Die Nase deines Hundes tropft? Ursachen & Lösung 2022

Wenn dein Hund unter einer laufenden Nase leidet, ist er häufig einfach nur erkältet. Grund zur Entwarnung ist das aber nicht: Es können auch ernsthafte gesundheitliche Probleme dahinter stecken, sollte die Nase deines Lieblings über längere Zeit hinweg tropfen, musst Du der Sache also auf jeden Fall schnellstmöglich auf den Grund gehen.

Im folgenden Artikel findest Du die 11 häufigsten Ursachen dafür, dass bei einem Hund die Nase tropft. Weiterhin erfährst Du, was Du tun kannst, damit sich der Zustand deines Vierbeiners rasch bessert.

11 Gründe, warum bei einem Hund die Nase läuft

1. Virale Infektionen

Wenn bei einem Hund die Nase tropft, dann liegt es sehr oft an einer Ursache, die uns Menschen nur allzu bekannt ist: In vielen Fällen ist der Vierbeiner einfach erkältet.

Erkältungsviren haben vor allem in der kalten Jahreszeit Hochkonjunktur, können aber generell bei jedem Wetter auftreten. Das Immunsystem des Hundes reagiert auf die Krankheitserreger mit der Produktion von Schleim, der dann aus der Nase läuft.

Bei Viruserkrankungen ist das Sekret oft durchsichtig-wässrig oder weiß. Weitere Symptome umfassen u.a. Niesen, erhöhte Körpertemperatur/Fieber und ein matter Allgemeinzustand.

2. Bakterienbefall

Ebenfalls möglich ist eine bakterielle Infektion. Anders als Erkältungsviren treten diese Krankheitserreger nicht verstärkt im Winter, sondern über das Jahr hinweg verteilt auf.

Die Symptome sind einer Viruserkrankung ähnlich, verlaufen aber oft etwas langsamer. In vielen Fällen ist auch der Atemtrakt der Vierbeiner betroffen.

Der Körper wehrt sich auch dann mit vermehrter Schleimbildung. Sehr oft ist der Ausfluss, der aus der Nase tropft, nicht durchsichtig, sondern hat eine gelbe bis grünliche Einfärbung und ist etwas dickflüssiger.

3. Pilzinfektion

Pilze sind ebenfalls eine eher häufige Ursache für eine tropfende Nase bei Hunden. Der am weitesten verbreitete “Übeltäter” ist dann die Schimmelpilzart Aspergillus fumigatus: Ein Befall wird von Tierärzten auch als “Sinunasale Aspergillose” (SNA) bezeichnet.

Eingeatmet werden die Pilzsporen vor allem über das Beschnuppern organischen Materials, auch in der Luft sind sie als Aerosole vorhanden. Wenn sie sich in der Schnauze des Vierbeiners vermehren, setzen sie Toxine frei und verursachen Entzündungen.

Die Folge: Betroffene Hunde haben über Monate hinweg eine tropfende Nase, typischerweise erst aus nur einem Nasenloch, danach aus beiden. Bei fortgeschrittenem Infektionsverlauf ist auch Nasenbluten weit verbreitet.

4. Chronische Nasenentzündungen

Entzündungen der Nase bzw. der Nasenscheidewände werden häufig durch Fremdkörper oder Krankheitserreger begünstigt. In einigen Fällen handelt es sich aber auch um eine sogenannte “chronische Rhinosinusitis”.

Mögliche Ursachen

  • Vorerkrankungen (z.B. verschleppte Infektionen)
  • Umweltreize
  • Allergien (Hund ist ständig Allergenen ausgesetzt)
  • Autoimmune Prozesse.

Quelle: PD Dr. med. vet. Bianka Schulz, tfa-wissen.de.

Bei einer ständig entzündeten Nase tropft dauerhaft Schleim heraus. Weiterhin ist es möglich, dass sich das Sekret in der Schnauze verhärtet, viele betroffene Vierbeiner leiden deshalb auch unter Atemproblemen.

Eine chronische Rhinosinusitis kann sowohl ein- als auch beidseitig austreten. Leider ist die Krankheit unheilbar, mit medikamentöser Hilfe ist es aber möglich, die Auswirkungen zu minimieren.

