Hinterbeine des Hundes rutschen weg – was tun?

Es kann immer wieder passieren, dass der Hund eine falsche Bewegung macht und dann aus dem Gleichgewicht gerät. Wenn dies selten auftritt und ein nachvollziehbarer Grund besteht, ist das auch kein Grund zur Sorge.

Passiert dies aber häufig, steckt meistens mehr dahinter. Und es gibt viele Ursachen, die dazu führen können, dass die Hinterbeine des Hundes plötzlich wegrutschen. Welche das sind und was Du dagegen unternehmen kannst, erfährst Du in diesem Text.

Wie bemerke ich, dass die Hinterbeine wegrutschen?

Auch Hunde können manchmal ausrutschen, z.B., wenn der Untergrund zu glatt ist. Manchmal hat es aber auch körperliche Gründe, die dazu führen. Diese sollten wirklich ernst genommen werden.

Bei den folgenden Anzeichen solltest Du deshalb wirklich wachsam sein.

Hinterbeine knicken ohne Vorwarnung weg

Wichtigstes Anzeichen ist, dass die Hinterbeine häufig ohne Anlass einfach wegknicken. Auf den ersten Blick wirkt das dann so, als würde der Hund stolpern oder schreckhaft reagieren.

Manchmal kann das durchaus andere Gründe haben: Vielleicht ist der Hund ja auch in eine Glasscherbe oder ähnliches getreten. Das solltest Du nach der Beobachtung genau überprüfen.

Ist hier aber alles in Ordnung, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine körperliche Ursache dahintersteckt.

Plötzliches Muskelzittern

Häufig tritt dann auch Muskelzittern auf. Das sieht meistens so aus, als hätte der Hund einen Krampf in der Beinmuskulatur oder würde frieren. Manchmal schafft er es dann, sich aus eigener Kraft hinzusetzen oder -legen.

Bleibt der Hund aber stehen, rutschen die Beine nach kurzem Zittern abrupt nach hinten.

Abruptes Wegrutschen

Wenn eine körperliche Ursache dahintersteckt, hat der Hund seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Charakteristisch dafür ist es, dass das Tier dann keine gewollte Bewegung mehr macht, sondern in einem Zug wegrutscht.

Die Vorderbeine bleiben davon meist unberührt, so dass der Hund sich nicht sofort hinlegt. Da diese dann aber über Gebühr belastet werden, kann es nach kurzer Zeit auch passieren, dass der Vierbeiner ungewollt komplett stürzt.

Mögliche Ursachen für das Wegrutschen der Hinterbeine

Es gibt keinen ausschließlichen Grund dafür, dass die Hinterbeine des Hundes plötzlich wegrutschen. Vielmehr gibt es mehrere mögliche Ursachen dafür: Sowohl Verletzungen als auch Alterserscheinungen und ernsthafte Erkrankungen können hinter dem Phänomen stecken.

Altersschwäche

Wenn dein Vierbeiner schon ein langes Leben hinter sich hat, dann ist es gut möglich, dass der Zahn der Zeit an ihm nagt. Schließlich werden auch Hunde alt und gebrechlich – der Körper ist dann nicht mehr so belastbar wie in jungen Jahren.

Das bedeutet nicht unbedingt, dass Du dich bald schweren Herzens von deinem Liebling verabschieden musst – dank moderner Tiermedizin können Hunde schließlich heutzutage ein sehr langes, erfülltes Leben führen.

Ein paar Einschränkungen muss man dann aber doch machen. Wenn die Kraft nur noch für kurze Aktivitäten reicht, machen die Beine schnell schlapp und der Hund droht, wegzuknicken.

Gelenkkrankheiten

Gelenkkrankheiten sind nicht nur bei Senioren ein Problem: Schon in vergleichsweise jungem Alter können sie auftreten und die Bewegungsfreiheit des Tieres merklich einschränken. Oft ist dies erblich bedingt.

Die häufigsten Krankheiten des Gelenkapparats bei Hunden sind Arthrose (Verschleiß der Gelenke), Arthritis (chronische Gelenkentzündung) und Hüftdysplasie. Besonders größere Rassen können schon ziemlich früh darunter leiden.

Gelenkerkrankungen führen nicht nur zu großen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, sondern können auch die Hinterbeinmuskulatur verkümmern lassen. Dann fehlt dem Vierbeiner die Kraft, um sich aufrecht zu halten – die Beine rutschen dann weg.

Neurologische Leiden

Etwas weniger verbreitet als Gelenkerkrankungen, aber besonders mit zunehmendem Alter relativ häufig sind neurologische Erkrankungen. Diese stören dann den Bewegungsapparat – der Informationsfluss zwischen Gehirn und Beinen ist dann teilweise unterbrochen.

Krankheiten wie das Vestibularsyndrom (neurologische Gleichgewichtsstörung) oder Tumore des Nervensystems haben schnell negative Auswirkungen auf den Bewegungsablauf. Auch Epilepsie ist häufig Ursache dafür, dass die Beine wegrutschen – bei einem Anfall ist der Hund dann in einer Art Schockzustand.

Neurologische Leiden müssen unbedingt von einem erfahrenen Tierarzt behandelt werden.

