Hausmittel gegen Hunde-Markierungen: 9 schonende Lösungen, die helfen 2022

Hunde sind sehr territoriale Tiere, die gerne ihr Revier markieren. Das kann aber unsere Geduld schnell auf die Probe stellen, insbesondere, wenn die Vierbeiner wertvolle und empfindliche Gegenstände anpinkeln.

Ideal ist es natürlich, wenn man den Vierbeiner erzieherisch dazu bringen kann, sein Verhalten zu ändern. Das ist aber nicht immer möglich – insbesondere, wenn es sich um einen fremden tierischen “Besucher” auf dem Grundstück handelt.

Dann ist es sehr verführerisch, praktische und günstige Hausmittel einzusetzen. Doch welche eignen sich für den Einsatz gegen Hunde-Markierungen? Und welche können unter Umständen auch gefährlich für den Vierbeiner sein?

9 wirksame & schonende Hausmittel gegen Hunde-Markierungen

1. Lavendel

Gegen viele Vierbeiner ist Lavendel ein gutes Hausmittel: Der intensive Geruch gefällt vielen Hunden nicht, gleichzeitig ist die Pflanze aber völlig harmlos und ungiftig.

Um zu verhindern, dass ein Hund eine Stelle markiert, kannst Du z.B. Lavendelsträucher in Töpfen pflanzen. Hierfür brauchst Du aber einen möglichst sonnigen, geschützten Standort. Ansonsten kann auch Lavendelöl helfen, das Du über den Boden tropfen lässt. In Wasser aufgelöstes Pulver ist eine weitere, vergleichsweise günstige Option.

Aber aufgepasst: Nicht jeder Vierbeiner hat eine Abneigung gegen Lavendel, im Gegenteil. Manchmal lieben sie den Duft sogar, deswegen wird die angst- und stresslösende Duftpflanze gelegentlich auch in der Aromatherapie eingesetzt.

2. Zitrusfrüchte

Auch Zitrusfrüchte sind ein beliebtes Mittel, um Hunde vom Markieren abzuhalten: Orange, Zitrone oder auch Grapefruit sind sehr säurehaltig und haben einen für die meisten Vierbeiner abstoßenden Geruch.

Ebenfalls interessant: Dieses Obst hat auch geruchsneutralisierende Eigenschaften, Du kannst also zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Der Hund hält sich von den Stellen fern, gleichzeitig weicht der Uringestank.

Häufig wird dieses Hausmittel mit Wasser im Verhältnis 1:4 gemischt. Aber auch ätherische Öle sind vielversprechend, z.B. als Orangen- oder Zitronenöl.

3. Essig

Ein weiterer Klassiker auf dem Gebiet der schonenden Hunde-Markierungs-Bekämpfung ist Essig. Der beißende Geruch dieses günstigen und überall erhältlichen Mittels lässt Vierbeiner oft schon aus größerer Distanz einen Bogen machen. Bei näherem Beschnuppern reizen die Säuren zudem die Schleimhäute, weswegen die meisten Hunde spätestens dann Reißaus nehmen.

Essig-Zitronen-Mischung selbstgemacht

Eine sehr einfache und noch vielversprechendere Lösung ist ein Essig-Zitronensäuren-Gemisch. Für eine 100 Milliliter Flasche brauchst Du dafür

  • 30 Milliliter Essig
  • 20 Milliliter Zitronensaft und
  • 50 Milliliter Wasser.

Statt Zitronensaft kannst Du alternativ auch 20 bis 25 Tropfen ätherisches Orangen- oder Zitronenöl nutzen.

Am einfachsten und effektivsten ist es, unverdünnten Essig in eine Sprühflasche zu geben und dann großzügig über die Stellen, die nicht markiert werden sollen, zu verteilen. Für dauerhaften Erfolg ist es empfehlenswert, diese Anwendung etwa einmal täglich zu wiederholen.