5. Allergien

Auch Allergien reizen oft die Nasenschleimhäute und führen dazu, dass der Hund sich mit Ausfluss und oft auch Niesen “verteidigen” möchte. Die Anzahl der möglichen “Übeltäter” ist schier unendlich, so dass es sehr schwierig sein kann, das Allergen genau zu bestimmen.

Manche Vierbeiner reagieren auf saisonale Einflüsse wie Pollen oder Gräser allergisch – auch Hunde können Heuschnupfen bekommen. In anderen Fällen werden die Tiere chronisch Stoffen ausgesetzt, auf die sie sensibel reagieren. Das können z.B. Futterbestandteile sein, aber auch Hausstaubmilben oder bestimmte Reinigungsmittel.

Neben einer tropfenden Nase weisen viele Hunde auch Hautprobleme auf: Fachleute nennen das dann eine atopische Dermatitis.

6. Reizung der Atemwege

Ebenfalls eine mögliche Ursache sind gereizte Atemwege. Anders als bei Allergien handelt es sich dann nicht um eine eigentlich unnötige, sondern durchaus berechtigte Reaktion des Körpers: Er identifiziert einen Schadstoff und möchte sich mit Schleimbildung dagegen schützen.

Dabei handelt es sich um Substanzen, die für Hunde meistens wirklich giftig sind: Beispiele sind Abgase, bestimmte Chemikalien und Säuren. Auch Zigarettenqualm gehört dazu, Passivrauchen ist eine vergleichsweise häufige Ursache für chronische Atemwegsprobleme bei den Vierbeinern.

Ebenfalls reizend kann zu trockene Luft wirken – oft an Wintertagen in stark beheizten Räumen.

7. Fremdkörper

Hunde haben eine sehr empfindliche Spürnase, die sie auch sehr gerne einsetzen: Sie schnüffeln an fast allem herum. Da bleibt es nicht aus, dass sie auch andere Dinge als Luft einatmen.

Bei größeren Objekten spricht man dann von Fremdkörpern. Durch die Nasenlöcher geraten z.B. kleine Steinchen, Äste oder Grasteile. Sie bleiben häufig im Atemapparat stecken und bereiten dem Vierbeiner starke Probleme.

Unmittelbar nach der Aufnahme wird der Hund instinktiv versuchen, den Fremdkörper durch Niesen und Kratzen zu entfernen. Hat dies keinen Erfolg, reagiert der Körper u.a. mit starker Sekretbildung, der Schleim tropft dann immer wieder aus der Nase heraus und wird mit der Zeit oft auch blutig.

8. Zahnprobleme

Die meisten Hunde, die unter Zahnproblemen leiden, weisen Zahnstein auf, der sich mit der Zeit immer mehr festsetzt. Er begünstigt das Eindringen von Bakterien genauso wie Verletzungen, also z.B. abgebrochene Zähne.

In vielen fortgeschrittenen Fällen breiten sich dadurch verursachte Infektionen auch auf den gesamten Kopf aus. Dann ist nicht selten auch die Nase betroffen, die dann versucht, sich mit meist grünlich-gelbem Schleim zu wehren, der heraustropft.

Hunde haben eine sehr hohe Schmerztoleranz, was die Zähne betrifft. Deshalb musst Du auch auf “versteckte” Zeichen achten, z.B. Schonhaltungen beim Fressen oder das Verschmähen von Trockenfutter.

9. Tumore & Polypen

Laut Tierarzt Dr. Thomas Grammel betreffen ca. 1 Prozent aller Tumore bei Haushunden den Nasenbereich. Oft sind ältere, langnasige Tiere betroffen, bei bestimmten Rassen wie Retrievern werden auch genetische Anfälligkeiten vermutet.

Derartige Tumore sehen zunächst oft wie eine Verletzung aus. Sie zerstören aber systematisch das Innere der Nase. Deshalb treten dann eigentlich immer Symptome wie

  • Häufiges Niesen
  • Nasenbluten und
  • laufender, oft eitriger und übelriechender Ausfluss

auf.

