Augensalben für Hunde: Anwendung, Dosierung & Tipps 2022

Augenprobleme sind bei Vierbeinern sehr weit verbreitet: Das Krankheitsspektrum reicht von “einfachen” Augen- oder Bindehautentzündungen über trockene Augen bis hin zu gefährlichen Hornhautverletzungen und Erbkrankheiten. Oft werden diese Leiden nicht schnell genug erkannt oder behandelt.

Dem kannst Du einen Riegel vorschieben, indem Du auch die Augen des Vierbeiners regelmäßig pflegst. Dabei können Augensalben eine große Hilfe sein: Im folgenden Artikel erfährst Du, welche Produkte 2022 besonders empfehlenswert sind und worauf Du beim Kauf und bei der Anwendung achten musst.

Überblick der besten Augensalben für Hunde

Unsere Empfehlung: AA-Retinol 15 Augensalbe
Bestes Augengel: Dechra Lubrithal Augengel
Besonders verträglich: Ophtosan Augensalbe
Empfehlung gegen Bindehautentzündung: Beaphar Oftal Augensalbe
Unser Preistipp: Palmisano Augensalbe

Testsieger: AA-Retinol 15 Augensalbe

Unsere Empfehlung

Tolle Allzweck-Salbe

Eine wirklich tolle und empfehlenswerte Lösung ist die “AA-Retinol 15 Augensalbe”. Sie enthält besonders hoch dosiertes Vitamin A und eignet sich für alle möglichen Anwendungsgebiete: Von Hornhautproblemen über Bindehautentzündungen bis hin zu chronisch ausgetrockneten Augen lassen sich mit ihr allerlei Leiden lindern.

Besonders hilfreich ist diese Sorte bei chronischen Problemen: Hierfür enthält eine Tube satte 10 Gramm Salbe – etwa doppelt so viel wie die meisten anderen Produkte. Aber auch bei akuten Komplikationen hilft sie oft, laut Erfahrungsberichten tritt die Wirkung meistens sehr schnell ein.

Faktencheck:

  • Anwendungsbereich: Hornhautpflege, gereizte & trockene Augen
  • Wirkstoffe: Vitamin A
  • Dosierung: 2-3 x täglich kleine Menge
  • Inhalt: 10 g.

Etwas schade ist allerdings, dass die Salbe einmal geöffnet nur kurz haltbar ist. Erfreulich ist jedoch, dass sie sehr verträglich ist und von den meisten Vierbeinern hervorragend akzeptiert wird. Sollte dein Liebling also zu Augenreizungen neigen, kann ich dir “AA-Retinol 15” wirklich ans Herz legen!

10 Gramm Tube

breites Anwendungsgebiet

laut Erfahrungsberichten oft sehr schnelle Wirkung

gute Akzeptanz

nach Öffnen nur kurz haltbar


Dechra Lubrithal Augengel

Augengel

Schöne Lösung für den Alltag

Ebenfalls eine schöne Wahl ist das “Dechra Lubrithal Augengel”. Es hat eine etwas flüssigere Konsistenz und nutzt als Wirkstoff Carbomer, ein sehr bewährter Bestandteil medizinischer Augenmittel.

Gedacht ist das Mittel vor allem zur Befeuchtung trockener Augen, diesen Job erledigt es laut Kundenfeedback auch hervorragend. Weiterhin lässt es sich auch zur Beruhigung, z.B. zur Linderung von Bindehautentzündungen, einsetzen.

Faktencheck:

  • Anwendungsbereich: Befeuchtigung, Beruhigung
  • Wirkstoffe: Carbomer
  • Dosierung: Nach Bedarf
  • Inhalt: 10 g.

Das Gel kommt in einer großzügigen 10 Gramm Tube und dürfte dementsprechend ziemlich lange halten. Im Vergleich zu anderen Augensalben ist es aber auch etwas teurer.

gute tränenbindende Wirkung

spendet viel Feuchtigkeit

großzügiger Inhalt

vergleichsweise teuer


Ophtosan Augensalbe

Sehr schonend

Verträgliche Option

Eine ziemlich beliebte Option ist auch die “Ophtosan Augensalbe”. Sie eignet sich vor allem für die Befeuchtung und Beruhigung irritierter Augen. Hauptwirkstoff ist Vitamin A, der Hersteller empfiehlt, bei Problemen zwei bis vier Mal täglich eine kleine Menge aufzutragen.

