Die wichtigsten Herdenschutzhund Rassen im Überblick

Herdenschutzhunde wurden ursprünglich zur Verteidigung von Schäfern und ihren Tieren gezüchtet. Heutzutage werden sie auch gerne als Wachhunde genutzt, immer häufiger findet man sie auch in Haushalten.

Allerdings solltest Du diese Tiere wirklich nicht unterschätzen: Hirtenhunde sind sehr eigenwillige Vierbeiner mit einem extrem stark ausgeprägten Territorialverhalten – eine konsequente Erziehung ist deshalb absolute Pflicht!

Wenn Du dies beachtest und die richtigen Voraussetzungen für die Tiere mitbringst, können sie aber sehr treue Gefährten werden. An Auswahl mangelt es dabei nicht: Es gibt wirklich eine große Vielfalt an Herdenschutzhund Rassen: Um dir einen Überblick zu verschaffen, stelle ich dir jetzt die beliebtesten in kleinen Kurzporträts vor.

Die wichtigsten Herdenschutzhund Rassen kurz vorgestellt

Weltweit gibt es Dutzende von Herdenschutzhund Rassen: Manche sind von der FCI anerkannt, andere sind eher inoffiziell, denn vielen Gebrauchshundehaltern ist der Nutzen der Tiere wichtiger als ein Rassestandard.

Dennoch gibt es einige Rassen, die sich im deutschsprachigen Raum schon mehr oder weniger etabliert haben. So erfreuen sich besonders die folgenden Tiere bei uns immer stärkerer Beliebtheit:

Chien de Montagne des Pyrénées

Der Chien de Montagne des Pyrénées, hierzulande auch als Pyrenäen-Berghund bekannt, stammt ursprünglich aus den südfranzösischen Bergen. Dementsprechend wetterfest ist auch ihr Fell: Es ist sehr dicht und hat eine strahlend weiße Farbe, die manchmal ins Hellgelbe gehen kann.

Für einen Herdenschutzhund hat diese Rasse ein vergleichsweise elegantes Äußeres, verfügt aber dennoch über einen ziemlich gedrungenen Körperbau: Je nach Exemplar und Geschlecht bringt er es auf eine Widerristhöhe zwischen 65 und 80 Zentimeter und ein Gewicht zwischen 60 und 70 Kilogramm.

Pyrenäen-Berghunde erfordern einiges an Erziehung, haben aber bei richtiger Haltung auch den Ruf, liebevolle Familienhunde sein zu können. Gewöhnlich sind sie sehr robust: Typische Erbkrankheiten sind bei der Rasse noch nicht aufgetreten.

Spanische Herdenschutzhunde

Die iberische Halbinsel ist Heimat verschiedener Herdenschutzhund Rassen. Viele dieser Vierbeiner – besonders Mischlinge – finden als Tierschutzhund auch im deutschsprachigen Raum neue Halter.

Aus dem nordspanischen Bergland kommt der Pyrenäen-Mastiff, auch Mastín del Pirineo genannt. In Aussehen und Wesen ähnelt er stark dem französischen Pyrenäen-Berghund.

Der bekannteste Vertreter der spanischen Hirtenhunde ist aber wohl der Mastín Español, auch als Spanischer Mastiff bekannt. Bei ihm handelt es sich um einen sehr massiven und robusten Vertreter seiner Art: Er ist mindestens 72 (Hündinnen) bzw. 77 (Rüden) Zentimeter hoch, wiegt bis zu 70 Kilogramm und verfügt über ein dickes Fell, das er zweimal im Jahr wechselt. Gewöhnlicherweise ist er einfarbig – hier sind sowohl gelbe als auch braune oder sogar graue und schwarze Fellfarben möglich. Er ist kräftig, aber sehr beweglich und kann sehr laut und tief bellen.

Der Spanische Mastiff wird auch heute noch häufig in Herden eingesetzt, findet aber auch als Wachhund Verwendung.

Portugiesische Herdenschutzhunde

Auch Portugal kennt mehrere Herdenschutzhund Arten. Der Cão de Castro Laboreiro gehört wohl zu den ältesten Hunderassen überhaupt: Für einen Hirtenhund ist er vergleichsweise klein (Widerristhöhe ca. 60 Zentimeter, Gewicht ca. 35 Kilogramm), dafür aber auch sehr beweglich und agil. Sein Fell ist eher kurz und hat, je nach Exemplar, rötliche, braune oder auch grau/schwarze Farbtöne.

Um einiges größer ist der Cão da Serra da Estrela, er bringt es auf bis zu 50 Kilogramm bei maximal 72 Zentimeter Widerristhöhe. Er ist ein Berghund, der deshalb ein vergleichsweise dickes und häufig auch längeres Fell aufweist, das meist grau, braun oder schwarz ist.

Maremmen-Abruzzen-Schäferhund

Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund stammt aus dem gleichnamigen Gebiet an der italienischen Adria. Er ist zwischen 60 und 73 Zentimeter hoch und wiegt bis zu 45 Kilogramm. Charakteristisch für ihn ist das glatte, lange Fell, das praktisch immer schneeweiß daher kommt.