Zu den gutartigen Geschwüren gehören hingegen Polypen. Sie sind im Grunde genommen harmlos, können die Atmung aber stark erschweren und auch eine laufende Nase verursachen.

10. Parasitenbefall

Auch Parasiten können dafür sorgen, dass die Nase beim Hund tropft. Meistens handelt es sich dann um Nasenmilben, etwa einen Millimeter große und damit auch mit dem bloßen Auge erkennbare Spinnentiere, die sich in Nasenhöhlen und -nebenhöhlen einnisten.

Laut der Fachorganisation ESCCAP sind diese Schmarotzer vor allem in skandinavischen Ländern weit verbreitet, weshalb Du die Ursache nach einem Urlaub im Norden ganz besonders im Blick behalten solltest. Allerdings werden die Plagegeister auch in Deutschland immer häufiger gesichtet.

Anders als z.B. die Ohrmilbe ist dieser “Nasen-Spezialist” vergleichsweise harmlos. Er kann aber sehr lästig werden und verursacht oft Juckreiz beim Hund. Deshalb kommt es zu einer Reizung der Nase, tropfendem Ausfluss und die Vierbeiner müssen oft niesen.

11. Genetische Ursachen

Weiterhin gibt es auch einige Hunderassen, die aus genetischen Gründen zu einer tropfenden Nase neigen. Das betrifft besonders brachycephale, also kurzköpfige, Tiere.

Sie wurden so gezüchtet, dass die Schnauze unterproportional klein ausfällt. Die Nasenlöcher sind dementsprechend winzig, die Nasenflügel zu eng. In der Folge leiden viele Tiere ständig unter Symptomen, die einer Erkältung ähneln, also z.B. einer tropfenden Nase.

Fachleute sprechen hier auch vom “Brachycephalen obstruktiven Syndrom“ (BOS). Es tritt besonders bei Tieren, die auf “Niedlichkeit” gezüchtet wurden, auf. Aufgrund der Behinderung der Lebensqualität spricht man in schweren Fällen dann auch von Qualzuchten.

Weitere BOS Symptome

  • Schnarchen
  • Kurzatmigkeit
  • Sauerstoffmangel, Hund hat z.B. blaue Zunge und ist kaum belastbar
  • Hitzschläge, da Hund Wärme nur schlecht regulieren kann
  • Müdigkeit
  • Häufiges Würgen oder Erbrechen
  • Atemnot bis hin zu Erstickungsanfällen.

Quelle: Tierklinik Hofheim.

Zu den bekanntesten brachycephalen Rassen gehören Mops, Boxer, Französische Bulldoggen und Pekinesen. Allerdings treten diese Symptome nicht bei allen Tieren auf, viele verantwortungsvoll gezüchtete Exemplare können ein (fast) uneingeschränktes Leben führen.

Tropfende Nase beim Hund: Das kannst Du tun

Wie Du sehen kannst, sind die Gründe für eine laufende Nase bei Vierbeinern sehr unterschiedlich: Von Allergien über eine einfache Erkältung bis hin zu lebensgefährlichen Erkrankungen ist eigentlich alles möglich.

Für die Beurteilung der Ursache ist es daher wichtig, den Hund genau im Blick zu behalten. Dann musst Du vor allem auf folgende Dinge achten:

  • Welche Farbe hat der Ausfluss?
  • Niest der Hund oft?
  • Läuft die Nase nur zu bestimmten Anlässen oder Jahreszeiten?
  • Macht der Vierbeiner Anstalten, sich vermehrt zu kratzen?
  • Lassen sich Verhaltensveränderungen beobachten?

Wenn Du diese Fragen beantwortet hast, kannst Du damit beginnen, eine Lösung zu finden. Dabei stehen dir erfreulicherweise einige bewährte Optionen zur Verfügung.

1. Den Hund schonen

Bei Erkältungen und anderen Schwächungen des Hundes gibt es eigentlich nur eine Sofortlösung: Du musst den Vierbeiner zunächst einmal schonen.