Weiterhin ist es auch möglich, kleine Schälchen mit Essig über Garten und Terrasse zu verteilen: Die abwehrende Wirkung ist dann zwar von Stelle zu Stelle sehr unterschiedlich, der Geruch hält sich aber länger.

4. Pfeffer

Auch Pfeffer ist ein natürliches Abwehrmittel gegen Hunde: Vor allem Cayennepfeffer hat sich gegen Markierungen bewährt.

Das Gewürz ist im Grunde genommen ungiftig für Vierbeiner, dafür aber sehr abschreckend:

  • Riecht der Hund an ihm, reizt das die Schleimhäute und führt eventuell zu Niesattacken. Das merkt er sich und hält sich meistens in der Zukunft von der Stelle fern.
  • Sollte der Hund das Gewürz sogar ins Maul nehmen, wird er dies das erste und letzte Mal gemacht haben, denn die Geschmacksnerven werden dann aufs Äußerste gereizt.

Verteilt wird Pfeffer gewöhnlich als gemahlenes Pulver. Achte am besten darauf, dass es beim Verstreuen windstill ist, denn ansonsten kann das Gewürz weggepustet werden, bevor es sich verbreitet und festgesetzt hat.

5. Chili

Ähnlich wie Pfeffer wirkt auch Chili auf Hunde abstoßend. Er wird aber gewöhnlich nicht als Pulver verstreut, sondern körnerweise.

Die Wirkung ist hierdurch auch bei schlechtem Wetter vergleichsweise lange. Im Vergleich zu Pfeffer ist Chili aber gewöhnlich etwas teurer.

6. Bewegungsmelder

Es gibt aber auch “Hausmittel”, die nicht den Geruchs- oder Geschmackssinn der Vierbeiner reizen. Viele Hausbesitzer haben dann z.B. mit Bewegungsmeldern gute Erfahrungen gemacht.

Sobald ein Hund einen Bereich “unbefugt” betritt, wird dann sozusagen “Alarm” ausgelöst. Je nach Geschmack können dann bestimmte Mechanismen in Gang gesetzt werden, die den Vierbeiner stören und ihn oft vertreiben.

Das können z.B. folgende Methoden sein

  • Scheinwerfer in der Dunkelheit
  • Ultraschall-Töne
  • Sprinkleranlagen (Wasserwerfer).

Allerdings hat diese Lösung auch den Nachteil, dass sie nicht nur bei Hunden, sondern auch bei Menschen ausgelöst wird – wenn Du morgens z.B. den Müll herausbringen möchtest, kann es auch passieren, dass Du aus Versehen “Opfer” deiner Anti-Hunde-Vorrichtung wirst. Manche Nützlinge könnten dadurch ebenfalls vertrieben werden.

Im Vergleich zu anderen Optionen sind diese Konstruktionen zudem vergleichsweise teuer.

7. Unangenehmer Untergrund

Hunde laufen am liebsten auf ebenem Geläuf – deshalb markieren sie ihre Lieblingsstellen sehr gerne auf erdigem oder versiegeltem Boden. Wenn dich stört, dass ein Vierbeiner immer wieder auf deinem Grundstück Urin ablässt, kann es also helfen, die Beschaffenheit des Untergrundes etwas zu ändern.

In gewissen Fällen ist es daher hilfreich, z.B. ein Bodengitter oder Gitterrost in den Untergrund einzusetzen. Diese Lösungen wirken auf die Hundepfoten äußerst unangenehm: Die Ballen werden gereizt, so dass die Vierbeiner sich lieber andere Orte zum Markieren suchen.

Auch Kies oder Steine wirken gegen viele Vierbeiner. Nachteil dieser Lösungen ist nicht nur der vergleichsweise hohe Preis: Auch die Beschaffenheit des Untergrundes wird verändert, für Gartenarbeit ist er dann z.B. nur begrenzt nutzbar. Weiterhin ist der Boden dann natürlich auch für dich unangenehm, wenn Du barfuß läufst.