In Erfahrungsberichten schneidet diese Sorte ziemlich gut ab: Hundehalter, die sich für diese Salbe entschieden haben, loben vor allem die gute Wirkung, die bei regelmäßiger Einwirkung erreicht wird. Weiterhin wird sie als sehr verträglich beschrieben, Nebenwirkungen treten kaum auf.

Faktencheck:

  • Anwendungsbereich: Befeuchtigung, Beruhigung
  • Wirkstoffe: Vitamin A
  • Dosierung: 2-4 x täglich kleine Menge
  • Inhalt: 5 g.

Kritisiert wird allerdings gelegentlich, dass die Salbe selbst bei Zimmertemperatur ziemlich hart ist. Viele Tierfreunde behelfen sich deshalb, indem sie die Tube vor der Nutzung etwas in die Sonne stellen oder auf andere Weise erwärmen. Dann ist die Dosierung aber auch erfreulich einfach.

laut Erfahrungsberichten gute Wirkung

leicht erwärmt einfach zu dosieren

bei den meisten Vierbeinern sehr verträglich

bei Zimmertemperatur etwas hart


Beaphar Oftal Augensalbe

Bestseller

Beliebtes Augengel

Ebenfalls sehr gerne gekauft wird die “Beaphar Oftal Augensalbe”. Eine Tube enthält 5 Milliliter, bei Problemen empfiehlt der Hersteller, die Augenpartie dreimal täglich einzuschmieren.

Laut Erfahrungsberichten ist dies auch durchaus erfolgversprechend, insbesondere bei Bindehautentzündungen scheint das Präparat gut und schnell zu wirken. Weiterhin lässt sich die Salbe auch bei anderweitig irritierten Augen und sogar beschädigten Augenlidern einsetzen.

Faktencheck:

  • Anwendungsbereich: Irritierte Augen, beschädigte Augenlider
  • Wirkstoffe: Vitamin A
  • Dosierung: 3 x täglich kleine Menge
  • Inhalt: 5 ml.

Ebenfalls gelobt wird, dass die Salbe sehr schonend ist und von den meisten Vierbeinern ziemlich gut akzeptiert wird. Bemängeln tun einige Tierfreunde allerdings die Konsistenz der Sorte: Die Salbe scheint doch sehr dünnflüssig zu sein, was gelegentlich die Dosierung erschweren kann.

gute Akzeptanz bei den meisten Vierbeinern

laut Erfahrungsberichten gute Wirkung

besonders bei Bindehautentzündungen beliebt

für manche Hundehalter etwas zu dünnflüssig


Palmisano Augensalbe

Preistipp

Günstiges Präparat für die Hornhaut

Sollte dein Hund jedoch vor allem Probleme mit der Hornhaut haben, kann ich dir auch zur “Palmisano Augensalbe” raten. Aufgrund ihrer günstigen Preises eignet sie sich auch für kleinere Geldbeutel.

Der Hersteller empfiehlt, bei akuten Beschwerden täglich zwei bis drei Mal eine kleine Menge aufzutragen. Die Salbe lässt sich gut und einfach dosieren, sodass selbst eine kleine 5 Gramm Tube lange halten sollte.

Faktencheck:

  • Anwendungsbereich: Hornhautpflege
  • Wirkstoffe: Vitamin A
  • Dosierung: 2-3 x täglich kleine Menge
  • Inhalt: 5 g.

Für die regelmäßige Pflege – z.B. bei chronisch trockenen Augen – ist die Salbe aber weniger gedacht. Bei manchen Problemen ist es daher wahrscheinlich besser, auf ein anderes Produkt auszuweichen.

besonders für Hornhautprobleme geeignet

einfache Dosierung

starkes Preis-Leistungs-Verhältnis

für regelmäßige Pflege eher weniger gedacht


Die Kaufkriterien

Augensalben haben sich als Alternative zu Tropfen sehr bewährt. Viele Hundehalter schwören deshalb auf sie, die Präparate finden immer öfter den Weg in die Hausapotheke für Vierbeiner.

Allerdings ist Salbe nicht gleich Salbe: Zwischen den einzelnen Produkten gibt es doch deutliche Unterschiede. Es ist gut möglich, dass eine Sorte für manche Vierbeiner hervorragend geeignet ist, für andere Tiere aber nutzlos oder sogar gefährlich sein kann.

