Hund hechelt nachts – was tun?

Wenn es nachts ganz still im Haus wird, kommen manche Vierbeiner trotzdem nicht zur Ruhe: Sie beginnen dann manchmal, zu hecheln – das kann solche Ausmaße annehmen, dass der Schlaf von Mensch und Tier gestört wird.

Woran das in den meisten Fällen liegt, erfährst Du in diesem Text. Neben den häufigsten Ursachen für dieses Phänomen findest Du außerdem 7 praktische Tipps zur Problemlösung.

Warum hecheln Hunde?

Der Körper eines Hundes ist grundlegend anders aufgebaut als der von uns Menschen. Deshalb ist Hecheln für ihn sehr wichtig – es dient nicht nur zum Atmen, sondern auch zur Regulierung vieler Körperfunktionen.

So ist Hecheln beispielsweise für die folgenden physischen Prozesse notwendig:

Regulierung der Körpertemperatur

Anders als wir Menschen hat ein Hund nur wenige Möglichkeiten, seine Körpertemperatur zu regulieren: Seine Haut verfügt nämlich über keine Schweißdrüsen. Lediglich durch die Pfotenballen kann er etwas schwitzen.

Deshalb ist das Maul des Hundes mit das wichtigste Körperteil für die Temperaturanpassung. Durch schnelles Atmen – also Hecheln – strömt kalte Luft ins Innere des Tieres, die dort kondensiert, in der Folge wird der Körper heruntergekühlt.

Je nach Notwendigkeit kann dafür sehr viel kältere Luft vonnöten sein. Das führt dann gelegentlich zu sehr schnellem und lange andauerndem Hecheln.

“Herunterkommen” nach starker körperlicher Anstrengung

Hecheln wird nicht nur bei hohen Außentemperaturen eingesetzt, sondern auch nach starker körperlichen Anstrengungen.

Das dient nicht nur dazu, den Temperaturhaushalt auszugleichen, sondern hat – wie bei uns Menschen beim Sport – auch die Funktion, dem Körper Sauerstoff zuzuführen. Besonders Gehirn und Muskulatur haben dann einen hohen Bedarf daran.

Angst, Unruhe und Nervosität

Starkes Hecheln hat aber nicht immer körperliche Ursachen, auch die Psyche kann dafür verantwortlich sein. Stress, Angst, Unruhe und Nervosität lassen den Puls ganz schön in die Höhe schlagen – auch die Atmung wird dadurch beeinflusst, weil auf eine erhöhte Herzfrequenz mit Herunterkühlung der Temperatur reagiert wird.

In manchen Stresssituationen hecheln Hunde sogar ohne physischen Grund. Das ist dann oft eine Panikreaktion – sie ähnelt dem Hyperventilieren bei Menschen.

Atemwegs- und andere Erkrankungen

Gelegentlich ist das Hecheln aber auch Ausdruck von Atemnot, die meistens durch Erkrankungen hervorgerufen werden. So führen Leiden wie Asthma, Bronchitis oder auch das angeborene, rassenspezifische brachicephale Syndrom dazu, dass der Hund mit einem herkömmlichen Atemzug nicht genug Luft bekommt.

Auch andere mitunter sehr akute gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Entzündungen resultieren häufig in Hecheln. Diese Ursache ist die ernsthafteste und erfordert gewöhnlich sofortige medizinische Maßnahmen.

Warum ist es ein Problem, wenn der Hund nachts hechelt?

Hecheln ist also eigentlich nichts Ungewöhnliches: Oft muss der Hund sogar ausgiebig auf diese Weise atmen – es ist ein arttypischer Mechanismus.

Nachts sollte es aber eigentlich nicht vorkommen. Denn diese Körperreaktion ist dann aus vielen Gründen – teils praktische, teils gesundheitliche – ein Problem.

“Lärmbelästigung” und Sorge

Für den Hundehalter bedeutet ein hechelndes Tier in erster Linie Sorge: Wenn der Vierbeiner ständig ausgiebig atmet, fürchtet man sich doch, dass etwas nicht in Ordnung sein kann.

Aber auch die Lautstärke des Hechelns führt zu unbehagen: Die Nachtruhe ist deutlich gestört, schlafen wird erschwert.

Hund kommt nicht zur Ruhe

Das ist aber noch mehr für den Hund ein Problem. Die Tiere brauchen nämlich ihre Nachtruhe – ansonsten verhält sich der Vierbeiner tagsüber müde und schlapp.