8. Pferdemist

Manche schwören auch auf Pferdemist: Er hat einen sehr dominanten Geruch, der Hunde-Markierungen vertreibt und viele Vierbeiner dazu veranlasst, ihr Revier lieber woanders zu setzen.

Für die Gärtner unter euch ist diese Lösung sehr interessant, weil Pferdedung einen hervorragenden Dünger abgibt. Kritisch könnte er allerdings für Haustiere sein, da der Mist auch Parasiten enthalten kann – der Hund sollte daher regelmäßig entwurmt werden.

Sollte der Pferdemist keine abschreckende Wirkung haben und der Hund ihn gerne beschnuppern oder sogar fressen wollen, dann schreitest Du am besten sofort ein. Gelegentlich enthält dieser Kot nämlich auch größere Mengen an Medikamentenauscheidungen, die für Hunde gefährlich werden könnten.

9. Gegen Eindringlinge: Bessere Einzäunung

Solltest Du versuchen, dein Grundstück gegen Hunde von draußen zu schützen, ist die beste Maßnahme allerdings immer noch eine bessere Einzäunung. Eindringlinge werden am effektivsten ferngehalten, wenn Du die Schwachstellen deines Gartens kennst und dann tätig wirst:

  • Sollten Hunde sich ihren Weg auf dein Grundstück graben, kann es sinnvoll sein, die Begrenzungen z.B. mit einer Zementschicht versiegeln zu lassen.
  • Guck’ regelmäßig nach, ob eventuell Löcher oder Lücken im Zaun entstanden sind.
  • Auch natürliche Begrenzungen wie Hecken oder – für Vierbeiner allerdings oft schmerzhafte – Dornen können helfen.
  • Achte darauf, dass dein Zaun eine angemessene Höhe hat und berücksichtige auch mögliche Erhöhungen, von denen aus Hunde deine Absperrungen “austricksen” könnten.

5 Hausmittel, die gegen Hunde helfen, aber trotzdem weniger geeignet sind

Weiterhin gibt es auch noch andere Hausmittel, die unter Hausbesitzern als sehr effektiv gehandelt werden. Diese helfen oft auch, das Problem der Markierungen zu bekämpfen – empfehlen würde ich sie allerdings nicht oder nur sehr begrenzt.

Denn sie zeigen zwar Wirkung, sind für die Vierbeiner aber unter Umständen gefährlich. Insbesondere wenn Du deine Mauern und Ecken vor deinem eigenen Hund schützen möchtest, würde ich dir von diesen tendenziell eher abraten.

1. Mottenkugeln

Mottenkugeln haben einen sehr starken Geruch, der andere Aromen hervorragend neutralisiert. Unter Hausbesitzern, die ihr Gut vor lästigen Vierbeinern schützen wollen, sind sie deshalb schon lange mehr als nur ein Geheimtipp.

Die Idee ist, eine Kugel zu öffnen und den Inhalt über die zu schützende Stelle zu verstreuen. In der Wohnung wird oft auch die Nutzung ganzer Kugeln empfohlen.

Der Haken an der Sache: Mottenkugeln sind meistens hochgiftig. Sie enthalten das Nervengift Pyrethrum bzw. Derivate des Stoffes, für Hunde, andere Haustiere und Kinder sind sie deshalb brandgefährlich. Aus diesem Grund würde ich davon eher Abstand nehmen.

2. Kaffeesatz

Auch Kaffeesatz wird oft empfohlen: Er neutralisiert Gerüche, bindet Urin und ist bei vielen Hundenasen so unbeliebt, dass die Vierbeiner lieber einen großen Bogen um ihn machen.

Sollte der Hund jedoch trotzdem neugierig werden, kann dieses Hausmittel auch gefährlich werden. Kaffeesatz enthält nämlich häufig Reste von Koffein, die vom Tier dann gefressen werden könnten. Leider fehlt Hunden das Enzym, diesen Stoff ausreichend abzubauen, auch hier besteht also latente Vergiftungsgefahr – insbesondere, wenn Du den Sud sehr engmaschig verteilst.