Vor der Bestellung solltest Du deshalb auf jeden Fall gut nachdenken und überlegen, ob eine von dir ins Auge gefasste Salbe auch wirklich zu deinem Liebling passt. Dabei dürften dir die folgenden Kaufkriterien sehr weiterhelfen.

Anwendungsgebiet

Zunächst musst Du dir darüber im Klaren sein, dass Augensalben für verschiedene Anwendungsgebiete produziert werden: Einige sind lediglich zur Befeuchtung der Augen gedacht, andere sind antibakteriell und/oder antimykotisch. Auch Spezial-Präparate für Hornhautverletzungen existieren.

Das bedeutet: Wenn dein Vierbeiner unter Augenproblemen leidet, musst Du – auch in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt – zunächst bestimmen, woran es liegt. Anschließend informierst Du dich anhand von Produktbeschreibungen und Packungsbeschriftungen über die Eignung der jeweiligen Salben.

Inhalts- & Wirkstoffe

Natürlich spielt auch der Wirkstoff eine Rolle: Die häufigste aktive Substanz, die in Augensalben wirkt, ist Retinol, auch als Vitamin A bekannt. Dabei gibt es allerdings verschiedene Dosierungen, je stärker die Probleme, desto höher sollte die Konzentration sein.

Daneben gibt es auch noch andere Inhaltsstoffe, die u.a. für die Konsistenz der Salbe verantwortlich sind. Auch hier solltest Du ganz genau hinschauen, insbesondere, wenn dein Vierbeiner auf einige Substanzen empfindlich oder sogar allergisch reagiert.

Dosierung & Ergiebigkeit

Die Dosierung ist bei Salben ebenfalls ein wichtiges Kriterium: Manche Sorten müssen mehrmals täglich aufgetragen werden, was auf Dauer zu einer ziemlichen Herausforderung werden kann. Weiterhin schmälert dies die Ergiebigkeit, Du musst also – sollte dein Vierbeiner sie häufig brauchen – öfter nachkaufen.

Ebenfalls von Belang ist diesbezüglich die Tube: Manche Produkte lassen sich nur schwierig passgenau entleeren, was natürlich ärgerlich ist. In beiden Fällen können Erfahrungsberichte anderer Hundehalter weiterhelfen, die Du auf fast jeder Kaufplattform einsehen kannst.

Haltbarkeit

Geöffnet sind Salben nur begrenzt haltbar – wie lange, hält von der Sorte ab. Sollte dein Vierbeiner regelmäßig täglich Pflege brauchen, kannst Du diesen Punkt etwas vernachlässigen. Bei sporadischem Einsatz wird das Kriterium aber ziemlich wichtig, denn bei einigen Produkten musst Du dann eine noch fast halbvolle Tube wegwerfen, weil das Haltbarkeitsdatum überschritten ist.

Weiterhin solltest Du dich auch im Vorfeld darüber informieren, wie die Augensalbe gelagert werden muss. Sehr pflegeleicht sind Präparate, die Zimmertemperatur brauchen, gelegentlich ist aber auch ein Platz im Kühlschrank vonnöten.

Konsistenz

Augensalben für Hunde werden sowohl als Paste als auch als Gel angeboten.

  • Pasten sind eher dickflüssig, laufen manchmal etwas schwierig aus der Tube, sind aber dann auch sehr gut dosierbar.
  • Manche Gele hingegen sind etwas wässriger, das sorgt für eine gute Befeuchtung, erschwert das passgenaue Auftragen aber auch manchmal.

Verträglichkeit & Akzeptanz

Und schließlich solltest Du auch darauf achten, dass der Vierbeiner die Salbe wirklich akzeptiert. Wenn eine Sorte wirklich verträglich ist, sparst Du dir viel Ärger, denn nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wird der Hund die Pflegeeinheit wahrscheinlich ohne großes Murren hinnehmen.

Auch hier sind Kundenrezensionen und Erfahrungsberichte eine große Hilfe. Zwar gibt es selbst bei überwältigend positivem Feedback keine einhundertprozentige Sicherheit, dass dein Liebling eine Augensalbe akzeptiert, es ist dann aber doch sehr wahrscheinlich.

Vorteile von Augensalben für Hunde

Einfache Anwendung & gute Akzeptanz

Ein großer Vorteil von Augensalben für Hunde ist, dass ihre Anwendung sehr einfach ist: Anders als bei Tropfen musst Du nicht mit Pipetten hantieren, sondern kannst die benötigte Dosis einfach aus der Tube herausdrücken.

