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Wie lange ist ein Hund ein Welpe?

Die Welpenzeit gehört zu den wichtigsten Phasen im Leben eines Hundes: Sie sind dann besonders aufnahmefähig und neugierig, was in dieser Zeit geschieht, prägt sie oft ihr ganzes Leben lang.

Viele Hundehalter wollen das gerne ausnutzen und ihre Schützlinge in dieser Zeit besonders gut erziehen. Das Problem ist dann allerdings oft, dass das Tier schon viel weiter ist, als sie denken.

Die Welpenzeit ist nämlich erstaunlich kurz – damit Du sie nicht verschläfst, erfährst Du in diesem Artikel mehr über die frühen Entwicklungsphasen des Hundes.

Welpenzeit geht schneller vorbei, als man denkt

Wenn man ein kleines Fellbündel übernimmt, schmilzt einem natürlich sofort das Herz. In einem gewissen Sinne wird der Hund so immer dein “Baby” bleiben – anders als Menschenkinder können die Vierbeiner schließlich nicht sprechen und sind so immer auf dich und deine Pflegekünste angewiesen.

Es dauert seine Zeit, bis ein Hund vollständig ausgewachsen ist: Die Endgröße erreichen die meisten Tiere nach ungefähr 9 (sehr kleine Rassen) bis 24 (große Tiere) Monaten. Die eigentliche Welpenzeit – gemeinhin versteht man darunter die Phase bis zum Zahnwechsel – ist im Vergleich dazu vergleichsweise kurz.

Faustregel: 16 bis 18 Lebenswochen

Generell gehen Experten davon aus, dass das Ende der Welpenphase ungefähr mit 16 bis 18 Lebenswochen erreicht ist. Das sind lediglich etwa vier bis viereinhalb Monate – deutlich weniger, als viele Hundehalter vermuten.

Wenn Du einen Welpen vom Züchter übernommen hast, muss er laut Tierschutzgesetz mindestens acht Wochen alt sein, um vom Muttertier getrennt werden zu dürfen. Das bedeutet, dass Du dich meistens lediglich acht bis zehn Wochen um einen waschechtes Hundebaby kümmern kannst.

Anzeichen dafür, dass der Hund kein Welpe mehr ist

  • Zahnwechsel
  • Hund reagiert etwas ängstlicher auf manche Eindrücke
  • Tier hat etwa zwei Drittel der typischen Erwachsenengröße erreicht
  • Erste Ränkespiele, Hund beginnt, Grenzen auszutesten

Bedeutung der Welpenphase

Trotzdem solltest Du wissen, ab wann Du damit rechnen kannst, dass der Vierbeiner kein Welpe mehr ist. In den wenigen Wochen, die euch in dieser Phase zur Verfügung stehen, sind die Tiere nämlich sehr präg- und beeinflussbar.

Das bedeutet: Die Erziehung gestaltet sich in diesem Zeitrahmen deutlich einfacher. Der Hund ist sehr aufmerksam und offen für Neues, so dass er sich nicht nur besser an sein Zuhause, sondern auch an die Umgangsformen dort gewöhnt.

Leider sind viele Hundehalter dann davon überrascht, wie wenig Zeit ihnen dann bleibt. Sie denken, ihr Schützling wäre bis zum Eintritt des Erwachsenenalters ein Welpe: Obwohl die Vierbeiner anschließend immer noch niedlich und in der Entwicklung sind, ist dies nicht der Fall.

Anschließend Zeit als Junghund

Stattdessen wird der Welpe innerhalb kürzester Zeit zum Junghund. In dieser Zeit treten sowohl körperliche als auch geistige Veränderungen auf:

  • Rüden beginnen ab etwa dem 6. Lebensmonat, ihr Territorium zu markieren, weil sie geschlechtsreif werden.
  • Hündinnen werden ebenfalls ab dieser Zeit das erste Mal läufig.
  • Die Tiere werden “flegelhaft”, kooperieren weniger und testen ihre Grenzen stärker aus.
  • Aufgrund hormoneller und neurologischer Umstellungen sind sie eine Zeit lang gereizter und reagieren manchmal etwas wirsch.

Junghunde befinden sich immer noch in der Entwicklung. Nach Abschluss des körperlichen Wachstums brauchen sie noch einige Zeit, um auch geistig zu reifen. Generell gilt, dass ein Hund erst mit 30 bis 36 Monaten vollkommen “erwachsen” ist – sie sehen dann nicht nur “volljährig” aus, sondern benehmen sich auch dementsprechend.

