Hundeauge eitert: Ursachen & Tipps 2022

Wenn deinem Hund Eiter aus dem Auge fließt, dann spricht das für eine bereits weit fortgeschrittene Entzündung. Die Gründe hierfür sind sehr vielfältig, auch die befallenen Stellen des Sehorgans können unterschiedlich sein.

Was aber sicher gesagt werden kann: Mit einem eiternden Auge ist nicht zu spaßen, unbehandelt kann das Tier schnell Folgeschäden erleiden und manchmal sogar erblinden. Du solltest dieses Thema also sehr sensibel angehen.

Damit Du weißt, worum es sich genau handeln könnte, habe ich dir die 8 häufigsten Ursachen für eitrige Augen beim Hund zusammengestellt. Weiterhin findest Du 5 Tipps, mit denen Du vorbeugen und einschreiten kannst.

Die 8 häufigsten Verursacher eiternder Hundeaugen

1. Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung gehört zu den am meisten verbreiteten kleinen Wehwechen unter Hunden: Fast jeder Vierbeiner ist mindestens einmal in seinem Leben davon betroffen, brachycephale, also kurzköpfige, Rassen sind besonders anfällig.

Bei einer Konjunktivitis, so der Fachbegriff, entzündet sich die Schleimhaut zwischen Augapfeln und Augenlidern. Folge sind dann tränende Augen, Rötungen und Schwellungen.

Mehr Infos zur Konjunktivitis bei Hunden. Quelle: Solli’s Tierbedarf / https://www.youtube.com/watch?v=xHiRMN-pu1k .

Eine Bindehautentzündung äußert sich vor allem durch Juckreiz – betroffene Hunde reiben sich deshalb die Gesichtspartie mit der Pfote oder auch gegen Gegenstände. Auch Lichtempfindlichkeit tritt häufig auf.

Viele Fälle sind akut, es gibt aber auch chronische Bindehautentzündungen. Insbesondere bei langwierigen Verläufen kommt es auch zu eitrigem Ausfluss.

2. Uveitis

Bei einer Uveitis ist mindestens einer der Bestandteile der mittleren Augenhaut entzündet. Oft sind auch alle Komponenten betroffen. Dabei handelt es sich um

  • Regenbogenhaut (Iris)
  • Aderhaut (Choroidea) und
  • Strahlen- oder Zillarkörper (Corpus ciliare).

Eine Uveitis ist gewöhnlich kein eigenes Krankheitsbild, sondern eine Folgeerkrankung, die von verschiedenen Leiden ausgelöst werden kann.

Beispiele für Uveitis Ursachen

  • Virusinfektion
  • Bakterielle Infektionen
  • Parasitenbefall
  • Pilzbefall (Mykose)
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Toxische Stoffe (Vergiftungserscheinung)
  • Immunvermittelte Erkrankungen
  • Tumore und
  • Traumata (Hund hat sich z.B. gestoßen).

Quelle: Tierklinik Rostock.

Typische Symptome, die bei einer Uveitis eigentlich immer auftreten, sind geschwollene, gerötete und tränende Augen und eine Lichtempfindlichkeit. Insbesondere bei länger andauernden Entzündungen läuft auch Eiter aus dem Auge, gelegentlich lässt sich auch Blutfluss beobachten.

Die Prognose bei einer Entzündung der mittleren Augenhaut hängt stark vom Therapieerfolg bei der Grunderkrankung ab: Bessert sich das Allgemeinbefinden, klingt eine Uveitis meistens innerhalb weniger Tage ab. Bei Komplikationen oder fehlender Behandlung kann sich der Zustand des Auges aber auch so verschlechtern, dass z.B. eine Erblindung droht.

3. Gerstenkorn & Augenlidentzündungen

Eine Augenlidentzündung tritt bei Hunden ziemlich häufig auf: Genauer genommen handelt es sich dabei um eine Lidrandentzündung (Blepharitis), bei der sich eine Drüse so entzündet, dass sie auf beträchtliche Größe anwächst.