Meistens geht dies deutlich schneller vonstatten: Insbesondere nervöse und ungeduldige Vierbeiner akzeptieren Salben oft deutlich besser als Tropfen.

Beugt gesundheitlichen Komplikationen vor

Weiterhin eignen sich Augensalben hervorragend, um die Augengesundheit des Vierbeiners vorbeugend unter Kontrolle zu halten. Bei chronischen Problemen wie mangelnder Tränenflüssigkeitsbildung bleibt der Hund so beispielsweise stabil, wenn er regelmäßig behandelt wird.

Die größte Stärke von Salben liegt allerdings in der Versorgung von Verletzungen. Wenn Du schnell – am besten bereits vor dem Besuch beim Tierarzt – handelst, kannst Du Komplikationen wie Entzündungen, schlechten Vernarbungen oder sogar Erblindung gut vorbeugen.

Lange Wirkungsdauer

Im Vergleich zu Augentropfen sind Salben zudem empfehlenswert, weil sie ziemlich lange wirken. Sie sind mit einem Schutzfilm versehen, so dass die Präparate nur langsam von der natürlichen Tränenflüssigkeit wieder ausgespült werden.

Das bedeutet auch, dass Du eine Salbe im Regelfall deutlich seltener anwenden musst als Tropfen.

Nachteile von Hunde Augensalben

Allerdings haben Augensalben für Hunde auch ihre kleinen “Nachteile”. In manchen Fällen ist es daher sinnvoll, auf eine andere Produktart auszuweichen.

Weniger ergiebig als Tropfen

Im Vergleich zu Augentropfen, die punktgenau dosiert werden können, sind Salben so deutlich weniger ergiebig: Bei Herausdrücken der Tube kommt oft zu viel raus. Der überschüssige Rest muss dann weggeworfen werden, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Auf Dauer bedeutet dies: Wenn dein Vierbeiner regelmäßige Augenpflege braucht, sind Salben im Durchschnitt etwas teurer.

Kann die Sicht des Hundes kurzzeitig behindern

Weiterhin wirken Augensalben aufgrund ihres Schutzfilmes zwar deutlich länger, haben aber auch den Nachteil, dass sie zunächst die Sicht des Vierbeiners etwas behindern können.

Der Hund sieht dann etwas verschleiert oder sogar verschwommen, bis das Präparat richtig eingewirkt ist. Aus diesem Grund sollte sie eher nicht gegeben werden, wenn der Vierbeiner gerade seine Sehsinne braucht, um zurechtzukommen.

Augenpflege bei Hunden: Oft vernachlässigt, sehr wichtig

Als Hundehalter tun wir natürlich alles dafür, damit es unseren Vierbeinern gut geht. Deshalb investieren wir viel Zeit und Geld in das Wohlergehen unserer Lieblinge: Ob Ernährung, Fellpflege oder Entwurmung – die Gesundheit der Tiere liegt uns sehr am Herzen.

Allerdings vergessen wir manche Aspekte auch gern einmal: Die Augen haben wir z.B. manchmal leider nicht auf dem Schirm. Das Sehvermögen von Hunden wird oft eher belächelt, sollte aber nicht unterschätzt werden.

Zwar können sie “nur” gelbe und blaue Farbtöne sehen, haben dafür aber eine exzellente Nachtsicht, ein erstaunlich weites Blickfeld und nehmen insbesondere schnelle Bewegungen hervorragend wahr.

Hunde brauchen auch ihre Augen

Das bedeutet: Obwohl die Stärken unserer Vierbeiner zweifellos im Riechen und Hören liegen, brauchen sie auch ihre Augen, um einwandfrei “funktionieren” zu können. Ein sehschwacher oder sogar blinder Hund hätte in freier Wildbahn kaum eine Chance.

Als Haustier ist es zwar möglich, mit schwachen Augen irgendwie zu überleben, ein richtiger Genuss ist das für den Hund aber nicht: Nur, wenn er über alle Sinne verfügt, kann er uneingeschränkt sein und eine sehr hohe Lebensqualität aufweisen.

Sehprobleme häufiger, als man denkt

Das ist allerdings leider nicht immer der Fall: Augenerkrankungen sind bei Hunden ziemlich weit verbreitet.