Die Entwicklungsphasen eines Welpen

Obwohl die Welpenzeit sehr kurz ist, ist sie eine sehr wichtige, die sehr akribisch getaktet ist: In den wenigen Wochen durchlaufen sie fünf verschiedene Phasen, über die Du genau Bescheid wissen solltest.

Je nachdem, in welcher Etappe sich der Vierbeiner befindet, musst Du als Halter andere Schwerpunkte setzen. Wenn Du dies tust, steht einem ausgeglichenen, gelassenen und gutmütigen Erwachsenenleben eigentlich nichts im Wege.

0 bis 2 Wochen: Neonatale Phase

Die neonatale Phase umfasst die ersten zwei Wochen nach der Geburt und stehen ganz im Zeichen von Hundemutter und Welpen: Die kleinen Vierbeiner sind in dieser Zeit noch völlig hilflos und ganz auf ihre Mama angewiesen.

Sie kommen taub und blind zur Welt und schlafen dann sehr viel. Die Tiere sind in dieser Zeit sehr kälteempfindlich, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht regulieren können. Deshalb kuscheln sie sich eng an ihre Mutter und werden im Gegenzug von ihr mit Milch versorgt.

Diese Phase bekommst Du nur mit, wenn die Hundekinder bei dir geboren werden. Als Hundehalter kannst und solltest Du in dieser Zeit nur sehr wenig tun, denn die Welpen brauchen die Abhängigkeit vom Muttertier, um grundlegende Verhaltensweisen zu lernen. Einschreiten darfst und musst Du eigentlich nur, wenn etwas nicht stimmt. Sollte die Hundemama ihre Jungen ablehnen oder zu wenig bzw. gar keine Milch geben, ist es an dir, als “Ersatzelternteil” einzuspringen, damit die Tiere eine Überlebenschance haben.

2 bis 4 Wochen: Übergangsphase

Nach etwa zweieinhalb Wochen öffnen die kleinen Fellbündel dann zum ersten Mal ihre Äuglein. Auch das Gehör wird erst zu dieser Zeit aktiviert. In der dritten und vierten Lebenswoche sind die Tiere immer noch komplett von der Mutter abhängig, die den Großteil der Elternpflichten übernehmen sollte.

Gleichzeitig beginnen die Vierbeiner zu dieser Zeit aber auch, ihr Sozialverhalten zu entwickeln. Sie bewegen sich etwas stärker und trainieren so ihren Bewegungsapparat. Weiterhin nehmen sie verstärkt Kontakt zu Mutter und Geschwistern auf, so dass erste bewusste Interaktionen mit anderen Lebewesen begonnen werden.

Mit dir als Hundehalter wird der Welpe in dieser Zeit noch keinen aktiven Kontakt suchen. Trotzdem wird er während der Übergangsphase bereits daran gewöhnt, dass es auch zweibeinige Gestalten im Leben gibt. Du kannst dies durch kleine, behutsame Streicheleinheiten bestärken. Allerdings solltest Du aufpassen, dass Du dich nicht zu stark in den Vordergrund stellst – die Hundemama ersetzen darfst Du noch nicht!

4 bis 8 Wochen: Prägephase

Wenn der Welpe ungefähr einen Monat alt ist, beginnt die Prägephase. Diese Zeit läuft meistens noch beim Züchter ab, weil die kleinen Hunde immer noch engen Kontakt zu ihrer Mutter brauchen.

Gleichzeitig beginnen sie aber, die Welt richtig eigenständig wahrzunehmen. Sie lernen dann beispielsweise, dass sie vor gut meinenden Menschen keine Angst zu haben brauchen. Auch an Alltagsgegenstände und Routinen können sich die Tiere dann gewöhnen, da ihr Gehirn sehr aufnahmefähig ist. Weiterhin sind Welpen zu dieser Zeit noch vergleichsweise angstfrei – das erleichtert die Gewöhnung, bedeutet aber auch, dass das Tier bei seinen ersten Schritten sehr genau beobachtet werden muss,

8 bis 12 Wochen: Sozialisierungsphase

Mit ungefähr acht Lebenswochen ist es dann soweit: Der Welpe darf von seiner Mutter getrennt werden und kommt dann meistens in ein neues Zuhause. Wenn Du deinen Liebling von einem Züchter übernimmst, kommst Du frühestens jetzt mit dem Hund in Kontakt, da das Tierschutzgesetz eine frühere Abgabe verbietet.