3. Pfefferminze

Einerseits ist Pfefferminze eine auch bei Hunden gerne verwendete Heilpflanze, die u.a. angst- und stresslösend wirken kann. Andererseits hat sie – insbesondere frisch – auch einen für Hunde eher abstoßenden Geruch.

Das liegt vor allem daran, dass Pfefferminze ätherische Eigenschaften hat. In kleinen Mengen ist die Pflanze für Hunde unbedenklich, wenn Du allerdings versuchst, den Vierbeiner mit großen Mengen am Markieren zu hindern, kann sie gefressen auch Übelkeit verursachen oder sogar giftig wirken.

4. Alkohol

Auch Alkohol ist ein guter Geruchsneutralisierer mit desinfizierenden Eigenschaften. Er gilt bei manchen daher als gutes Hausmittel gegen Hunde-Markierungen. Allerdings ist auch das nicht frei von Risiken, denn Hunde vertragen den Stoff überhaupt nicht und reagieren oft mit lebensgefährlichen Vergiftungen, wenn sie aus Versehen ein wenig eingenommen haben.

5. Natron & Backpulver

Natron oder Backpulver haben ebenfalls geruchsneutralisierende Eigenschaften. In kleinen Mengen sind sie für die Vierbeiner unbedenklich, bei größeren Ansammlungen können die Stoffe aber Verdauungsprobleme verursachen – ich wäre bei der Nutzung deshalb sehr vorsichtig.

Dinge, die Du auf keinen Fall unternehmen darfst

Auf keinen Fall darfst Du natürlich “Hausmittel” verwenden, die Hunde auf jeden Fall verletzen oder sogar töten können. Dazu gehören böse Hundefallen wie Glasscherben oder Schädlingsbekämpfungsmittel wie Rattengift. Auch Kunstdünger ist etwas, mit dem Hunde auf keinen Fall in Berührung kommen dürfen!

Erziehung & Tierarzt: Weitere Möglichkeiten, dem Hund das Markieren abzugewöhnen

Neben Hausmitteln gibt es auch noch andere Möglichkeiten, zu versuchen, dem Hund das Markieren abzugewöhnen. Dazu gehören sowohl erzieherische als auch medizinische Maßnahmen.

1. Mit Erziehung entgegenwirken

Sehr lobenswert, aber auch mühsam, ist es, erzieherisch etwas gegen das Verhalten zu tun. Dabei hilft eigentlich nur Geduld und viel Konsequenz: Du musst den Hund stark im Blick behalten und jedes Mal, wenn er sein Revier markieren möchte, einschreiten.

Hundertprozentigen Erfolg wird diese Lösung zwar kaum bringen – das Verhalten ist schließlich größtenteils hormonell motiviert. In vielen Fällen ist es aber durchaus möglich, zumindest in den eigenen vier Wänden für Ruhe zu sorgen.

2. Kastration beim Tierarzt

Sehr zuverlässig ist auch die Kastration des Hundes. Dabei werden ihm die Fortpflanzungsorgane entfernt – bei Rüden sind das die Hoden, bei Hündinnen, die auch zu Markierungen neigen können, die Eierstöcke.

Der Hund ist anschließend unfruchtbar, auch der Hormonhaushalt wird durch den Eingriff durchgehend verändert. Deshalb sind die Vierbeiner anschließend bei weitem nicht mehr so territorial veranlagt wie vorher, das Markieren des eigenen Reviers reduziert sich so auf ein Minimum.

FAQs

Welcher Geruch hält Hunde vom Markieren ab?

Besonders hilfreich gegen Hundemarkierungen sind Düfte wie ätherische Öle, Gewürze und Essig. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, den Vierbeiner daran zu hindern, seine Duftnote zu hinterlassen, z.B. Bewegungsmelder oder physische Hindernisse.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.