Die meisten Augenlidentzündungen werden durch Virusinfektionen, Reizung durch Traumata, Mangelernährung oder Pilz- bzw. Parasitenbefall verursacht. Dann tritt gewöhnlich “lediglich” eine rötliche Schwellung auf, die für den Hund allerdings ziemlich unangenehm und behindernd sein kann.

Eine eitrige Augenlidentzündung wird hingegen praktisch immer durch Bakterien verursacht. Die betroffene Drüse sieht dann wie ein Pickel aus, dieser Abzess wird umgangssprachlich auch als “Gerstenkorn” bezeichnet.

4. Fehlstellungen des Augenlids

Bei einem Entropium, wie Fachleute sagen, sind die (meistens unteren) Lider nach innen gedreht, so dass sie nicht richtig schließen. Die Augendeckel können so ihre natürliche Schutzfunktion nicht mehr erfüllen: Wimpern, Haare und gelegentlich auch Staub oder Dreck geraten so auf die Hornhaut.

Die Folge: Das Auge wird regelrecht durchgescheuert und Schritt für Schritt beschädigt. Oft treten in der Folge Entzündungen auf, werden diese immer wieder aufs Neue gereizt, ist gleichmäßiger eitriger Ausfluss nicht selten.

Rassen, bei denen ein Entropium häufig vorkommt

  • Bluthunde
  • Bulldogge
  • Chow-Chow
  • Retriever
  • Rottweiler
  • Shar-Pei.

Quelle: Augen-Tierarztpraxis Dr. Ingrid Allgoewer, Berlin.

Eine Augenlid-Fehlstellung ist meistens genetisch bedingt, häufig betroffen sind Rassen, deren Haut unregelmäßig wächst – die Lider sind dann oft zu groß. Weiterhin kann sie sich auch mit der Zeit entwickeln, z.B. als Folge von nicht verheilten Verletzungen oder anderen chronischen Entzündungen.

Ein Entropium ist eine ziemlich bedrohliche Sache: Unbehandelt erblinden viele Vierbeiner, da die Hornhaut langsam, aber stetig zerstört wird. Ähnlich tückisch ist ein Ektropium, dabei stülpt der Augendeckel über, so dass der Hund anfälliger für Keime und Fremdkörper wird.

5. Hornhautverletzung

Hunde können oft sehr ruppig sein, weshalb sie vergleichsweise anfällig für Hornhautverletzungen sind. Besonders gefährdet sind

  • Vierbeiner, die viel unbeaufsichtigt im Grünen unterwegs sind (Schnittwunden durch Zweige, Äste oder Dornen) und
  • Hunde, die rege soziale Kontakte haben (Gefahr durch Kratzer und Bisse in der Augengegend).

Eine Hornhautverletzung ist eine gefährliche Angelegenheit, da das Sehvermögen der Tiere ohne sofortige Behandlung derart in Mitleidenschaft gezogen werden kann, dass bleibende Schäden und sogar eine Erblindung möglich sind.

Die ersten Symptome sind auf den ersten Blick eher harmlos: Oft blinzelt der Hund nur deutlich stärker und hat stärkeren Tränenfluss – die Verletzung wird dann von vielen Haltern gar nicht bemerkt. In späteren Phasen treten hingegen auch Rötungen und eitriger Ausfluss auf.

6. Fremdkörper

Eitriger Ausfluss kann aber auch durch Fremdkörper verursacht werden. Häufig handelt es sich hierbei um Pollen und Gräser, aber auch Erde, Staub oder Sand kann ins Auge gehen.

In den meisten Fällen gelingt es den Hunden dann, den “Eindringling” durch Blinzeln und Tränen wieder auszuscheiden. Manche Fremdkörper sind aber hartnäckiger und nisten sich so in den Augapfel ein, dass sie zu Störenfrieden werden.

Wenn Du nicht bemerkst, dass mit dem Hund etwas nicht stimmt, entsteht dann schnell eine eitrige Entzündung.

7. Zahnprobleme

Viele Hunde leiden unter Zahnproblemen – oft lange Zeit von uns unbemerkt. Die Vierbeiner haben eine sehr große Schmerztoleranz haben, sie lassen sich also kaum etwas anmerken, wenn ihr Gebiss wehtut.