Während des Hechelns sind die Körperfunktionen nicht im Nachtmodus – der Hund kann also nicht abschalten und auch nicht gut einschlafen.

Körperliche Schäden drohen

Besonders besorgniserregend ist nächtliches Hecheln aber, weil körperliche Langzeitschäden die Folge sein können. Ist der Puls dauerhaft zu hoch und/oder die Körpertemperatur über dem Grenzbereich, drohen Herz-Kreislauf-Schäden.

Über längere Zeit hinweg kann das ernsthafte gesundheitliche Folgen haben und die Lebenserwartung des Vierbeiners deutlich schmälern. Bei Atemwegserkrankungen drohen sogar akute Notfälle bis hin zum Ersticken.

Hecheln in der Nacht: Die häufigsten Ursachen

Aber warum Hecheln Hunde gerade in der Nacht, wenn eigentlich Schlafenszeit ist? Hierfür gibt es unterschiedliche Ursachen – meist ist es eine der Folgenden:

Zu hohe Zimmertemperatur

Sehr häufig ist eine zu hohe Zimmertemperatur fürs Hecheln verantwortlich. Ist die Luft zu heiß, kann das Tier nur mit großer Mühe dagegensteuern und die Körperwärme in erträglichen Maßen halten.

Wenn der Hund regelmäßig im Sommer hechelt, ist das die Hauptursache. Aber auch im Winter tritt dieses Problem auf: Denn was für uns wohlige Wärme ist, kann für Vierbeiner zu viel sein. Dies gilt besonders, wenn das Haus über eine Fußbodenheizung verfügt.

Kreislaufprobleme oder Fieber

Hechelt der Hund nicht regelmäßig, sondern plötzlich, kann auch eine kurzfristige Krankheit die Ursache dafür sein. Ist das Tier z.B. erkältet oder hat es Kreislaufprobleme, wird es höchstwahrscheinlich mit ausgiebigem Hecheln darauf reagieren.

Diese Ursache ist besonders dann wahrscheinlich, wenn sich der Vierbeiner auch ansonsten anders benimmt: Wenn er nicht nur stark hechelt, sondern sich auch apathischer benimmt als sonst und beispielsweise sein Futter verschmäht, kann vermutet werden, dass eine fiebrige Erkrankung dahintersteckt.

Schmerzen wegen Verletzungen oder Gelenkerkrankungen

Aber auch Verletzungen und chronische Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Hüftdysplasie können zum nächtlichen Hecheln beitragen. Unbehandelt führen derartige Blessuren nämlich schnell zu Entzündungen im Körper.

Die natürliche Reaktion darauf ist dann Fieber. Um dieses nicht zu sehr steigen zu lassen, beginnt der Hund, zu hecheln – genauso wie wir auf erhöhte Temperatur mit Schwitzen reagieren.

Angst alleine und/oder im Dunkeln

Sollte die Psyche dafür verantwortlich sein, dass der Hund beginnt, fast schon in Panik zu hecheln, dann liegt das nachts meistens an der Beleuchtung. Das Hundeauge ist nämlich nicht auf Dunkelheit ausgelegt – er nimmt dann visuell weniger wahr und ist vor allem auf seine Geruchs- und Gehörsinne angewiesen.

So kann es nachts passieren, dass der Hund Dinge hört, die für uns gar nicht wahrnehmbar sind und ihm Angst machen. Wenn dein Vierbeiner alleine schläft, kann es dann gut sein, dass er ohne moralische Unterstützung in Panik gerät – Hecheln ist dann eine psychosomatische Reaktion.

7 Tipps, damit der Hund nachts weniger hechelt

Es gibt also viele gute Gründe, dem Hund viel psychisches und physisches Leid zu ersparen und aktiv daran zu arbeiten, dass er nicht mehr hecheln muss. Je nach Ursache können hierfür unterschiedliche Maßnahmen infrage kommen.

Die Chancen stehen sehr gut, dass einer der folgenden 7 Tipps weiterhilft. So kann sich der Hund ausruhen und sein Allgemeinzustand wird verbessert.

1

Zimmertemperatur herunterfahren

Sollte der Hund unter für ihn unangenehmen Zimmertemperaturen leiden, ist es ratsam, Maßnahmen zu ergreifen, die das Thermometer senken lassen.

Im Winter ist es dann hilfreich, die Heizung im Schlafbereich des Tieres herunter zu drehen – normalerweise reichen 16 bis 20 Grad Celsius völlig aus.