Bezüglich der Entwicklung steht der dritte Monat dann ganz im Zeichen der Sozialisierungsphase. Die Aufnahmefähigkeit ist der Prägephase sehr ähnlich, nur sind die Vierbeiner jetzt dazu in der Lage, völlig neue Leute und Dinge kennenzulernen. Dazu gehören z.B.:

  • Neue menschliche Familienmitglieder
  • Andere tierische Mitbewohner
  • Aktivitäten wie Spaziergänge, Autofahren und Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Haushaltsgegenstände wie Staubsauger, Fernseher, Radio oder Schlüssel
  • Besuche beim Tierarzt
  • Akustische Reize, z.B. Regenplätschern, Donner, Feuerwerk oder Straßenlärm.

Hunde in der Sozialisierungsphase sind noch sehr verspielt und wollen gut beschäftigt werden. Gleichzeitig musst Du ihnen aber auch Grenzen aufzeigen – aufgrund ihrer guten Aufnahmefähigkeit eignet sich diese Zeit hervorragend für Erziehungsarbeit.

12 bis 14-16 Wochen: Rangordnungsphase

Am Abschluss der Welpenzeit steht dann die Rangordnungsphase. Der Hund hat dann schon ein eher gefestigtes “Weltbild” und kennt seinen Alltag bereits ziemlich gut. Jetzt gilt es, ihm beizubringen, welche Stellung er in der Familie hat.

Diese Zeit ist dann häufig von kleinen Ränkespielen geprägt: Der Hund möchte austesten, wie weit er gehen kann. Er bricht dann bewusst Tabus und macht Dinge, von denen er ganz genau weiß, dass sie eigentlich verboten sind. Ihre Hoffnung: Wenn sie mit dem, was sie machen, durchkommen, steigen sie irgendwann zum “Alphatier” auf.

Das darf natürlich nicht passieren: Du musst dem Hund in dieser Phase klare Grenzen aufzeigen. Das ist für den Vierbeiner auch völlig in Ordnung, denn als Rudeltier geht für ihn die Welt nicht unter, nur, weil er sich unterordnen muss. Trotz aller Disziplin ist es selbstverständlich auch in dieser Zeit wichtig, dass Du mit dem Tier respekt- und liebevoll umgehst.

Auch andere Einteilungen verbreitet

Manche Experten teilen die Entwicklungsphasen von Welpen etwas anders ein: So gibt es einige Fachleute, die Prägungs- und Sozialisierungsphase als einen Zeitraum sehen. Wundere dich also nicht, wenn Du hin und wieder andere Gliederungen siehst – manche gehen sogar so weit, Hunde bis zum Eintritt in die Pubertät als Welpen zu bezeichnen.

So machst Du das Beste aus der Welpenzeit

Wenn Du deinen Hund vom Züchter übernimmst, steht dir also nur ein ziemlich kurzer Zeitraum für die Welpenerziehung zur Verfügung. Gerade einmal etwa zwei Monate bleiben dir, um das Tier zu fördern und zu fordern, bevor es zum Junghund wird.

Diese Zeit will genutzt sein: Wenn Du während der wichtigen Phasen nachlässig bist, rächt sich das häufig in der Zukunft. Nicht wenige Tiere werden verhaltensauffällig oder sogar zum Problemhund, wenn sie als Welpe falsch behandelt wurden. Um dieses Risiko zu minimieren, solltest Du wirklich das Beste aus den Welpenwochen machen.

Viel Zeit mit dem Vierbeiner verbringen

Das bedeutet vor allem: Du musst wirklich viel Zeit mit dem Vierbeiner verbringen. Idealerweise nimmst Du dir in den ersten Tagen nach Übernahme Urlaub, so dass Du ganz für den Hund da sein kannst.

Einerseits hat das praktische Gründe, da es in dieser Zeit sehr viel zu erledigen gibt. Andererseits kann sich das Tier dann aber auch an dich gewöhnen, so dass er dich vollkommen als “Alphatier” und seinen Besitzer akzeptiert. Weiterhin vermeidest Du so Trennungsängste beim Hund, unter denen er ansonsten sein ganzes Leben lang leiden könnte.