Die bei weitem häufigste diesbezügliche Erkrankung bei Hunden ist Zahnstein, durch den Keime in das Gebiss geraten. Auch Verletzungen und falsch gewachsene Zähne machen es Bakterien leicht, sich anzusiedeln.

In dieser Zeit breiten sich die Keime oft über die ganze Schnauze aus und kommen schließlich im Auge an: Dort verursachen sie Entzündungen, eitrige Abszesse treten dann am Augapfel auf.

8. “Sicca Syndrom” (KCS)

In manchen Fällen ist aber auch eine sogenannte Keratoconjunctivitis sicca für eitrige Entzündungen im Augenbereich verantwortlich. Das ist eine Autoimmunkrankheit, bei der der Körper dem Auge chronisch Tränenflüssigkeit entzieht. Gelegentlich wird das “Sicca Syndrom” deshalb auch als “Trockenes Auge Syndrom” bezeichnet.

Die Krankheit ist häufig genetisch bedingt, kann aber auch spontan als Folgeerscheinung einer Viruserkrankung oder einer anderen Augeninfektion auftreten. Ohne tränenden Schutzfilm ist das Auge gegen Fremdkörper und Krankheitserreger machtlos, weshalb häufig Entzündungen auftreten.

Diese werden dann schnell eitrig. Eine verwandte Krankheit ist die ​​Keratitis superficialis chronica, diese auf einem Gendefekt basierende Störung tritt ausschließlich bei Schäferhunden oder Schäferhund-Mischlingen auf.

Eiterndes Hundeauge: Das kannst Du tun

Wenn das Auge deines Hundes eitert, ist es also meistens höchste Eisenbahn: Oft steckt eine verschleppte Entzündung dahinter, die im Regelfall nicht von alleine weggeht, ohne dass sie vorher noch weiteren Schaden anrichtet.

Ohne professionelle Hilfe wird dein Vierbeiner dann also wohl kaum auskommen.

1. Gang zum Tierarzt immer die beste Lösung

Deshalb gilt als Faustregel: Läuft eitriger Ausfluss aus dem Hundeauge, ist der Gang zum Tierarzt eigentlich überfällig. Als ersten Schritt wird er wahrscheinlich entzündungshemmende Medikamente verabreichen, damit der Eiterfluss so schnell wie möglich stoppt.

Anschließend geht es an die eigentliche Diagnose. Hierfür werden gewöhnlich ophtalmologische Spezialinstrumente verwendet. In einigen Fällen ist es auch möglich, dass Du mit deinem Vierbeiner an eine spezielle Augenklinik für Kleintiere verwiesen wirst.

Mögliche Therapieansätze

  • Antibiotika oder Antimykotika bei bakteriellen bzw. Pilzinfektionen
  • Chirurgische Eingriffe
  • Antihistaminika (zur Linderung von Allergien)
  • Spezielle Augentropfen.

2. Hundeauge regelmäßig überprüfen

Am besten ist es allerdings, wenn das Auge erst überhaupt nicht beginnt, zu eitern. Wenn Du dir den Sehapparat des Hundes regelmäßig anschaust, ist es oft möglich, Entzündungen zu stoppen, bevor sie unappetitlich werden.

Ich würde empfehlen, die Augenpartie deines Vierbeiners mindestens einmal die Woche – bei Risikofaktoren wie freiem Auslauf im Grünen sogar häufiger – zu begutachten. Bei Tieren mit dunkler Fellfarbe ist die “Inspektion” manchmal etwas schwierig, dann musst Du ganz genau hinsehen, eventuell mit einer Lampe, die den Hund nicht blendet.