Eine Studie hat z.B. ergeben, dass insbesondere Deutsche Schäferhunde, Rottweiler und Zwergschnauzer häufig unter Kurzsichtigkeit leiden. Noch öfter hingegen spielen kleine oder schwerwiegende Augenleiden eine Rolle.

Genetische Faktoren spielen eine große Rolle

Oft sind die Faktoren, die zu diesen Krankheitsbildern führen, angeboren. So gibt es einige Erbleiden, die nur bei bestimmten Rassen auftreten – die Keratitis superficialis chronica tritt z.B. praktisch ausschließlich bei Tieren mit Schäferhund-DNA auf auch die Collie Eye Anomaly ist auf wenige Hunderassen beschränkt.

“Alltags-Augenerkrankungen” wie Bindehautentzündungen können hingegen sehr häufig bei kurzköpfigen oder brachycephalen Hunden beobachtet werden. Das liegt daran, dass die Schädel dieser Tiere nur sehr wenig Platz für das Sehorgan haben.

Bei welchen Krankheitsbildern können Augensalben helfen?

Erfreulicherweise lassen sich viele Augenprobleme allerdings schon früh lindern oder sogar im Vorfeld vermeiden. Dies setzt aber voraus, dass Du die “Alarmzeichen” für eine derartige Erkrankung kennst und auch regelmäßig Zeit in die Pflege der Sichtpartie deines Vierbeiners investierst.

Hat mein Hund ein Augenleiden?

Generell ist es ratsam, dem Hund regelmäßig gründlich in die Augen zu schauen und dabei folgende Fragen im Hinterkopf zu haben:

  • Blinzelt der Vierbeiner unentwegt oder kneift er die Augen zu?
  • Sind im Auge Verfärbungen oder Trübungen erkennbar?
  • Reibt sich der Hund oft mit den Pfoten an den Augen oder stößt sogar gegen Gegenstände, um sich zu kratzen?
  • Wirken die Augen verklebt? Hat das Tier Probleme, sie zu öffnen?
  • Sind die Augen gerötet oder geschwollen?
  • Tritt wässriger oder sogar dickflüssiger/eitriger Ausfluss aus?
  • Reagiert er ungewohnt, wenn Du versuchst, seine Sichtpartie in Augenschein zu nehmen?
  • Siehst Du kleine Fremdkörper (z.B. Körner) im Auge?
  • Ist der Vierbeiner auf einmal lichtscheu oder wirkt es, als ob er weiter entfernte Dinge nicht mehr wahrnimmt?

Augensalben können nicht bei allen Erkrankungen des Hundes helfen: Bei vielen Leiden muss der Tierarzt einschreiten und verschreibungspflichtige Medikamente geben, gelegentlich ist sogar eine OP die einzige Lösung.

Linderung versprechen sie insbesondere in folgenden Fällen.

Oft als “zweite Lösung” empfohlen

Viele Tierärzte empfehlen Augensalben vor allem, wenn Tropfen nicht den erwünschten Effekt gezeigt haben. Auch bei chronischen Problemen wird oft dazu geraten, lieber zu einer Creme oder einem Gel zu greifen.

Hornhautentzündung

Die Hornhaut bzw. Cornea macht den vorderen Bereich des Auges aus und dient vor allem der Lichtdurchlässigkeit. Für Hunde ist sie deshalb besonders wichtig, eine Störung hat u.a. zur Folge, dass sie ihre exzellente Nachtsicht einbüßen würden.

Aufgrund ihrer hervorgehobenen Position ist die Hornhaut allerdings insbesondere bei Hunden sehr angreifbar. Nach kleineren oder größeren Verletzungen kommt es so oft zu einer Entzündung, von Fachleuten auch Keratitis genannt.

Entzündung vs. Verletzung

Generell gilt: Eine Hornhautentzündung kann mit Salben behandelt werden. Eine Hornhautverletzung – z.B. ein Riss – sind jedoch ein absoluter Notfall, der Hund muss sofort zum Tierarzt, um eine drohende Erblindung zu verhindern!

Entzündungen der Hornhaut können gut mit Augensalben gelindert werden, für viele Tierärzte sind sie erste Wahl bei der Behandlung. Augentropfen hingegen sind für diesen Zweck eher ungeeignet, die Gabe würde bei vielen Vierbeinern große Schmerzen verursachen.

