Giftköder-Alarm für das iPhone – Teuere Sicherheit für Hundefreunde?

 

 

Hundefreunde24.de hat im AppStore eine brandneue Applikation entdeckt. Nachfolgend veröffentlichen wir einen PR-Text des Verkäufers.
Als Preis für diese App verlangen die “Erfinder” 1,59 EUR. Wir meinen, dass für eine App, die erst durch fleißige User zu dem wird, was sie sein soll, nämlich eine umfassende Giftdatenbank, sehr üppig ist. Gerade eine Einsteiger-App müsste sich – solange sie in der Aufbauphase ist und auf “Fremdleistung” angewiesen ist, in Bescheidenheit üben.
Als Büchermenschen sind wir überzeugt, dass gute Hundebücher bereits beim Erscheinen als Hundebuch-Neuerscheinung ein optimales Preis-Leistungsverhältnis bieten.

Seit kurzem ist im AppStore eine neue App für Hundefreunde erschienen.

Giftköder Radar

Die meisten Hundehalter oder Tierbesitzer haben diesen Fall hoffentlich noch nicht erlebt: Der liebste Vierbeiner läuft ohne Leine umher, schnüffelt in der Gegend herum und findet eine auf den ersten Blick leckere Delikatesse. Wenn es sich dabei um einen Giftköder handelt, kann jede Hilfe zu spät kommen. Besser, man macht gleich einen weiten Bogen um die giftigen oder gefährlichen Fallen.

Genau hier setzt Giftköder Radar an. Die App setzt iOS 4.1 voraus und wurde für das iPhone konzipiert. Den mit 4.2 MB schlanken Download muss man mit 1,59 Euro bezahlen, wobei ein Teil des Erlösen dem Tierschutz zugute kommen soll.

Beim ersten Start sollte man Push-Benachrichtigungen und Zugriff auf die Ortungsdienste erlauben, denn sonst macht Giftköder Radar keinen großen Sinn. Die App dient dazu, versteckte Köder auf einer Karte anzuzeigen. Eine 100-prozentige Sicherheit gibt das natürlich nicht, ein etwas besseres Gefühl sollte es Hundehalter aber schon verleihen.

Die eigentliche Handhabung der App ist spielend einfach. Über vier Buttons an den Ecken der Karte kommt man zu den einzelnen Menüpunkten. Wir fangen in unserer Beschreibung oben rechts an: Hinter dem Info-Button verbergen sich Informationen wie “Erste Schritte” oder Möglichkeiten zum Kontakt mit den Entwicklern.

Wichtiger ist der Button in der unteren rechten Ecke. Hier kann man einen gefundenen Köder markieren und so für andere App-Nutzer sichtbar machen. Dazu muss man vier Felder ausfüllen: Persönliche Angaben, die nicht veröffentlicht werden, Fundort, sowie Infos zum Giftköder und seiner Beschaffenheit. Bei den beiden letzteren Punkten sind lediglich manuelle Eingaben möglich, zumindest optional sollte das auch automatisiert funktionieren können.

Giftköder Alarm

Mit dem Button unten links kann man seine eigene Position bestimmen, richtig sinnvoll wird das in Kombination mit dem vierten Button. Man kann die App quasi scharf-schalten und wird automatisch per Push-Nachricht informiert, sobald ein Giftköder in der Umgebung eingetragen wird. Der automatische Radius beträgt in etwa 5 Kilometer. Ob das wirklich funktioniert, konnten wir nicht überprüfen: Der nächste Giftköder war zu weit entfernt. Wer sich vorab über einen bestimmten Ort erkundigen möchte, kann die integrierte Suche benutzen.

Momentan hat das neue Projekt noch einen großen Nachteil: Es sind kaum Giftköder eingetragen. Es sind erst rund 20 Fundorte eingetragen, wir sind zwar nicht besonders scharf auf besonders viel Gift, eine wirkliche Sicherheit gibt es so aber noch nicht – weite Teile Deutschlands sind noch gänzlich unbeachtet.

Insgesamt ist Giftköder Radar eine nette Idee mit einer guten Umsetzung, die sich aber nur dann durchsetzen kann, wenn sie von der Community, in diesem Fall den Hundehaltern, angenommen wird. Datenpflege heißt hier das Stichwort. Erst wenn flächendeckend Daten gemeldet werden, macht die App aus unserer Sicht Sinn.

Die Meinung von Hundefreunde24:

Es bleibt abzuwarten, ob diese App das hält, was es verspricht. Wenn die Aktualität nicht gewährleistet ist, wird die App schnell zum Panikmacher ohne jeden Sinn.
Interessant wird auch zu beobachten sein, ob Hundehalter, deren Hund soeben einen Köder aufgenommen hat, tatsächlich den Nerv besitzen, ihr Smartphone zu zücken und in Seelenruhe einen Giftköderalarm auslösen.
Spannend wird auch, ob gemeldete Giftköder ewig in der App bleiben, oder ob der “Giftköder-Entdecker” regelmäßig den Fundort überprüft, ob das Gift beseitigt wurde (sinnvoller wäre in jedem Fall selbst sofort das Gift zu entfernen!).

Eine kleine Hoffnung bei der Beurteilung dieser App ist jedoch, dass dadurch wenigstens ein Hund gerettet wird. Dann hätte sich die vergleichsweise teuere Investition von 1,59 EUR schon rentiert.
Andere Newcomer-Apps begnügen sich übrigens beim Einstieg (Datenbankaufbau durch User) mit 79 Cent. Etwas Bescheidenheit wäre gut.

Nachtrag: Kurz nach dem Erscheinen wurde der Preis dieser App gesenkt. Da hat man wohl bemerkt, dass man übers Ziel hinausgeschossen ist.
Trotzdem: Die eigentliche Arbeit leisten wir – die User

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Sven Kohler

Sven Kohler

Sven schreibt leidenschaftlich gerne über alles, was seine liebsten haarigen Freunde angeht. Am Herzen liegen ihm dabei Hundeerziehung, -Gesundheit und natürlich -Ernährung- die absolute Grundlage für ein glückliches Hundeleben. Und da es auch eine schier unendliche Anzahl an Zubehör und Spielzeug gibt, macht sich Sven die Mühe und stellt Euch seine liebsten Produkte im Test vor.