Checkliste: Augengesundheit beim Hund

  • Siehst Du Schwellungen?
  • Sind Augen oder Augenlider gerötet?
  • Blinzelt der Vierbeiner sehr häufig/öfter als sonst?
  • Tränt der Hund?
  • Wirkt der Vierbeiner lichtempfindlich?
  • Lassen sich Risse oder andere Auffälligkeiten wie kleine Fremdkörper beobachten?
  • Fährt sich das Tier mit der Pfote über die Augen oder reibt er sich mit dem Kopf an Gegenständen/Wänden?
  • Wirkt das Auge trübe?
  • Gibt es auf den Augenlidern Unregelmäßigkeiten, z.B. Warzen oder Knoten?

Solltest Du eine der Fragen mit “ja” beantworten, würde ich einen Termin beim Tierarzt ausmachen.

Nicht ins Auge greifen

Auf keinen Fall darfst Du dem Hund ins Auge greifen, denn das macht die Sache nur noch schlimmer. Versuche also beispielsweise niemals, einen Fremdkörper eigenhändig zu entfernen, mit etwas Pech könnte der Hund daran sogar erblinden!

3. Augentropfen

Viele Tierärzte raten Hundehaltern dazu, bereits bei ersten Veränderungen, die eine Entzündung und/oder ein trockenes Auge vermuten lassen, prophylaktisch Augentropfen zu geben.

Hundeverträgliche Mischungen wählen

Es gibt zwar auch einige für Menschen gedachte Augentropfen, die man auch Hunden geben kann, auf Nummer sicher gehst Du aber mit einem ganz für Haustiere entwickelten Präparat.

Bei leichten Infektionen reichen oft schon pflanzliche Präparate aus, ich würde immer empfehlen, ein paar derartige Tropfen in der Hausapotheke für Vierbeiner zu haben. Für schwerere Fälle würde ich eher ein Rezept des Tierarztes verlangen, dafür gibt es auch Augentropfen, die als Arzneimittel klassifiziert sind und z.B. entzündungshemmende oder sogar antibiotische bzw. antimykotische Wirkstoffe haben.

Auf keinen Fall darfst Du eine Augenentzündung beim Hund mit Kamillentee behandeln! Warum, erklärt dir Tierarzt Emin Jasarevic. Quelle: Tierisch Gesund / https://www.youtube.com/watch?v=odMM52tzaRc .

4. Risikofaktoren vermeiden

Zur Vermeidung von Augenentzündungen ist es – insbesondere, wenn der Hund zu derartigen Problemen neigt – sehr wichtig, mögliche Risikofaktoren zu meiden. Das solltest Du ebenfalls unbedingt befolgen, wenn etwas bereits nicht in Ordnung ist.

Typische Riskofaktoren umfassen u.a.

  • Luftstöße, z.B. durch Fahrtwind, Klimaanlagen, Ventilatoren und Heizung (nicht direkt in die Augen des Hundes blasen lassen)
  • Staub, Erde und Sand
  • Potentielle Allergene (z.B. chemische Reinigungsmittel)
  • Grelles Licht
  • Undurchsichtiges, eventuell dorniges/hartes Gestrüpp oder Gebüsch (Hund lieber an der Leine laufen lassen).

5. Zahnpflege betreiben

Sollte ein Zahnleiden deines Vierbeiners wortwörtlich ins Auge gegangen sein, kann ich dir für die Zukunft nur empfehlen, mehr Mundpflege beim Hund zu betreiben. 

Oft bessert sich der Gebisszustand stark, wenn dem Tier z.B. regelmäßig die Zähne geputzt werden. Unabhängig davon solltest Du das Maul regelmäßig – z.B. einmal die Woche – in einem ruhigen Moment nach Fremdkörpern, Zahnstein und Verletzungen wie abgebrochenen Zähnen untersuchen.

Die besten Zahnpflegeprodukte für Hunde

Mehr zum Thema findest Du auch in unserem Artikel “Zahnpflege beim Hund”.

FAQs

Was tun bei Augenausfluss Hund?

Tränende oder sogar eiternde Augen weisen beim Hund stark auf eine bereits fortgeschrittene Entzündung hin. Mit Hausmitteln oder Geduld alleine kommst Du dann kaum noch weiter: Du musst mit deinem Vierbeiner zum Tierarzt, um die genaue Ursache abklären zu lassen.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.