Tierfreunde machen sich große Sorgen, wenn ihr Hund beginnt, immer wieder zu rülpsen. Bei manchen ist diese dann so groß, dass sie sofort zum Tierarzt wollen.

In den meisten Fällen ist es aber nicht ganz so wild. Zum einen ist Rülpsen keine Krankheit, sondern allenfalls ein Symptom für gesundheitliche Probleme. Andererseits sind die Leiden, die mit Aufstoßen verbunden sind, meistens gut behandelbar.

Natürliche Reaktion des Körpers

Dabei handelt es sich um eine natürliche Reaktion des Körpers. Sie entsteht, wenn sich im Verdauungstrakt zu viel Luft bzw. zu viele Gase angesammelt haben.

Würden diese im Körper verbleiben, wären ein Blähbauch und ziemliche Schmerzen die Folge. Sie müssen also ausgeschieden werden. Oft geschieht dies in Form von Flatulenzen mit übelriechenden Darmwinden. Es ist aber auch möglich, dass sie “nach oben” entfleuchen.

Unterdrücken kann ein Hund diesen Reflex nicht, Schimpfen wird also nichts bringen. Stattdessen bietet er dem Vierbeiner Erleichterung.

Gewöhnlich keine akute Gefahr

Sollte dein Hund “nur” rülpsen, besteht eigentlich keine akute Gefahr. Die verursachenden Verdauungsstörungen können für den Vierbeiner zwar unangenehm sein, sind aber gewöhnlich nicht lebensbedrohlich.

Das sieht allerdings anders aus, wenn noch andere Symptome hinzukommen. Sollte der Hund z.B. nicht nur rülpsen, sondern auch erbrechen oder Durchfall haben, besteht schon eine Gefahrenlage. Besonders alamiert sein musst Du, wenn Blut ausgeschieden wird, der Hund Fieber hat oder blasse Schleimhäute aufweist – das kann auch auf eine Vergiftung oder eine lebensgefährliche Magendrehung hindeuten!

Wann sollte man zum Tierarzt?

Sollten noch weitere Anzeichen auftreten, die darauf hindeuten, dass der Hund in Gefahr ist oder leidet, solltest Du also schon sofort zum Tierarzt. Wenn der Hund allerdings “nur” rülpst, ist es zunächst ausreichend, mit bewährten Lösungsstrategien zu versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Sollten diese keinen Erfolg zeigen, kannst Du einen Termin in der Praxis machen. Dabei geht es dann allerdings weniger um das Aufstoßen an sich, sondern eher um die Beseitigung übergeordneter Verdauungsprobleme.

FAQs

Warum rülpst mein Hund ständig?

Wenn der Hund rülpst, handelt es sich um einen Reflex, bei dem überschüssige Gase ausgeschieden werden. Meistens stecken Verdauungsprobleme dahinter, auch eine Magenübersäuerung führt immer wieder zu Aufstoßen.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.

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