Verletzungen

Besonders bei sehr aktiven Hunden können aber auch Verletzungen dazu beitragen, dass das Tier wegrutscht. Häufig sind das dann Leiden, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, die Muskulatur aber deutlich einschränken.

Manchmal stecken ganz typische Sportverletzungen wie Verstauchungen, Zerrungen und Muskelfaserrisse dahinter. In anderen Fällen sind es versteckte, aber ernsthafte Blessuren wie Knochenbrüche.

Da ein Hund einen natürlichen Bewegungsdrang hat und sich bei einer Verletzung kaum schont, kann sie dazu führen, dass das Tier wirklich so lange durchhält, bis es nicht mehr geht. Dann rutscht er häufig weg und braucht nicht nur tierärztliche Behandlung, sondern auch Ruhe.

Was kann man dagegen tun?

Es gibt also viele mögliche Ursachen, die dafür sorgen, dass die Hinterbeine deines Lieblings auf einmal nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten.

Hinterbeine mit Training stärken

Sofern die Ursachen für das Wegrutschen altersbedingt sind, ist es ratsam, die Hinterbeine mit etwas Hundetraining zu stärken.

So werden Gliedmaßen und Muskulatur stimuliert. In Zusammenarbeit mit dem Tierarzt können derartige Übungen auch bei degenerativen Gelenkerkrankungen Anwendung finden, sofern der Hund keine großen Schmerzen hat.

Ein weiterer Vorteil dieser Übungen: Die Einheiten helfen auch dabei, das Tier geistig auszulasten.

1

Kniebeugen/Platz-Training

Diese Übung bringt nicht nur dem Hund, sondern auch dir als Halter etwas. Du machst dem Tier nämlich etwas vor, dem er dann, auf Hundeart, folgen soll.
Dafür machst Du langsame Kniebeugen. Jedes Mal, wenn Du nach unten gehst, sagst Du dem Hund “Platz”, woraufhin er in seine Platzposition gehen sollte. Wenn Du aus der Hocke wieder nach oben gehst, soll der Hund dir folgen und aufstehen.

Diese Zusammenarbeit erfordert ein wenig Übung, stimuliert aber auch die Hinterbeine des Tieres. Du solltest sie also regelmäßig mehrfach wiederholen.

2

Cavaletti-Training mit Stangen/Stöcken

Beim Cavaletti-Training handelt es sich um Übungen, die eigentlich für Pferde konzipiert wurden, aber auch immer häufiger bei Hunden Anwendung finden. Hier geht es darum, dem Hund einen Parcours aus verschiedenen Stangen zu bauen.

Diese dürfen aber auf keinen Fall zu hoch sein, denn der Hund soll auf keinen Fall springen. Stattdessen muss er die Hindernisse überwinden, indem er sie zunächst mit den Vorderpfoten überquert und dann die Hinterbeine langsam nachzieht.

Das trainiert die Muskulatur des hinteren Bewegungsapparates und stärkt die Ausdauer. Dabei müssen es keine speziellen Stangen sein: Auch Äste oder kleine Stämme im Wald können hier gute Dienste erweisen.

3

Podest-Training

Hierfür brauchst Du eine leichte Erhöhung, das als Podest dient. Auf diese soll der Hund dann mit den Vorderpfoten steigen – dabei muss er die Hinterbeine nachziehen, die hierdurch trainiert werden.

Sofern der Vierbeiner deine Kommandos nicht befolgen will, kannst Du ihm ein Leckerli in Aussicht stellen. Dabei ist es aber wichtig, dass das Tier nicht springt.

Rollstuhl für Hunde

Wenn der Hund eine Verletzung oder chronische Schmerzen hat, sollten die Hinterbeine aber nur sehr sparsam belastet werden. Dann kann ein Hunderollstuhl hilfreich sein: Sie sind so gestaltet, dass kein Druck auf den hinteren Bewegungsapparat ausgeübt wird, dennoch bleibt der Hund mobil.

Hier findest Du die besten Hunderollstühle, die 2020 auf dem Markt sind, im Test & Vergleich.

Hundebuggy für unterwegs

Um den Hund auf längeren Ausflügen zu schonen, kann auch ein Hundebuggy in Betracht kommen. Bei diesen Gefährten handelt es sich um eine Art Kinderwagen für Vierbeiner: Sobald das Tier ins Rutschen gerät, kann er sich in die Kabine setzen/legen und rollend befördert werden.

In diesem Artikel findest Du eine Übersicht der besten 2020 erhältlichen Hundebuggys.

Medikamente und tierärztliche Behandlung

Ansonsten ist es immer empfehlenswert, den Vierbeiner zum Tierarzt zu bringen, wenn sein Bewegungsapparat gestört ist. So wird das Tier gründlich durchgecheckt und die genauen Ursachen werden herausgefunden.

Bei neurologischen Erkrankungen oder degenerativen Gelenkleiden können häufig Medikamente Linderung bringen. Dann gilt es, den Hund schonend zu behandeln, auch professionelle Hunde Physiotherapie kann in diesem Fall zur Rehabilitation eingesetzt werden.

Share on facebook
Share on twitter
Share on pinterest
Share on whatsapp
Share on email
Sven Kohler

Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.