Bindehautentzündung

Auch die Bindehaut ist ein wichtiger und angreifbarer Bestandteil des Auges. Dabei handelt es sich um eine Schleimhaut, welche das Sehorgan des Vierbeiners mit einer schützenden Filmschicht versieht. Ist die Schleimzufuhr gestört, hat das teilweise üble Irritationen zur Folge.

Häufige Ursachen für Konjunktivitis beim Hund

  • Allergien, z.B. gegen Gräser und Pollen
  • Fremdkörper (dürfen niemals mit der Hand entfernt werden!)
  • Viren, Bakterien oder Pilze (ansteckende Bindehautentzündung)
  • Reizungen, z.B. durch Chemikalien, Salzwasser oder Zigarettenrauch
  • Trockene und Zugluft, z.B. Heizlüfter, Klimaanlage, Fahrtwind
  • Eigene Hundehaare, z.B. Wimpern
  • Umwelteinflüsse wie Abgase, Schmutz und Staub.

Wie bei uns Menschen machen sich Bindehautenzündungen vor Augenlid Fehlstellungen als Risikofaktorallem durch gerötete und/oder geschwollene Augen und Juckreiz bemerkbar: Betroffene Vierbeiner werden also versuchen, sich z.B. mit den Pfoten Linderung zu verschaffen.

Augensalben werden vor allem bei tierischen Patienten, die chronisch zu einer Konjunktivitis neigen, eingesetzt. Besonders vielversprechend sind dann Präparate mit Retinol (Vitamin A) oder antibakteriellen bzw, antimikrobiellen Wirkstoffen.

Augenlid Fehlstellungen als Risikofaktor

Besonders häufig neigen Hunde zu Irritationen, wenn ihre Augenlider eine Fehlstellung aufweisen und den Vierbeiner so nicht komplett vor schädlichen Einflüssen schützen können.

Angeborene Defekte bezeichnet man auch als Entropium (“Rolllid”) und Ektropium (ausgestülptes Auge). Sie können aber auch, z.B. als Spätfolge von Verletzungen, erworben werden.

Trockenes Auge

Ebenfalls ein weitverbreitetes Problem bei Vierbeinern sind trockene Augen. Tierärzte nennen diese auch “Sicca Syndrom” oder Keratoconjunctivitis sicca. Darunter versteht man ein chronisches Versagen der Tränendrüse, die viel zu wenig oder gar keine Flüssigkeit mehr produziert.

Oft ist diese Erkrankung angeboren. In manchen Fällen wird sie aber auch erworben, z.B., weil der Vierbeiner eine hartnäckige Augeninfektion verschleppt hat. Betroffene Tiere leiden häufig oder ständig unter starken und schmerzhaften Reizungen. Die Symptome ähneln denen einer Bindehautentzündung stark.

Abhilfe schafft dann vor allem eine regelmäßige künstliche Befeuchtung der Augenpartien. Aufgrund ihre langen Einwirkungsdauer haben sich Salbenpräparate hier als Standard-Methode bei schweren Fällen bewährt.

Verklebte & verkrustete Augen

Verklebungen und Verkrustungen der Augen treten vor allem bei Hunden auf, die häufig unter Irritationen leiden. Sie produzieren dann deutlich mehr Tränenflüssigkeit als sonst, die nicht immer vollständig abläuft. Stattdessen verhärtet sie sich und vermischt sich oft mit weiteren Umwelteinflüssen wie Dreck und Staub.

Das Auge an sich ist dann eigentlich weniger das Problem, stattdessen besteht das Problem um das Sehorgan herum. Oft entsteht dann ein Teufelskreis – der Körper versucht, sich mit mehr Tränenflüssigkeit zu reinigen, die dann wiederum verkrustet.

Ohne externe Hilfe tritt dann kaum Besserung auf. Besonders bei starken Verkrustungen und Verklebungen haben sich dann Augensalben bzw. -gels bewährt.

Augenkrankheiten, bei denen Salben nur wenig helfen

Leider gibt es aber auch einige Krankheiten, bei denen herkömmliche Salben nur wenig helfen. Bei sehr starken Entzündungen oder Verletzungen musst Du die Behandlung so auf jeden Fall einem Tierarzt überlassen.

Dies gilt auch für schwerwiegende Erkrankungen wie Glaukome (Grüner Star), Katarakte (Grauer Star), das “Cherry Eye” Syndrom bzw. Nickhautentzündung und Tumore im Augenbereich. Für die Therapie werden oft starke, verschreibungspflichtige Medikamente genutzt, manchmal ist auch eine OP vonnöten.