Bei heißen Temperaturen sollte der erste Schritt sein, nachts die Fenster zu öffnen. Sollte dein Haushalt über eine Klimaanlage verfügen, ist diese natürlich auch eine Option, besonders während Hitzewellen.

2

Hundekühlmatte für selbstständige Temperaturregulierung

Neben dem Maul sind die Pfoten der Hunde die einzige Möglichkeit, die Temperatur zu regulieren. Die Ballen verfügen nämlich über Schweißdrüsen, mit denen der Hund seine Körperwärme etwas herunterfahren kann.

Wenn dein Vierbeiner auf einem eher wärmedämmenden Boden liegt, sind diese Fähigkeiten aber eingeschränkt. Hier, aber auch in anderen Fällen können Hundekühlmatten helfen: Sie verfügen im Inneren über ein Cooling Gel, das, sobald es in Kontakt mit der Körperwärme kommt, selbstständig schonend um einige Grad herunterkühlt.

Wenn Du mehr über Hundekühlmatten wissen möchtest, solltest Du dir unbedingt diesen Text durchlesen. Dort findest Du auch die besten 2020 erhältlichen Modelle im Vergleich.

3

Den Hund tagsüber/vor dem Schlafen weniger belasten

Manche Hunde lieben es, sich vor dem Schlafengehen richtig auszupowern: Nach einer Runde Spätsport geht es dann ins Bett. Es gibt aber auch Tiere, die dann zu aufgekratzt sind, um zu schlafen – ihr Körper fährt nicht rechtzeitig herunter und der erhöhte Puls und die stärkere Wärme müssen dann noch längere Zeit mit Hecheln heruntergefahren werden.

Ein paar Änderungen im Tagesablauf können hier helfen: Wenn Du deinen Vierbeiner abends nur wenig belastest und den Auslauf oder auch nährstoffreiche Mahlzeiten eher in den späten Nachmittag verlegst, kannst Du eventuell beobachten, dass er eine schnellere “Bettschwere” bekommt – ganz ohne Hecheln.

4

Dem Vierbeiner ein wenig Beleuchtung gönnen

Wenn dein Hund Angst im Dunkeln hat und darauf mit Hecheln reagiert, kann ein bisschen Licht helfen. Eine kleine Nachtleuchte verbessert die Situation häufig schon enorm.

So fühlt sich der Hund sicherer und kann ohne Angst einschlafen. Das panische Hecheln entfällt dann im Regelfall sehr schnell.

5

Den Schlafplatz des Tieres wechseln

Sollte Beleuchtung nichts helfen, kann es aber auch Sinn machen, den Hund näher zu dir zu holen. Wenn er in deinem Schlafzimmer schläft, spürt er, dass sein Halter in unmittelbarer Nähe ist. Häufig schlummert er dann um einiges einfacher, ganz ohne Hecheln.

Oft nehmen die Tiere die Nähe dann zu ernst und wollen am liebsten beim Halter im Bett schlafen. Wenn Du dies nicht wünschst, ist es ratsam, ihm ein gesundes, komfortables Hundebett zu spendieren.

Sehr beliebt sind hier Modelle wie ein orthopädisches Hundebett, die einen ruhigen Schlaf fördern, ohne dass die Gelenke zu stark beansprucht werden. 

6

Beruhigungsmittel gegen Stress und Ängste

Sind Stress oder Angst Ursache für das nächtliche Hecheln, können auch Beruhigungsmittel helfen. Keine Sorge, das bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund gleich betäubt wird: Neben Medikamenten gibt es auch viele pflanzliche Mittel – teils auf homöopathischer Basis – die sehr erfolgsversprechend sind.

Welche das sind und wie diese funktionieren, kannst Du in diesem Beitrag nachlesen: „Beruhigungsmittel für Hunde“ Dort findest Du auch die besten 2020 erhältlichen Mittel im praktischen Vergleich.

7

Bei starken oder länger anhaltenden Fällen: Gang zum Tierarzt

Ist das Hecheln sehr stark und trotz Befolgung aller Tipps längere Zeit anhaltend, dann solltest Du aber kein Risiko eingehen: Für diesen Fall ist ein Gang zum Tierarzt die einzige richtige Maßnahme.

Besonders, wenn dein Hund bereits älter ist, genetischen Risikogruppen angehört oder bereits eine Krankheitsgeschichte hat, kann es gut sein, dass etwas Ernsthaftes dahinter steckt. Ein Fachmann kann das beurteilen und Ratschläge zur Therapie geben.

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email
Sven Kohler

Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.