Auch heute wird er noch sehr häufig zum Bewachen von Schafherden eingesetzt. Mittlerweile gibt es aber auch außerhalb Italiens Züchter, die sich auf diese Rasse spezialisiert haben.

Kaukasischer Owtscharka

Aus dem Kaukasus stammt der Owtscharka, auch als Kaukasischer Schäferhund bekannt. Dort erfüllt er schon seit Jahrhunderten Herdenschutz-Aufgaben. Aufgrund der vielfältigen klimatischen Bedingungen in der Gegend sind die Tiere sehr robust und anpassungsfähig.

Im Vergleich zu anderen Hirtenschutzhunden sind sie eher mittelgroß: Normalerweise sind sie zwischen 62 und 70 Zentimeter hoch und bringen es auf etwa mindestens 45 bis 50 Kilogramm Gewicht, wobei Bergvarianten um einiges massiver daherkommen als Steppenkaukasen. Es gibt sowohl lang- als auch kurzhaarige Typen.

Der Owtscharka wurde von sowjetischen Soldaten ins Gebiet der ehemaligen DDR gebracht und erfreut sich heute im deutschsprachigen Raum vergleichsweise großer Beliebtheit. Im Vergleich zu anderen Hirtentieren ist er eher wenig bewegungsfreudig – über Gebühr körperlich fordern solltest Du ihn also nicht.

Kuvasz

Ebenfalls ziemlich beliebt ist der Kuvasz, der manchmal auch als Ungarischer Hirtenhund bezeichnet wird. Mit bis zu 76 Zentimetern Widerristhöhe und einem Gewicht von häufig mehr als 60 Kilogramm gehört er zu den größten Herdenschutzhund Rassen.

Ursprünglich stammt er wohl aus dem asiatischen Raum und wurde im ersten Jahrtausend nach Christus von den Magyaren in sein heutiges Verbreitungsgebiet mitgebracht. Er verfügt über ein sehr langes, dichtes Fell, das eigentlich immer weiß ist.

Gut erzogen ist der Kuvasz ein treuer Begleiter, er gehört aber auch zu den anspruchsvollsten Herdenschutzhunden überhaupt: So hat er einen sehr großen Bewegungsdrang und ist auch charakterlich sogar noch eigenwilliger als die meisten anderen Rassen.

Kangal

Ein weiterer sehr großer und massiver Vertreter der Herdenschutzhunde ist der Kangal. Manche Rüden erreichen Widerristhöhen von über 80 Zentimetern und können bis zu 60 Kilogramm wiegen.

Häufig wird die aus der Türkei stammende Rasse auch als Anatolischer Hirtenhund bezeichnet. Seiner Herkunft entsprechend ist er gewöhnlicherweise sehr robust und verfügt über kurzes bis mittellanges Fell mit dichter Unterwolle – ideal, um sowohl heiße Tage als auch kalte Winternächte zu überstehen.

Der Kangal ist ein sehr lebhafter Hund, der viel Bewegung braucht. Bei richtiger Erziehung ist er für ein Hirtentier aber vergleichsweise friedlich – übermäßig aggressiv wird er, sofern er angemessen geführt wird – nur sehr selten.

Aïdi

Der Aïdi, auch Atlas-Berghund genannt, stammt aus Marokko und hat eine sehr lange Tradition als Gebrauchstier.

Das Fell ist halblang und kann die verschiedensten Farben aufweisen. Er ist gewöhnlicherweise zwischen 52 und 62 Zentimeter hoch und wiegt etwa 25 Kilogramm – für einen Herdenschutzhund ist das eher wenig, dennoch solltest Du ihn nicht unterschätzen.

Wenn seine Verteidigungsinstinkte geweckt werden, kann der Aïdi nämlich sehr angriffslustig werden. Weiterhin ist er sehr agil, beweglich und fordert dementsprechend viel Beschäftigung ein. Da er traditionell nicht nur als Herdenschutz-, sondern auch als Jagdhund eingesetzt wird, ist auch der Jagdtrieb um einiges höher als bei anderen Rassen – all das macht ihn doch eher zu einem Tier für Hundeexperten.

Tatra-Schäferhund

Der Tatra-Schäferhund (bzw. Polski Owczarek Podhalanski) ist eine traditionsreiche Rasse aus dem Tatra-Gebirge. Mit 60 bis 70 Zentimetern Widerristhöhe gehört er zu den mittelgroßen Vertretern der Herdenschutzhunde.

Charakteristisch für den Tatra-Schäferhund ist sein langes, weißes Fell, das erstaunlich pflegeleicht ist: Es verfilzt kaum, auch Schmutz und Dreck fällt meistens von alleine wieder ab.

Der Polski Owczarek Podhalanski braucht, wie alle anderen Hirtenhund-Rassen auch, eine sehr konsequente, aber liebevolle Erziehung. Dann ist er im Familienverband aber auch erstaunlich gesellig: Im Vergleich zu anderen Herdenschutztieren ist er häufig ziemlich verspielt.

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Sven Kohler

Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.