Bei manchen Erberkrankungen sieht es leider noch schlechter aus: Die Tiermedizin kennt dann gelegentlich noch gar keine Behandlungsmethode, so dass die Vierbeiner mit der Zeit quasi zwangsläufig erblinden.

Anwendung von Augensalben in 4 leichten Schritten

Auch die Augen von Vierbeinern sind extrem sensible Organe, die auf äußere Einflüsse sehr empfindlich reagieren. Deshalb ist es eigentlich Pflicht, bei der Pflege oder Behandlung großen Respekt vor der Aufgabe zu haben.

Du musst konzentriert vorgehen und darfst auf keinen Fall Verletzungen bei deinem Liebling verursachen. Manche Hundehalter haben aber auch zu viel Respekt und kriegen sogar Angst, wenn es darum geht, die Sichtpartie des Tieres zu säubern.

Das muss aber nicht sein: Im Grunde genommen ist es gar nicht so schwierig, dem Hund Augensalbe zu verabreichen. Im folgenden Abschnitt erfährst Du, wie es dir in 4 einfachen Schritten gelingt.

1. Salbe sachgemäß lagern & ggf. „betriebsbereit“ machen

Zunächst ist es sehr wichtig, dass die Salbe sicher und gemäß den Anweisungen des Herstellers gelagert wird. Sie muss z.B. jederzeit gut verschlossen sein, da der Tubeninhalt ansonsten mit Keimen kontaminiert werden könnte.

Auch bezüglich der Temperatur solltest Du dich gut vorbereiten: Präparate, die gekühlt gelagert werden müssen, sollten kurz vor der Verabreichung etwas “aufgetaut” werden, damit Du sie gut aus der Tube bekommen und gleichmäßig anwenden kannst.

2. Vorsichtig herausdrücken

Bei Augensalbe ist es eigentlich nicht anders als bei anderen Produkten, die in einer Tube verkauft werden: Du musst beim Rausdrücken sehr vorsichtig vorgehen, damit Du nicht mehr Creme bekommst, als Du dir erhofft hattest.

Da hilft nur Übung – z.B. mit einer Tube günstiger Zahnpasta. Wenn es dir gelingt, pro Druck nur eine wirklich geringe Menge zu entnehmen, hält eine Packung deutlich länger und Du musst nicht unnötig Salbe wegwerfen.

Auf Hygiene achten

Enorm wichtig ist es, auch selbst auf Hygiene zu achten: Wenn Du die Salbe mit einem Finger aufträgst, musst Du deine Hände vorher wirklich gut – also ausreichend lange und mit Seife – waschen! Ansonsten besteht die große Gefahr, dass Du das Auge deines Lieblings noch mehr verkeimt.

3. Salbe zwischen Augenlid & Auge auftragen

Neben den bloßen Fingern gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Salbe sicher aufzutragen. Dazu gehören z.B.:

  • Sterile Handschuhe
  • Gut gereinigte Tücher
  • Wattebausche und -stäbchen sowie
  • Kosmetikpads.

Dabei solltest Du die Salbe mit einer Hand auftragen und mit der anderen den Kopf fixieren. Ruhige Worte helfen dabei, dass der Vierbeiner so unaufgeregt wie möglich bleibt.

Generell werden Augensalben im Bereich zwischen dem unteren Augenlid und dem Auge aufgetragen.

Gleichmäßige Verteilung ist dabei sehr wichtig. Direkt ins Auge darf die Salbe auf keinen Fall gegeben werden, denn so würde sie keine Wirkung haben. Aus dem “Zwischenbereich” verteilt sie sich jedoch gleichmäßig über die gesamte Sichtpartie.

Der richtige Zeitpunkt

Ideal ist es, die Salbe in einem ruhigen Moment zu verabreichen. Viele Hundehalter haben gute Erfahrungen damit gemacht, den Augenbereich der Vierbeiner nach den Mahlzeiten oder nach einem Spaziergang einzuschmieren. Das Tier kann sich anschließend ausruhen, beim Nickerchen fällt es zudem nicht ganz so stark ins Gewicht, dass die Sicht kurzzeitig eingeschränkt ist, bis die Creme sich verteilt hat.