Das bedeutet: Längere Spaziergänge sollten zunächst genauso ausfallen wie Hundesport. Stattdessen muss der Hund Zeit bekommen, sich auszukurieren und viel zu trinken bekommen. In vielen Fällen geht es den Tieren dann schon nach kurzer Zeit wieder besser.

Währenddessen ist es Pflicht, den Allgemeinzustand im Blick zu behalten: Sollte die Nase immer weiter tropfen, der Hund apathisch wirken oder Fieber (ab ca. 40 Grad) bekommen, musst Du ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

2. Regelmäßige Zahnpflege

Sollte dein Vierbeiner unter Zahnproblemen leiden, lässt sich das oft bereits im Vorfeld vermeiden, indem Du das Maul besser pflegst.

Hierfür gibt es verschiedene Herangehensweisen: Bei einigen Hunden reicht schon gutes Trockenfutter aus, um für ausreichend Zahnabrieb zu sorgen, andere profitieren von Dental-Sticks. Auch Zähneputzen kann in Betracht kommen.

Weitere Infos

Mehr Tipps und Tricks findest Du in unserem “Zahnpflege für Hunde” Artikel.

Auch das regelmäßige Inspizieren gehört dazu: Gewöhnlich solltest Du dem Vierbeiner mindestens einmal wöchentlich “ins Maul schauen”. So kannst Du Veränderungen und auch Fremdkörper wie Splitter schnell erkennen.

3. Bessere Luft im Haus

Da tropfende Nasen oft von schlechter Zimmerluft verursacht werden, lohnt es sich auch, hier für Abhilfe zu sorgen: Wenn Du die Wohnung regelmäßig durchlüftest, legen sich viele Reizungen der Atemwege schnell. Bei besonders trockener Luft haben sich Raumbefeuchter sehr bewährt.

Solltest Du Raucher sein, wirst Du deinen Hund auf jeden Fall schonen, wenn Du nur noch im Freien – z.B. auf dem Balkon – qualmst. Besser ist es natürlich, das Laster gleich ganz aufzugeben.

4. Allergene erkennen & meiden

Bei laufender Nase aufgrund einer Allergie ist es oft nicht ganz so einfach: Das Bestimmen eines Allergens kann nämlich ganz schön zeitaufwendig sein. Allerdings gibt es einige Strategien, die dir und dem Vierbeiner helfen können:

  • Wenn Du für einige Zeit anders zusammengesetzte Reinigungsmittel verwendest, bessert sich der Zustand vieler Hunde schnell.
  • Bei einer Futtermittelallergie oder -unverträglichkeit lohnt sich oft der Umstieg auf ein hypoallergenes Hundefutter mit besonders schonenden Zutaten.
  • Auch mehr Reinlichkeit hilft vielen Vierbeinern weiter, da sie dann nicht mehr von Staub belästigt werden.

5. Tierarztbesuch

In vielen Fällen hilft allerdings nur der Tierarzt weiter: Wenn die Nase deines Lieblings trotz aller Lösungsversuche immer weiter läuft, solltest Du die Ursache auf jeden Fall vom Experten abklären lassen. Das gilt auch, wenn der Hund grünen bzw. gelblichen Schleim oder sogar Nasenbluten hat.

Die Therapie hängt dann ganz von der Ursache ab Möglich sind z.B.:

  • Antibiotika bei bakteriellen Infektionen
  • Antimykotika bei Pilzbefällen
  • Antiparasitika gegen Nasenmilben
  • Antihistaminika gegen Allergien
  • Operative Eingriffe bei Brachycephalem obstruktivem Syndrom, Fremdkörpern, weit fortgeschrittenen Zahnerkrankungen oder Tumoren/Polypen
  • Eventuell auch Strahlen- oder Chemotherapie.

FAQs

Wie erkenne ich, ob mein Hund erkältet ist?

Erkältete Hunde verhalten sich ähnlich wie erkältete Menschen: Sie ruhen sich verstärkt aus, haben weniger Appetit und haben oft Husten und/oder Schnupfen. Typisch für Erkältungsviren ist dann, dass der Schleim, der aus der Nase tropft, eher flüssig und durchsichtig ist.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.