Dazu gehört nicht nur Präsenz, sondern auch Interaktion mit dem Hund: Du musst mit ihm also viel spielen und auch kurzweilige Erziehungsübungen mit ihm durchführen. So wird die Aufnahmefähigkeit des Vierbeiners völlig ausgeschöpft, Du hast dann mit dem Junghund und auch mit dem erwachsenen Tier deutlich weniger Arbeit.

Den Hund liebevoll, aber auch pädagogisch behandeln

Ebenso wichtig in dieser Zeit ist es, den Hund nicht zu sehr zu verwöhnen. Das bedeutet, dass man mit einem Welpen auf jeden Fall spielen muss, alles zulassen darf man aber auf keinen Fall.

Der Vierbeiner muss bereits im jungen Alter seine Grenzen kennen, ansonsten kann es später sogar gefährlich werden: Wenn Du z.B. zulässt, dass er mit seinen Milchzähnen nach dir schnappt, wird er später Probleme mit seiner Beißhemmung bekommen. Auch das Zerstören von Gegenständen sollte auf keinen Fall toleriert werden.

Hunde brauchen klare Ansagen, aber auch viel Liebe. Ziel sollte es deshalb immer sein, den Welpen positiv zu verändern. Negative Bestrafungen oder gar Gewalt sind auch oder besonders im Kindesalter Fehl am Platze.

Das Tier auf keinen Fall körperlich überfordern

Welpen sind extrem aktiv und würden am liebsten alles machen, was auch große Hunde können. Sie zerren und ziehen, rennen und springen, als gäbe es keinen Morgen. Das ist aber nicht gesund, weshalb Du Grenzen setzen musst.

Welpen befinden sich noch im Wachstum und haben deutlich schwächer ausgeprägte Knochen, Bänder und Muskeln als erwachsene Tiere. Deshalb dürfen sie körperlich nicht überfordert werden: Übermäßiger Sport wie Joggen neben dem Fahrrad, Dogscooting, Jöring oder Schlittenzug sind genauso tabu wie steiles Treppensteigen.

Weiterhin musst Du auch darauf achten, dass der Welpe nicht zu sehr nassem und/oder kaltem Wetter ausgesetzt wird. Aufgrund ihres noch kleinen Körpers ist die Thermoregulierung schwächer als bei ausgewachsenen Tieren, auch das Immunsystem ist noch im Aufbau – so drohen gefährliche Infekte.

Ernährung spielt eine enorm wichtige Rolle

Und schließlich musst Du beim Welpen auch sehr viel auf die Ernährung achten. Damit der kleine Hund prächtig wächst – also weder zu langsam noch zu schnell – muss er eine andere Nährstoffzusammensetzung bekommen als erwachsene Tiere.

Dazu gehören beispielsweise ein erhöhter Kalzium-Phosphor-Quotient und mehr gut verwertbare Proteine, die für die Knochen- und Nervenausbildung benötigt werden. Herkömmliches Hundefutter kann dies nicht bieten, weshalb es eigentlich Pflicht ist, auf spezielle Welpennahrung zu setzen.

FAQs

Ist ein Hund mit 6 Monaten noch ein Welpe?

Generell hört das Welpenalter bei einem Hund mit spätestens 18 Lebenswochen auf. Obwohl die Tiere später noch klein und niedlich aussehen, sind sie dann bereits einen Schritt weiter. Ein 6 Monate alter Vierbeiner ist so kein Welpe mehr, sondern bereits en Junghund, der sich oft sogar schon in der Pubertät befindet.

Wie lange dauert die sogenannte Prägephase bei Welpen?

Die Prägephase bei Welpen beginnt mit ca. einem Monat und läuft in etwa bis in die achte Lebenswoche. Die Hunde sind dann sehr aufgeschlossen und lernen ihre Umgebung das erste Mal richtig kennen. In den meisten Fällen befindet sich das Tier in dieser Zeit noch beim Züchter, da sie in diesem Alter noch nicht von der Mutter getrennt werden dürfen.

Wann ist die Sozialisierungsphase beim Hund abgeschlossen?

Die Sozialisierungsphase beginnt mit ungefähr acht Wochen und läuft meistens bis in die 12. Lebenswoche hinein. Sehr oft fängt sie also genau dann an, wenn der Welpe in seine neue Familie übergeben wird.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.