Augensalben sind vergleichsweise einfach zu verabreichen, trotzdem werden sie nicht von allen Vierbeinern ohne Proteste akzeptiert. Das kannst Du ändern, indem Du deinem Liebling nach getaner Arbeit z.B. mit einem Leckerli belohnst.

4. Überschüssige Reste entfernen

Solltest Du bemerken, dass ein Teil der Salbe wieder aus dem Auge tränt, musst Du diese überschüssigen Reste schnell wieder entfernen, am besten mit einem Kosmetikpad. So verhinderst Du, dass sich die Creme oder das Gel verfestigt und eventuell zu tränenden oder verkrusteten Augen führt.

Augensalben für Hunde: Die richtige Dosierung

Bei Augensalben ist es wichtig, dass der Hund genau das bekommt, was er braucht. Zu viel oder zu wenig Creme kann dem Vierbeiner auf Dauer sogar schaden.

Herstelleranweisungen beachten

Bei der Dosierung musst Du deshalb immer darauf achten, was der Hersteller in der Packungsbeilage sagt. Das betrifft insbesondere die Häufigkeit der Gabe: Du darfst eine Salbe nicht öfter geben, als angegeben.

Bei der genauen Dosis sind die meisten Hersteller etwas vage: Oft wird nur von einer “kleinen Menge” gesprochen. In der Praxis bedeutet dies maximal eine Fingerspitze, bei kleineren Tieren oft sogar noch weniger.

Am Anfang kann es dann hilfreich sein, klein anzufangen und im Rahmen der Dosierungsempfehlungen etwas herumzuexperimentieren. Sobald Du siehst, dass das ganze Auge einen Schutzfilm angenommen hat und keine überschüssige Salbe ausgeschieden wird, dürfte die Dosis in Ordnung sein.

Gefahren einer Überdosierung

Aber was passiert, wenn man dem Hund mehr Salbe gibt? Positive Auswirkungen hat dies nicht: Das Auge kann nur eine bestimmte Menge des Wirkstoffes aufnehmen, ein Überschuss wird per Tränenflüssigkeit wieder ausgeschieden.

Allerdings kann eine Überdosis Salbe durchaus Nebenwirkungen haben: Die Augen des Hundes sind dann verschleiert, er sieht schlechter. Sollte er unter Trockenheit leiden, kann er die überschüssige Salbe nicht einmal entfernen.

Ein weiteres Risiko liegt in den Binde- und Konservierungsmitteln, welche Salben zwangsläufig haben: Wenn Du den Anweisungen Folge leistest, sind diese für den Hund harmlos, im Übermaß können sie das Auge aber auch irritieren oder sogar giftig werden.

Abweichungen von Empfehlungen mit Tierarzt absprechen

Das bedeutet, dass es nur einen Menschen gibt, der entscheiden darf, dass eine Augensalbe häufiger oder in größerer Menge als angegeben verabreicht werden soll: Den Tierarzt.

Derartige Abweichungen sind aber sehr selten, der Mediziner wird dir wahrscheinlich nur bei sehr schwerwiegenden Problemen empfehlen, für kurze Zeit mehr Salbe zu geben als gewöhnlich angedacht.

FAQs

Was ist besser: Augensalbe oder Augentropfen?

Die meisten Tierärzte empfehlen bei Augenproblemen, dem Hund zunächst Augentropfen zu geben. Augensalben sind eher für hartnäckige Fälle vorgesehen. Manchmal kann es aber auch angebracht sein, sofort zu einer Creme zu greifen, z.B. bei einer Hornhautentzündung oder wenn der Vierbeiner auf Tropfen schreckhaft reagiert.

Welche Augensalbe bei Bindehautentzündung Hund?

Bei einer Bindehautentzündung empfiehlt sich eine Augensalbe, die viel Vitamin A und/oder antibakterielle, antivirale bzw. antimikrobielle Wirkstoffe enthält. Viele Hundehalter haben diesbezüglich mit der “Beaphar Oftal Augensalbe” hervorragende Erfahrungen gemacht.

Wie oft Augensalbe beim Hund?

Generell sollte eine Augensalbe nur bei akuten Problemen verabreicht werden, eine regelmäßige Gabe ist ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt angebracht. Bei der Dosierung musst Du dich auf jeden Fall an die Anweisungen des Herstellers oder des Tierarztes halten.

Über den Autor Sven Kohler
Über den Autor Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.